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Achim Petry: Es bringt nichts, sich auf den Ruhm des Vaters zu berufen

Achim Petry: Es bringt nichts, sich auf den Ruhm des Vaters zu berufen © Telamo

Absolut Hitverdächtig ist die erste Singleauskopplung vom neuen Achim Petry Album „Rettungsboot“. Der gitarrenorientierte folk-poppige Song ist ein Duett mit Vater Wolfgang Petry, der gerade im Frühjahr mit seinem Nr.1-Album „Einmal noch“ in Deutschland erfolgreich charten konnte. Das Video zur Single mit Vater und Sohn ist das erste Video mit Wolfgang Petry seit acht Jahren und allein somit eine echte Sensation!

Wir haben Achim Petry zum Interview getroffen und mit ihm über das neue Werk und die Zusammenarbeit mit dem berühmten Vater gesprochen.

Hallo Achim! Danke, dass Du Dir Zeit für ein Gespräch mit uns genommen hast. Mittendrin in der Musik und im Leben – könnte man so Dein neuestes Album beschreiben?

Absolut! Alter, Erfahrung und die Neugier auf das Leben. Das alles hat seinen Platz gefunden auf dem Album. Mich interessieren und begeistern einfach andere Dinge als noch vor 7-8 Jahren.

Das musste natürlich auf das Album!

Das Album stellt sich als sehr abwechslungsreich dar – von Pop/Rock bis Schlager und Folk ist alles dabei. Klingt nach einem neuen musikalischen Weg und viel Hingabe? Wie entstand dieses Album?

Als wir begonnen haben mit dem Album hatten wir eigentlich nicht wirklich eine Ahnung, wo es hingehen sollte. Nach 3-4 fertigen Songs war allerdings klar, dass wir bereits beschrittene Pfade verlassen. Uns wurde immer mehr bewusst: Das Album wird Pop! Es war also kein Konzeptalbum oder ein schon vorher durchgeplantes Projekt. Wir haben die Nummern einfach fließen lassen. Hilfreich war auch mein neuer Produzent, René Lipps, der auch mehr aus der Rock/Pop Ecke kam. Er hat enormen Einfluss, mit seinen Kompositionen, Texten und Arrangements, daran genommen, Petry weiter zu entwickeln! Wir wollten Petry 2014!

Sehr stark und eindrucksvoll ist die Singelauskopplung “Rettungsboot” mit Deinem Vater Wolfgang. Nach acht Jahren sieht man Euch zusammen bei dem eigens dafür gedrehten Video. Wie war das für Dich/Euch?

Dieses Lied, sowie das zweite Duett “Tinte (wo willst du hin), sind für mich, wahrscheinlich, die wichtigsten Momente in meiner Musikhistorie. Ich habe in meiner Laufbahn schon so einiges Erlebt: Stadiontour, mehrere Asientouren mit Gold und Platin Auszeichnungen. Aber die Duette mit meinem Vater sind und bleiben der wichtigste Punkt in meinem Leben. Ich bekomme immer noch eine Gänsehaut und Tränen in die Augen, wenn ich daran denke, wie ich die beiden Nummern zum ersten Mal, fertig gehört habe!

Wer hatte die Idee zum Video und wer hat schlussendlich die Entscheidung getroffen?

Natürlich gab es, wie immer, mehrere Vorstellungen zum Video! Aber wir waren uns hinterher alle einig über die Idee. Es sollte sein, wie es jetzt aussieht: Genau so!

Hat der Titel “Rettungsboot” eine besondere Bedeutung für Dich/Euch?

Als erstes ist er natürlich autobiographisch. Insofern hat er natürlich eine besondere Bedeutung. Es um zwei Menschen, die unterschiedlichen Alters sind und über die Vergangenheit die Gegenwart und auch die Zukunft sinnieren. Es geht um Familie und letzten Endes auch um Hoffnung und die parallelen in deren Leben. Ich glaube das ist besonders!

Ist es eher Segen oder Fluch so einem berühmten Vater zu haben? War es für Dich dadurch schwerer, Dich in der Musikszene zu etablieren?

Es kann beides sein. Es kommt einfach nur darauf an wie man selber damit umgeht! Letzten Endes bringt es nichts, sich auf den Ruhm des Vaters zu berufen. Es kann sicherlich ein Türöffner sein, aber den Hintern muss man schon selber bewegen. Es ist insofern Segen und Fluch zugleich!

Macht es Dich stolz das “Der Wahnsinn” weitergeht? Wir waren beim Open Air in der Schweiz vor Ort, wo Du den Flumserberg zum Beben gebracht hast. Diese Kulisse war auch für uns sehr besonders und wir haben bemerkt, wie sehr Deine Fans Dich gefeiert haben.

Flumserberg war toll! Ich erlebe allerdings ganz viele tolle Momente in letzter Zeit. Die Akzeptanz ist sehr hoch, wenn ich die Menschen vor der Bühne habe. Da merken die meisten: Der Achim Petry kann es ja auch. Live Auftritte sind für mich das Wichtigste, denn da kann ich die Menschen am besten überzeugen.

Du wirst in Kürze 40 Jahre jung. Ist das ein Anlass zu sagen “Ich bin angekommen” oder bist Du noch „Mittendrin“?

Ich finde beides schließt sich nicht aus. Ich bin halt “Mittendrin” angekommen. Allerdings hasse ich Stillstand. Deswegen komme ich vielleicht eher laufend und immer wieder “Mittendrin” an.

Hast Du Dir schon einen Plan gemacht, wie Du diesen runden Geburtstag feiern wirst? Eher klein im Kreise Deiner Familie oder gibt es eine richtig große Feier?

Nein. Ich bin kein großer Freund solcher Tage.

Wie sehen Deine weiteren Pläne für 2014 aus? Gibt es vielleicht sogar eine Tour mit Deinem Vater als Stargast?

Es gibt viel zu tun! Ich bin gut gebucht, zusätzlich wird es noch eine Tour geben, die erst mal in Clubs stattfindet. Viel Fernsehen und dann ist da noch das aller Wichtigste: Meine Familie. Ein Urlaub nach 4-5 Jahren wäre auch mal toll! (lacht)

Vielen Dank für das angenehme Gespräch. Wir wünschen Dir und dem neuen Album natürlich viel Erfolg!