Kitzbühel bebt im VolksRocknRoll-Fieber!

Kitzbühel bebt im VolksRocknRoll-Fieber! © Heiko Bremicker

Zweimal im Jahr herrscht im aufgrund der Prominentendichte zwar mondänen, sonst aber eher beschaulichen Kitzbühel in Tirol der absolute Ausnahmezustand. Einmal im Winter, wenn die Asse der Skiwelt sich beim Hahnenkammrennen waghalsig die Streif hinunterstürzen, und einmal im Sommer, wenn das Musikfestival Kitzbühel wieder einmal Andreas Gabalier als Top-Act der Veranstaltung verpflichtet.

Am letzten Samstag war es wieder so weit. Bereits zur Pressekonferenz, die in einer eigens errichteten rustikalen Almhütte in der Kitzbüheler Innenstadt stattfand, erwarteten Fans aus ganz Europa ungeduldig ihren Andreas Gabalier. Tosender Jubel brach aus, als er endlich mit einer großen schwarzen Limousine vorgefahren wurde und sich – trotz eng gesteckten Zeitplanes – auf den Metern durch die Menschenmasse hin zur Pressekonferenz bereits Zeit für das eine oder andere Erinnerungsfoto nahm.

Die Konferenz selbst wurde aus Zeitgründen recht knapp gehalten, noch stand der Soundcheck an, und Andreas Gabalier wollte sich auch noch wenigstens einige Minuten Zeit für die wartenden Fans nehmen. Die Präsidentin des Tourismusverbandes, Signe Reisch, würdigte ausdrücklich den Wert, den das Musikfestival und seine Stars für den Ort Kitzbühel haben, und der Chef der Kitzbüheler Bergbahnen hatte ein besonderes Präsent für Andreas Gabalier parat – eine Jahreskarte für die Bergbahnen. Schließlich hat der Künstler schon einmal durchblicken lassen, dass er gerne mal als Vorläufer beim Hahnenkammrennen an den Start gehen würde, jetzt sind die ersten Trainingsvoraussetzungen geschaffen. Aber auch sonst fühlt er sich ja Kitzbühel und seinen Bergen verbunden – sein Album „Mountain Man“ wurde in den Sonnbergstuben der singenden Kultwirtin Rosi Schipflinger vorgestellt. Diese war natürlich anwesend, sie sollte später im Vorprogramm der Show noch ihren großen Auftritt haben. Andreas Gabalier fühlte sich anscheinend sichtlich wohl in der Umgebung der zahlreichen Journalisten, die sich mehr für seine Musik als für die unsäglichen Schlagzeilen im Zusammenhang mit den Negativ-Äußerungen des Bauernbundes interessierten. Noch ein paar Fotos mit den Fans, und dann rauschte er auch schon in Richtung Tennisstadion zum Soundcheck.

Wenige Stunden später ging es dann los im seit Monaten ausverkauften Stadion. Bereits beim bunten und vielseitigen Vorprogramm kam das Publikum voll seine Kosten. ORF-Moderator Alexander Weber heizte als DJ ein, und Marco Ventre (der bereits am Vorabend mit Band aufgetreten ist) moderierte mit viel Spaß das Vorprogramm. Sara Koell (bekannt aus Voice of Germany) verriet bereits einiges über ihr kommendes Album, Publikumsliebling Melissa heizte mit ihrer pinken steirischen Harmonika dem Publikum ordentlich ein und präsentierte live ihre neue Single „Federleicht“, während auf der riesigen Videowand das sehenswerte Video dazu lief. Die ebenso attraktive wie stimmgewaltige Kärntnerin machte auch bei einem neuen Titel gemeinsam mit Schürzenjäger-Gitarrist Johannes Hintersteiner eine gute Figur. Fetzigen, guten alten Rock’n’Roll präsentierten die Monroes, und als Kontrastprogramm brachte dann Rosi Schipflinger gemeinsam mit den Alpis das Publikum zum Schunkeln. Ein Ehrengast war übrigens aufgrund seines roten Jackets im Stadion gut auszumachen – Heino freute sich gemeinsam mit seiner Hannelore auf die VolksRock’n’Roll-Show. .Wer weiß, vielleicht gibt es bald mal ein Duett, nachdem Heino sich den lauteren Tönen zugewandt hat?

Dann der Augenblick auf den alle gewartet haben: Andreas Gabalier eröffnete an seinem Flügel, der zunächst mitten im Publikum vor der Tribüne aufgebaut war, sein Konzert. Frenetischer Jubel ab der ersten Sekunde! Und dann gute 3 Stunden Vollgas ohne Unterbrechung – auch wenn natürlich auch ruhigere, sehr persönliche Titel zum Programm gehören. Andreas Gabalier gibt – gemeinsam mit seiner hervorragenden Band – alles auf der Bühne, und viele Fans geben alles für ihn. Wenn man ihn so erlebt hat, wundert man sich nicht mehr über lange im Vorfeld ausverkaufte Konzerthallen und Stadien. Ein Star, der begeistert und sich trotz des riesigen Erfolges nicht von seiner Bodenständigkeit und Publikumsnähe abbringen ließ. Und der seine Meinung sagt – auch wenn immer wieder mal die Presse über ihn herfällt. So auch an diesem Abend zu den Vorwürden des Bauernbundes. Und man glaubt es ihm, ja er ist ein Patriot – aber einer, der Werte wie Heimatverbundenheit im besten Sinne auch in die Nachbarländer wie Deutschland transportiert hat, wo man sich – gerade im jüngeren Publikum – vor der „Ära Gabalier“ manchmal mit solchen Begriffen und Werten schwergetan hat. Er steht für ein Lebensgefühl, in dem Volksmusik genauso cool ist wie Rock’n’Roll, Dirndl und Lederhosen genauso hip wie zerrissene Jeans. Und Gabalier wäre nicht Gabalier, wenn er nicht ab und zu deutlich Stellung beziehen würde – und sein Publikum gibt ihm recht.

Aber an diesem Abend sollte natürlich die Musik im Vordergrund stehen. Alle alten und neuen Hits, rockig und ruhig, waren zu hören, auch nach Stunden wurde Zugabe um Zugabe gespielt, und bis zuletzt vermittelte der VolksRock’n’Roller den Eindruck, er könne noch stundenlang weitermachen. Als dann die letzten Lichter ausgingen, durfte ein durchweg zufriedenes Publikum sich auf den Heimweg machen … oder bei der Aftershow-Party in der Kitzbüheler Innenstadt bis in die frühen Morgenstunden weiterfeiern.

Gratulation und ein großes Dankeschön an die Veranstalter, Thomas Rass und Sepp Adlmann von Kitzmusik und die unzähligen fleißigen Helfer und Techniker für dieses fantastische Event, das nicht nur eine Bereicherung für die Region Kitzbühel, sondern für Musikfreunde aus ganz Europa ist. Wir freuen uns bereits auf das kommende Jahr, wenn Kitzbühel wieder „bebt“!

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