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Tod eines Vollblutmusikers: Achim Mentzel

Tod eines Vollblutmusikers: Achim Mentzel

Am 4. Januar verstarb in Cottbus der 1946 in Ost-Berlin geborene Achim Mentzel, plötzlich und unerwartet nach kurzem Unwohlsein und Reanimation. Der in Berlin geborene Musiker und Moderator war lange Zeit eine Kultfigur der DDR, bis er am 1. Juni 1973 die Gelegenheit eines Gastauftritts in West-Berlin für seine Flucht nutzte, um jedoch kurze Zeit später reumütig zurückzukehren und sich dafür eine Gefängnisstrafe einzuheimsen, die jedoch zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Gemeinsam mit Nina Hagen machte er sich 1975 einen Namen in Fritzens Dampferband und arbeitete fortan mit Volldampf an einer Solokarriere. Nach einigen Singleerfolgen kam 1985 seine Langspielplatte “Stimmung, Jux und Mentzel”  heraus.

Den Auftakt als TV-Moderator nahm er ein Jahr vor der Wende im Ostdeutschen Fernsehen mit der Show „Ein Kessel Buntes“ und 1989 mit „Achims Hitparade“, die sich noch bis 2006 im MDR etablierte.

Aus diesen 17 Jahren Hitparade stammt die Freundschaft zu seinem Kollegen und größtem Kritiker Oliver Kalkofe, dessen Persiflagen Achim Mentzels in „Kalkofes Mattscheibe“ gekonnt von ihm pariert und Bestandteil seiner eigenen Show „Achim Hitparade“ wurde. Die Freundschaft gipfelte 2011 in einer gemeinsamen Tournee-Show „Großes Gernsehen“ durch Deutschland. Dementsprechend lautet Kalkofes Kommentar zum Tode seines Freundes:„…Alter Freund, ich vermisse Dich! Du hast mir den Glauben an die Menschheit (beim Fernsehen) wieder gegeben. Danke für alles – Dein Kalki vermisst dich jetzt schon ganz furchtbar! Was sollen wir ohne dich machen“ (Facebook).

Auch als Schauspieler verschiedener Fernsehrollen („Helden wie wir“, „Die Legende von Paul und Paula“, uv.m.) machte Achim Mentzel sich verdient und spielte noch 2012 die Rolle des Showmasters Heinz Wäscher im Musical „Kein Pardon – Das Musical“. Seine Lieder bleiben unvergessen, denkt man nur an „Mal ist man oben und dann unten“, „Hier fliegt heut die Kuh“ „Gott sei Dank ist sie schlank“, “Sauer macht lustig”, “Wir sind alle keine Engel“, „Mensch hab’ ich Schwein“, etc.

Wir trauern um einen großen deutschen Musiker mit einer besonderen Gabe, dem Humor.

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