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Neues bei Silvester-Stadlshow – Was sagt Ihr?

Neues bei Silvester-Stadlshow – Was sagt Ihr? © wikipedia.org/wiki/Jörg_Pilawa

Manchmal sind die Verantwortlichen einiger Sender unbelehrbar. Vor gut einem Jahr hat man Andy Borg entlassen und den von ihm wie auch vom Stadl-Vater Karl Moik immer glänzend, humorvoll und publikumsnah moderierten Musikantenstadl beerdigt. Und als neues Konzept die „Stadlshow“ geschaffen, mit einem Programm, das in der ersten Sendung gänzlich am Publikum vorbeilief. Während Andy Borg in seinen Sendungen auch zuletzt regelmäßig 4 – 5 Millionen Zuschauer für eine Mischung aus Volksmusik, volkstümlichem Bereich und Schlager begeistern konnte, folgte mit der „Stadlshow“ (welch einfallsreiche Namensgebung, vor dessen Genialität wir uns in Demut verneigen) – der vorhersehbare Absturz – letztlich auf rd. 2, 5 Millionen Zuschauer.

 

Ziel der Macher war es, das werberelevante Publikum von 14-49 zu erobern. Da stellen sich die Fragen: Wer aus dieser Zielgruppe sitzt tatsächlich an einem Samstagabend daheim vor dem Fernseher? Warum überhaupt „Werberelevanz“ bei gebührenfinanzierten Sendern? Warum wird dann die tatsächlich kaufkräftige Zielgruppe – auch für Musikprodukte – „50+“ dermaßen ignoriert und diskriminiert? Warum träumt man von Quoten – und setzt diese als Maßstab – als es für die meisten Zuschauer nur 3 Fernsehprogramme gab? Heute sind für jeden viele hundert Programme empfangbar!

 

Nach nur einer Hauptsendung und der Stadlshow zu Silvester (die immerhin eine große Bandbreite der bisher aus der Sendung beliebten Künstler aus dem volkstümlichen Bereich zu bieten hatte) war dann für das neue Konzept Schluss. Euphorisch wurde aber verkündet, dass es die Show zu Silvester (die überraschenderweise nun wieder offiziell „Silvesterstadl“ genannt wird) weiter geben wird, um den Gebührenzahlern nicht auch die letzte seit Jahrzehnten liebgewonnene Tradition zu rauben, wenn auch die letzten 3 bis 4 verbliebenen Sendetermine für volkstümliche Musik im Prime-Time-Programm entfallen sind. Und damit kommen wir gleich einmal zu einer sozialen Komponente, die von unseren Programmgestaltern nicht berücksichtigt wird. Schlager und Volksmusik boomen derzeit bei den Live-Veranstaltungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Wir als Berichterstatter sind in der privilegierten Situation, viele Veranstaltungen besuchen zu können. Zahllose Fans geben alles dafür, um bei den schönen großen und kleinen Veranstaltungen dabei zu sein. Aber nicht jeder kann das, gerade beim älteren Publikum sind viele Menschen dabei, die sich den Besuch der Veranstaltungen finanziell oder auch körperlich leider nicht mehr erlauben können. Gebühren für das Programm dürfen (müssen) sie – auch bei schmaler Rente – trotzdem bezahlen – auch wenn nun 3 bis 4 gewohnte TV-Termine für ihre Lieblingsmusik im Jahr nun fehlen.

Alles bekannt – und man könnte meinen, die Programmgestalter hätten (wie jeder mit einem halbwegs gesunden Menschenverstand) daraus gelernt. Aber da folgt sogleich die nächste Überraschung. Heute wurde bestätigt, dass ein neuer Moderator die Silvester-Stadlshow (ach ja, wieder Silvesterstadl!) moderieren wird: Jörg Pilawa. Hallo???? Nichts gegen den sympathischen norddeutschen Quizmaster, in diesem Bereich sicher einer der erfolgreichsten in Deutschland. Aber haben die Macher nicht kapiert, dass ein Genre-fremder Moderator, der nicht den geringsten Bezug zur Volksmusik hat, vom Publikum nicht akzeptiert wird? (Anders herum könnte Andy Borg ja nun auch die „Sportschau“ moderieren.) Das hat bei dem nun aussortierten Moderator Alexander Mazza nicht funktioniert und es wird leider auch bei Jörg Pilawa nicht funktionieren, obwohl dessen Sympathiewerte die seines sporadischen Moderator-Vorgängers um ein Vielfaches übertreffen. Und mit 50 Jahren ist er ja schon recht nah an der von den Sendern für verdiente Moderatoren festgelegten „Altersgrenze“. Nach den heute veröffentlichten Berichten soll es den Silvesterstadl weiter mit Francine Jordi geben, die leider schon bisher durch das nicht durchdachte Konzept einiges aushalten musste, und nach der Lesart der bisherigen Quellen zur Co-Moderatorin „degradiert“ wurde.

 

Aber die Macher suchen den Fisch (= Moderator) im falschen Teich! Jemanden ohne einen echten Bezug zu seinen Gästen und ihrer Musik wird das verblieben Publikum niemals akzeptieren, zumal seine Omnipräsenz im deutschen Fernsehen (gefühlt 3x täglich) auch nicht wirklich neugierig auf ein neues TV-Event macht. Wir lassen uns gern eines Besseren belehren. Aber die Quote zu Silvester wird wohl eher durch die Auswahl der Künstler bestimmt als durch die Moderatoren.

Die heutige Quizfrage lautet daher: Wie viele Zuschauer wird der „Silvesterstadl“ erreichen?

  1. A) 1, 5 Millionen
  2. B) 2,0 Millionen
  3. C) 2,5 Millionen
  4. D) Die Antwort ist ausgeschlossen. Um angesichts der heutigen Nachrichten auf über 3 Millionen zu tippen, müssten schon Helene Fischer, Andreas Gabalier, ein internationaler Gast (mindestens Robbie Williams) und die Wiedervereinigung von ABBA gleichzeitig im Programm sein.

 

So lesen sich einige Zitate zum neuen Konzept:

 

“So wie ‚Dinner for one‘ gehört für viele Zuschauer der ‚Silvesterstadl‘ zum Jahreswechsel. Dass in diesem Jahr Jörg Pilawa durch die Eurovisions-Show führen wird, ist eine großartige Sache für ihn und die ARD. Mit seinem Charme, seiner Spontaneität und Francine Jordi an seiner Seite wird er für die richtige Partystimmung in Deutschland, Österreich und der Schweiz sorgen.”

ARD-Programmdirektor Volker Herres

 

“Die ‚Stadlshow‘ hat zwar in Österreich und der Schweiz funktioniert, wurde aber vom deutschen Publikum nicht im gewünschten Maße angenommen und daher haben wir uns zu einen Neustart entschlossen.“ Und weiter: „Gemeinsam mit unseren Partnern werden wir wieder an unsere erfolgreiche Tradition anknüpfen und zum Jahreswechsel den ‚Silvesterstadl‘ mit seiner bewährten Musikfarbe zeigen. Es freut mich ganz besonders, dass wir mit Jörg Pilawa einen der großen deutschen Showmoderatoren gewinnen konnten und Francine Jordi wieder mit dabei sein wird.”

ORF-TV-Unterhaltungschef Edgar Böhm

 

“Silvester ist Silvester ist Silvester und damit Party. Und darauf habe ich riesige Lust. Durch ‚Spiel für dein Land‘ weiß ich, die Österreicher machen super Stimmung und deshalb freue ich mich darauf, mit 3.000 Fans in Graz ins neue Jahr zu feiern. Und keine Angst, das Singen überlasse ich Francine & Co.”

Jörg Pilawa

 

„Damit folgt auf das “Musikantenstadl”, das “Silvesterstadl”, die “Stadlshow” und die “Stadlshow Silvester” nun wieder das “Silvesterstadl”. Markenpflege sieht anders aus.“

Hannoversche Allgemeine Zeitung

 

Es hätte eine einzige Möglichkeit gegeben, aus dieser Eurovisionssendung am letzten Abend des Jahres wieder einen Quotenhit zu machen, aber dazu hätten die Verantwortlichen der beteiligten Sender wohl auf Knien in ein kleines Örtchen in der Nähe von Passau rutschen müssen. Diese Chance wurde vertan. Leider. Vor allem auch für die Zuschauer.

Schlager.de wird Euch rechtzeitig vor Silvester alle erdenklichen Sendetermine von „Dinner for one“ bekannt geben, damit wenigstens eine deutsche Silvester-Tradition erhalten bleibt.

11 Kommentare

  1. Ria (18.05.2016 - 17:00 Uhr)

    One Andy kleine stadshotel das gisteren garnich ich schaduwen Michael das niet merh an onhne Andy borg schaeiwerei

  2. Karin M. (18.05.2016 - 17:38 Uhr)

    Dem ganzen Artikel kann ich nur zu stimmen. Ob Musikantenstadl oder andere Sendungen dieser Art wird wohl kaum von jungen Leuten geguckt, und schon gar nicht am Wochenende, da ist Disco angesagt. Im Radio ist es ja nicht anders, dort wird nur englische Musik gesendet, deutsche Schlager sind fast völlig verschwunden und ich frage mich ob es ein einziges Land gibt in dem die Muttersprache derart ignoriert wird. Ich habe den Sender “Schlagerparadies” auf meinem neuen TV-Gerät gefunden, mir das neue Radio gekauft und kann jetzt nach Herzenslust Musik hören und dabei Sport ohne Ton im Fernsehen gucken, einfach super. Und was die Moderatoren angeht ist es wie in
    der Politik, jeder glaubt alles zu können. ( ich bin 78 Jahre und für Programmgestalter nicht mehr interessant)

  3. Marianne Marx (18.05.2016 - 18:47 Uhr)

    Jörg Pilawa ist ein sympathischer Quizmaster, aber für den Musikantenstadl???? Nein !!!!
    Den Musikantenstadl kann nur Andy Borg moderieren!!!! Warum diese Experimente ?? Die jungen Leute gucken niemals den Stadl ganz egal wer ihn moderiert. Du meine Güte man kann doch nicht alle ab50 Jahre auf den Abstellgleis stellen !!! Da würde es aber noch einige mehr geben!!!!! Gönnt doch der älteren Generation auch noch ein bisschen Freude.
    Andy Borg ist ganz gewiss nicht zu alt um den Stadl wieder zu moderieren !!!!! Er ist der Beste den es dafür gibt, ich schaue nicht eher wieder den Stadl bis Andy Borg ihn wieder moderiert, und da gibt es noch mehr die genau das gleiche tun…

  4. Maria (18.05.2016 - 19:59 Uhr)

    Nur mit Andy gelingt eine gute Silvestersendung!
    Wir wollen ihn wieder zurück und das nicht nur zu Silvester, warum können die Verantwortlichen dies nicht einsehen und auf die Wünsche der zahlenden Zuseher eingehen.
    Es wird bestimmt wieder ein Flop! Jörg Pilawa ist ein guter Quizmaster, aber kein Moderator für eine Silvesterstadlshow.

  5. Marie-Rose A. (19.05.2016 - 02:20 Uhr)

    Ich bin auch der Meinung dass es für 50 + bald keine Sendungen mehr gibt.
    Schade Andy Borg war der richtige für die Stadlshow ,und Sein können war überagend.
    Mit der verjüngung Skur war alles zunichte gemacht worden .
    Eine Sendung nach der Anderen kommt weg…….
    Die Jungen gehen in die Disco,und schauen bestimmt kein Fernsehen an einem Samstag Abend .
    Die Sendungen mit Schlagern sind beliebt ob es Euch gefällt oder nicht.

  6. RiaRia (19.05.2016 - 14:05 Uhr)

    Andy borg ist der richtige fur stadl sonst keine onhne der Andy schauwe ich der stadl nie mal an alleine mit der Andy borg

  7. Hubasepp (19.05.2016 - 14:58 Uhr)

    Jörg Pilawa ist sicher sympatisch, aber für den Stadl hat r selber meiner Meinung zu Wenig Musik Erfahrung.

    Die sinken Zuschauerzahle bei de Stadlshow sind sicherlich auch mit einer gewissen ANDY BORG Treue der Zuseher zu erklären,

  8. rose (19.05.2016 - 17:12 Uhr)

    Jörg Pilawa ist zwar in seinen Sendungen ein guter Moderator,aber im Stadl kann ich ihn mir nicht vorstellen…genausowenig passt da Francine Jordi.Wer den Stadl mit Andy Borg kennt , es kommt keiner für den Stadl an ihn als Moderator heran, deshalb wird der nächste ohne Andy Borg wieder ein Flop!Den einzigen den ich mir hätte für den Stadl eventuell vorstellen könnte wäre Andreas Gabalier.

  9. Stefan Schönwetter (19.05.2016 - 19:27 Uhr)

    Ich fnde Jörg Pilawa ein genialer Moderator. Das er sich für den Stadel einspannen lässt habe ich kein verständnis und bin entäuscht.
    !!!Jörg Pilawa ist kein Stadel Moderator!!! Ich hoffe das Jörg Pilawa noch vor der Show abspringt bevor es seiner Moderationskariere schadet.
    Der einzig wahre Entertainer ist für den Stadel ist unser Andy Borg und sonst niemand.
    Alle die meine sie können den Stadel Moderieren müssen gewaltig aufpassen das ihre Kariere nich zerstört wird. Den Ferseh machern, sind die Karieren der einzelnen egal und das Stadelpublikum weiss genau was sie wollen. Wir wollen Andy Borg.
    Gruss Stefan alter 33ig

  10. Knispel (19.05.2016 - 22:59 Uhr)

    In den vorigen Kommentaren wurde bereits alles gesagt. Was ich noch hinzufügen möchte die Volksmusik ist ein altes Kulturgut und sollte den Menschen erhalten bleiben. Vor allem die alten Menschen welche nicht mehr am öffentlichen Leben teilnehmen können, waren bisher Volksmusiksendungen am Samstagabend die einzige Lebensfreude in ihrem tristen Alltag. Andy Borg oder Hansi Hinterseer u.s.w. waren die Sahnehäubchen. Jetzt ist ALLES weg , Warum??? Darüber sollte sich die Programmdirektion dringend Gedanken machen.

  11. Wilhelm Schneider (29.12.2016 - 08:19 Uhr)

    Andy Borg der einzig richtige Moderator

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