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Achim Radloff – Der musikalische Leiter von Roland Kaiser im Interview

Achim Radloff – Der musikalische Leiter von Roland Kaiser im Interview © Daniela Jäntsch

Die Kaisermania ist schon seit einigen Wochen für das Jahr 2016 Geschichte. Wir waren aber dieses Jahr für Euch in Dresden dabei und konnten einen kleinen Backstage-Einblick erhaschen. Dabei herausgekommen ist ein Interview mit Achim Radloff. Mit ihm haben wir natürlich sowohl über die Kaisermania aber auch andere Produktionen gesprochen, die Achim Radloff als musikalischer Leiter von Roland Kaiser, Claudia Jung und Bernhard Brink begleitet.

 

SCHLAGER.DE:

Lieber Achim, Du bist seit 2 Jahren musikalischer Leiter dieser Riesenveranstaltung in Dresden bei Roland Kaiser. Wie muss man sich die Vorbereitungsphase der Kaisermania vorstellen?

ACHIM RADLOFF:

Ja, das stimmt. Das ist eine meiner größeren Produktionen und es ist so, dass wir uns nach Bekanntwerden des Programms durch Roland 14 Tage quasi im Studio einschließen, erst mit der Basic Band, dann kommen die Bläser dazu, dann der Chor. Innerhalb von 14 Tagen wird so ein Programm erarbeitet. Roland selbst ist dann ungefähr die letzten 3-4 Tage dabei. Dann geht man für das Licht und den letzten Feinschliff in eine große Probenhalle um eine reale Umgebung zu haben. Bei 16 Konzerten dieser Größenordung wird nichts dem Zufall überlassen.

SCHLAGER.DE:

Du hast ja als musikalischer Leiter eine enorme Verantwortung. Hast Du die Leute “im Griff“? Hören sie und natürlich auch Roland auf Dein Urteil?

ACHIM RADLOFF:

Ich hatte ja das Riesenglück, dass ich durch meinen Vorgänger Achim Götz, der hervorragende Arbeit geleistet hat, auf eine exzellente Band getroffen bin, und ich von den Basic-Sachen kaum etwas zu ändern hatte. Wir haben einfach die Systeme ein wenig geändert, die Sounds aufgefrischt. Ich habe so ein wenig meinen Style eingebracht, was ja auch wohl Absicht war.

SCHLAGER.DE:

Kommen die Ideen alle von Dir oder auch von Roland Kaiser?

ACHIM RADLOFF:

Na ja, Roland ist eben jemand, der nicht so gerne auf einem Level stehen bleiben möchte, der drängt schon auf Veränderung. Man muss dabei natürlich den Spagat finden zwischen Tradition und Erwartungshaltung. Der Titel muss schon immer noch erkennbar sein, trotzdem kann man ja zum Beispiel durch neue Intros einiges verändern, und klar, die Ideen kommen dann von mir.

SCHLAGER.DE:

Wie geht es jetzt weiter mit den Vorbereitungen für die Kaisermania 2017?

ACHIM RADLOFF:

Natürlich – nach der Show ist vor der Show. Aber damit befasse ich mich momentan noch nicht, da kommt dann von Roland der klare Gedanke. Er erstellt auch zum Beispiel die gesamte Programmgestaltung alleine, die Titel kommen also von ihm, die Reihung, wo er moderiert. Ich kann natürlich noch vorab Ratschläge aus musikalischer Sicht geben, aber ansonsten habe ich jetzt erst einmal Ruhe. Und zudem ist es ja auch egal. Roland hat ja einfach nur Hits.

© Schlager.de

Achim Radloff mit Schlager.de-Redakteurin Kiki Kröning © Schlager.de

SCHLAGER.DE:

Du bist aber nicht nur für Roland zuständig, sondern betreust noch andere Künstler wie Claudia Jung, Bernhard Brink und viele andere mehr. Erzähl uns doch mal ein wenig darüber.

ACHIM RADLOFF:

Genau! Live betreue ich neben Roland noch Claudia Jung und Bernhard Brink. Den Hauptteil der 356 Tage des Jahres verbringe ich aber in meinem Studio.

Dort bin ich seit vielen Jahren als Arrangeuer und Musiker für viele CD-Produktionen im Schlagerbereich tätig. Zu den Künstlern zählen da u.a. Alexander Klaws, Michelle, Monika Martin, Kristina Bach, Kastelruther Spatzen.

Durch die langjährige Zusammenarbeit mit meinem Freund Matthias „Matze“ Roska bin ich auch von Anfang an bei den Produktionen von Andreas Gabalier, Nik P., Mitch Keller und Brunner & Stelzer als Arrangeur und Studiokeyboarder dabei. Bei Beatrice Egli seit 2 Jahren auch als Co-Produzent.

SCHLAGER.DE:

Ist es von Vorteil, wenn man zu den Künstlern ein freundschaftliches Verhältnis hat, oder sagst Du, es ist besser auf Distanz miteinander zu arbeiten?

ACHIM RADLOFF:

Es geht beides aus meiner Sicht, aber es ist natürlich schöner, wenn man sich persönlich kennt. Man arbeitet zusammen auf der Bühne, ganz anders auch im Studio. Man kann sich auch mal die Meinung sagen.(lacht).

SCHLAGER.DE:

Wie sehen Deine nächsten Projekte aus?

ACHIM RADLOFF:

Die erste Jahreshälfte war sehr turbulent. Beatrice Egli Album „Kick im Augenblick“, Claudia Jung Album „Frauenherzen“, Roland Kaiser Tourvorbereitungen plus Proben und jetzt noch die Open Air`s, die noch bis Anfang September gehen. Da blieb wenig Zeit für die Familie. Da wird jetzt einiges nachgeholt. Dann geht die Studioarbeit wieder los.

Bei Beatrice Egli wird es eine Re-Edition mit einigen neuen Songs geben. Des Weiteren werden schon Basics für das 2017er Album gemacht. Außerdem werde ich mich auf mein Boot zurückziehen und komponieren. Dort habe ich die besten Ideen und Einfälle. Ich bin parallel zur deutschsprachigen Schlagerbranche auch als Autor bei einer südkoreanischen Plattenfirma unter Vertag. Dort konnte ich schon einige Songs unterbringen. Klingt interessant, wenn man seine Songs dann in koreanisch, chinesisch und japanisch hört.

Wir danken Dir für dieses tolle Gespräch und wünschen Dir für die Zukunft alles Gute.