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Schiff ahoi – Die große Schlager-Hitparade auf Erfolgskurs!

Schiff ahoi – Die große Schlager-Hitparade auf Erfolgskurs! © Susanne Kromm

Es ist Sonntag, 15:00 Uhr im beschaulichen Neuenhagen bei Berlin, als sich die Türen des Bürgerhauses öffnen. In kleinen Gruppen strömen die Besucher in das moderne Kulturzentrum. Noch ist’s eine Stunde hin, bis die große Schlager-Hitparade, die seit September durch Deutschland tourt, ihr Stelldichein vor den Toren Berlins gibt.

Im Foyer des Hauses sind bereits die Autogrammstände der Künstler aufgebaut. Ein freundlicher Herr verkauft die ersten CDs. Tabletts mit Kaffee und Kuchen werden durch den Raum gereicht. Hier und dort prosten sich die Menschen mit einem Getränk zu und stimmen sich in lockerer Atmosphäre auf den musikalischen Nachmittag ein.

Pünktlich um 16:00 Uhr ertönt dann das Intro der großen Schlager-Hitparade, und die Bühne erleuchtet in bunten Farben.

Sascha Heyna begrüßt das Publikum in lockerer und charmanter Manier. „Ich komme auf die Bühne und Sie denken: Ach du Schreck, der vom Shoppingfernsehen. Nein, ich bin nicht hier, um Ihre letzte unbezahlte Rechnung einzutreiben.“ Lautes und herzliches Lachen geht durch den Saal. Sofort hat Sascha Heyna das Publikum auf seiner Seite.

In einem kleinen Ratespiel werden die Künstler der heutigen Show vorgestellt. Auf der Videowand erscheinen verpixelte Fotos, die das Publikum ihrem Idol zuordnen soll. Die eingefleischten Musikfans erkennen recht schnell ihre Lieblinge Andreas Martin, G.G. Anderson und auch die Calimeros.

Das Publikum ist in bester Stimmung, es kann also losgehen. Sascha Heyna kündigt den ersten Künstler an.

Mit über 35 Jahren Bühnenerfahrung zählt er zu den dienstältesten Kollegen der Branche. Als Komponist schrieb er Stücke für Wolfgang Petry, Brunner und Brunner, Roger Whittaker, Engelbert, Kastelruther Spatzen, Olaf Berger, Ireen Sheer, Gaby Albrecht u.v.a. 1989 produzierte er den „Enzian-Rap“, der für Heino ein Riesenerfolg wurde. Als Interpret konnte er 1980 mit seinem ersten deutschsprachigen Titel „Wenn Du weinst“ Aufsehen erregen. Sein „Amore Mio“ sorgte dann 1982 endgültig für den Durchbruch. Fortan war dieser Künstler erfolgreich im deutschen Schlagergeschäft unterwegs. Die Rede ist von Andreas Martin, der mit großem Beifall vom Publikum begrüßt wird. Mit „Ich fang dir den Mond“ legt er auch gleich rhythmisch los. Es folgen bekannte Hits wie „Amore Mio“, „Das erste Mal im Leben“ und „Niemals zu alt für wahre Liebe“. Das Publikum ist textsicher und singt lauthals mit.

Andreas Martin, Die Calimeros, G.G. Anderson, Andrea Jürgens

Im Talk mit Sascha Heyna erzählt Andreas Martin Anekdoten aus seinem Leben und nimmt sich hierbei oft selbst ein wenig auf die Schippe. Er ist mit dem Publikum auf “du und du” – eben einer von ihnen, der 1952 in Berlin-Karlshorst geboren wurde und seine Kindheit in Berlin verbrachte. Nach lauten Zugaberufen präsentiert Andreas Martin noch den Titel „Warum, weshalb, wieso“ aus seinem aktuellen Album „Tänzer, Träumer, Spinner“, bevor er dankbar die Bühne verlässt.

Als nächstes kommt der Präsentator der Veranstaltung selbst auf die Gesangsbühne. Sascha Heyna singt einige Titel aus seinem aktuellen Album „Hunderttausend Engel“. Ob die Menschen nun zum Song „Es geht mein Herzschlag zu dir auf Reisen“ fröhlich schunkeln oder aber beim Titel „Nun ist er dein Engel“ nachdenklich werden. Sie scheinen den konservativen Schlager zu mögen. Damit können sie sich identifizieren.

Sascha Heyna hat ohnehin einen besonderen Bezug zu dieser Art Schlager. Er schätzt die Musik der Amigos und auch von Hansi Hinterseer sehr, wie er dem Publikum zwischendurch erklärt. Dass sein Publikum eher zur älteren Generation gehört, stört ihn nicht. Ganz im Gegenteil. Er hat einen sehr guten Draht insbesondere zu alten Menschen. In Köln betreibt er einen ambulanten Pflegedienst. Für die Pflegetätigkeit hat er gut ausgebildetes Fachpersonal, jedoch nimmt er sich oftmals selbst die Zeit für das eine oder andere Gespräch mit den Menschen vor Ort. Das ist ihm sehr wichtig. Sascha Heyna macht im Übrigen keinen Hehl daraus, dass er nicht der große Sänger ist. Vielmehr möchte er die Menschen unterhalten, ihnen für einen Moment die Alltagssorgen nehmen und Freude schenken. Keine Frage, dieses Ziel erreicht er mühelos, als er zum Schluss noch den Partyknüller „Schöne Maid“ zum Besten gibt.

Nach einer etwa halbstündigen Pause kommen die heimlichen Stars des heutigen Tages auf die Bühne.

Sascha Heyna begrüßt die aus der Schweiz angereisten Calimeros, die er freundschaftlich die „Beatles der Berge“ nennt. Sie sind zweifelsohne wahre Publikumsmagnete. Bekannt aus dem deutschen Musikfernsehen, wo ihre Titel rauf und runter gespielt werden, ziehen sie auch die Menschen in Neuenhagen in ihren Bann. Mit „Sommersehnsucht“ versetzen sie die Fans ins Urlaubsfeeling und überzeugen im eingängigen Calimeros-Sound das Publikum mit Titeln wie „Du bist fantastisch“, „Auf Mallorca“ und „Du bist einfach spitze“. Auch darf ihr derzeitiger Hit „Schiff ahoi“ nicht fehlen. Hier hält es niemanden auf den Sitzen. Es wird getanzt und geklatscht.

40 Jahre gibt es die Calimeros bereits, berichtet Frontmann Roland Eberhart, der die Band 1976 gründete. „Am 13.05.2017 feiern wir dieses Jubiläum ganz groß in der Schweiz“, sagt er nicht ohne Stolz. Doch zuvor steht noch das Weihnachtsfest vor der Tür, welches gar nicht mehr so lange auf sich warten lässt. Passend dazu singen die Calimeros „Wenn es kalt wird“, einen Titel, der aus der Feder von Roland Eberhart stammt und inzwischen von vielen Künstlern interpretiert wird. Die Calimeros dürfen natürlich nicht ohne Zugabe von der Bühne gehen, erkennt auch Sascha Heyna, der gemeinsam mit ihnen den Tanzflächenfüller „Mama Mia Maria“ schmettert.

Die letzte halbe Stunde der großen Schlager-Hitparade gehört einem Künstler, den man auch als „Urgestein“ des deutschen Schlagers bezeichnen kann. Er schrieb große Hits für Roland Kaiser, Heino, Rex Gildo, Mireille Mathieu und viele mehr. 1973 begann er seine Solokarriere unter dem Namen „Alexander Marco“. Wenige Jahre später nannte er sich „Tony Bell“, bevor er sich dann 1980 den bis heute beibehaltenen Künstlernamen „G.G. Anderson“ zulegte.

Die Marke „G.G. Anderson“ steht seitdem für erfolgreiche und beständige Kompositionen. Dem Publikum in Neuenhagen präsentiert er eine Mischung aus alten und neuen Hits. Ob „Sommernacht in Rom“, „Nein heißt ja“, „Küss mich in den Himmel“ oder „In dieser Sommernacht“ – viele seiner Titel laden zum unbeschwerten Tanzen ein. Im Frühjahr 2018 geht G.G. Anderson das allererste Mal mit Live-Band auf Solo-Tournee. Die Vorbereitungen laufen bereits, berichtet G.G. Anderson voller Vorfreude und stimmt den letzten Titel des heutigen Programms an. „Cheerio na na na, na na na…“ tönt es zum Show-Finale aus den Boxen, und auch Sascha Heyna und die Calimeros stimmen kräftig mit ein.

Obwohl in der heutigen Show die allseits beliebte Andrea Jürgens nicht dabei sein konnte, so war es dennoch eine gelungene Veranstaltung, die Thomann Management und das Deutsche Musikfernsehen auf die Beine gestellt haben. Davon haben sich auch TELAMO-Chef Ken Otremba und der Geschäftsführer vom Deutschen Musikfernsehen, Marko Wünsch, die beide heute in Neuenhagen zugegen waren, überzeugen können.

Über den großen Erfolg dieses Tournee-Formats können auch Sie sich, liebe Leser, überzeugen.

Die Tour geht noch bis zum 19. November 2016 und wird dann im Januar 2017 fortgesetzt.