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“Weißer Stern von Alcunar” – Werbehit und Zankapfel zugleich

“Weißer Stern von Alcunar” – Werbehit und Zankapfel zugleich © facebook.com/Alcunar

Ricardo ist eine Erfindung des Otto-Konzerns. Seine Kennzeichen sind Selbstbräuner, Vokohilafrisur, Schnurrbart und goldenes Mikro und machen aus Gerhard Jilka einen Schlagersänger, der gutgelaunt seinen Song “Weißer Stern von Alcunar” trällert und sein Publikum zum Schunkeln bringt. Er ist seit August 2016 Werbeträger von Otto.

Schlagermusik ist längst salonfähig und begeistert nicht mehr nur altbackende Ewiggestrige, sondern erfreut sich immer größerer Beliebtheit in allen Alters- und Gesellschaftsschichten. Unternehmen machen sich die Werbewirksamkeit dieses Phänomens zu nutze. Ein erfolgreiches Beispiel dafür ist die Cooperation von Helene Fischer und Tchibo.

Alles würde auch Otto und dem neu-geborenen Schlagerstar Ricardo zum Vorteil gereichen, gäbe es da nicht den Streit um drei Coverversionen des besagten Otto-Hits “Weißer Stern”. Die Schlagersänger Nic und sein Onkel namens “Der Vollhorst” haben Coverversionen des Liedes aufgenommen, die sich zum Leidwesen Gerhard Jilkas lediglich im Takt und den Effekten vom Original unterscheiden und zu allem Unglück auch noch jünger wirken sollen.

Nic feat. Der Vollhorst

Nic feat. Der Vollhorst

In Zeiten von Copy-and-Paste sind Urheberrechtsverletzungen an der Tagesordnung. Die elektronischen Medien ermöglichen einen leichten Zugang zu Musikstücken aller Art. Ein Kinderspiel scheint es, einen Song, der bereits veröffentlicht wurde, zu kopieren. Schwer hat es meist der Urheber, seine Rechte an dem eigenen Werk zu schützen und eine unberechtigte Bearbeitung zu verhindern. So nehmen Coverstreitigkeiten immer größere Dimensionen an.

Nic und sein Onkel hingegen sind sich keines Verstoßes bewusst, zweifeln sogar an der Urheberschaft von Jilka „Er hat den Song doch gar nicht selbst gesungen, sondern sein Komponist.“ (Kölner Express) und erklären gegenüber Schlager.de, die Erlaubnis für das Kopieren erhalten zu haben.