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Matthias Reim: “Ich bin total stolz auf meinen Sohn”

Matthias Reim: “Ich bin total stolz auf meinen Sohn” © Peggy Schellenberger

Seine Hits sind fester Bestandteil auf jeder Schlagerparty und er gehört zu den beliebtesten Schlagerstars des Landes: Matthias Reim! Schlager.de hat den Star persönlich getroffen und wir hatten die Gelegenheit mit ihm ein Interview zu führen, das wir Euch hier vorstellen möchten. Viel Spaß!

 

Schlager.de: Du bist derzeit auf Open-Air-Tour (Dresden war ein fulminanter Auftakt), die Freude ist groß bei Dir, oder Du sprühst nur so vor Energie!

Matthias Reim: Ja, das stimmt! Dresden war der Test, und ich bin einfach sehr zufrieden, dass das so funktioniert hat, wie wir es uns so intensiv erarbeitet haben. Man ist immer sehr aufgeregt bei so einer Premiere, da man nie weiß, was die Leute zu den neuen Arrangements sagen, da auch leisere Töne mit dabei sind, aber das haben wir gut hinbekommen, und jetzt bin ich ganz entspannt. Jetzt werden einfach die Ärmel hochgekrempelt und ich freue mich wahnsinnig drauf.

Matthias Reim - Bester männlicher Schlagerstar

Matthias Reim

Schlager.de: Du bist jemand, der sich stets weiterentwickelt, ein Thema, welches Du vor Kurzem auch öffentlich kritisiert hast, da Deiner Meinung nach ein Stillstand diesbezüglich bei einigen in der Branche stattfindet. Wie meinst Du das, und warum ist es Dir so wichtig?

Matthias Reim: Na ja, ich bin einfach der Meinung, dass es ja in erster Linie einfach sehr schön ist, wenn so viel deutsche Musik gespielt wird. Aber manchmal denke ich eben auch, wenn ich mir so verschiedene Pop -Sender anhöre, es ist alles dasselbe. Du kannst das vielfach einfach nicht unterscheiden: Die klingen alle wie kleine Jungs, weißt Du, das ist überhaupt nicht böse gemeint, denn es sind alles großartige Kollegen, aber da habe ich dann in der Tat gesagt: „Mensch, habt ihr alle keine Eier?“. Mir fehlt das einfach – die Power, das Selbstbewusstsein – es ist einfach so ein Geschichten erzählen auf der extrem netten Seite. Ach, bin ich süß und Du bist für mich ein Feuerwerk…Das ist so seicht und ein bisschen einfallslos. Alle schauen, was macht der andere gerade. Seitdem die Toten Hosen „An Tagen wie diesen“ gesungen haben, versuchen alle irgendwie dieses Feeling zu erzeugen und dann denke ich eben oft: “Mann, das hatten wir doch schon alles!“.

 

Schlager.de: Was erwartet Deine Fans Neues auf der Bühne, verrätst Du uns einige Details?

Matthias Reim: Also auf die Bühne haben wir uns gar nicht so konzentriert, das ist einfach ‘ne klassische Rockbandbühne mit tollen Licht zum Beispiel, aber wir haben die Dynamik in die Songs hineingelegt, in die Reihenfolge von laut und leise. Es wird Songs geben, die ich noch nie live gespielt habe, wo ich auch weiß, die Leute lieben die heiß und innig. Zudem ist es immer sehr schwer, zu entscheiden, welche Songs man rausnehmen soll. Ich kann nun mal 60 Prozent der Songs nicht ersetzen oder erneuern und deshalb haben wir uns gedacht, wir geben einigen Songs ein neues Kleid – wir wollen die Menschen überraschen. Nicht, dass die Fans sagen: ‘Ja, beim Reim war ich ja im letzten Jahr. Da gab es nichts Neues, da gehe ich erst nächstes Jahr wieder hin. Es ist nicht einfach, ein zweistündiges Programm mit neuen Ideen zusammen zu stellen, was aber wichtig ist, sonst wird es den Leuten da draußen langweilig; aber ich bin mir sicher, wir werden die Fans packen und begeistern.

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Matthias Reim

Matthias Reim – Verdammt ich lieb dich 1990
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Schlager.de: Findest Du die Zeit für ein neues Album?

Matthias Reim: Ja, ich habe in den paar Stunden angefangen, in denen ich Zeit hatte, daran zu arbeiten. Ich habe ein tolles Team zusammen – und auch da will ich mich einfach erneuern und weiterentwickeln, ohne den Matthias Reim zu verlassen, was nicht einfach ist. Deshalb habe ich der Plattenfirma gesagt: „Ihr Lieben, das Album kommt dann, wenn es fertig ist!“ Das kann durchaus auch erst Januar werden – keine Ahnung, aber wenn das nächste Reim-Album kommt, dann möchte ich einfach auf jeden Song stolz sein. Auch da möchte ich die Fans überraschen. Quasi bin ich auf dem Weg „back to the roots“, was ich natürlich nicht alleine bewältigen kann. Ich habe mein Autorenteam von 6-7 Leuten der besten Deutschlands für mich gewinnen können, die mit am alten/neuen Reim mitarbeiten werden.

 

Schlager.de: Du hattest in der Vergangenheit Probleme mit Deiner Gesundheit. Ist alles wieder in Ordnung? Was hast Du daraus gelernt? Hast Du etwas in Deinem Leben geändert?

Matthias Reim: Ja, ich denke schon, dass ich etwas verändert habe, zum Beispiel zwischen den Open-Air-Tourneen einfach ein bisschen Zeit zu lassen. Ich kann in den freien Tagen zurück in mein Sportprogramm gehen; ich kann den Sommer genießen; zudem kommen die Sommerferien, ich habe Kinder, die auch ihren Papa haben möchten. Ob ich dann wirklich was verändert habe, weiß ich gar nicht. Fakt ist, ich mache mehr Sport, was auch für die Konzerte total wichtig ist, weißt Du, ich komme von der Bühne und bin erschöpft, aber nicht kaputt. Die riesigen After-Show-Partys gibt es einfach nicht mehr, die habe ich abgeschafft, muss ich nicht mehr haben, denn ich möchte noch mindestens 20 Jahre auf der Bühne stehen.

 

Schlager.de: Wie wichtig ist Dir dabei die Unterstützung Deiner Familie, Christin Stark spielt da auch eine „starke“ Rolle, oder?

Matthias Reim: Ja, auf jeden Fall! Du musst ein Zuhause haben, auf das Du Dich freust, wo Du runter kommen kannst, wo Du Menschen hast, auf die Du Dich einfach freuen kannst, das ist ganz wichtig.

Matthias Reim: “Ich bin sehr stolz auf meinen Sohn!”

Schlager.de: Deine Kinder sind mittlerweile in einem Alter, um sich beruflich zu entwickeln. Dein Sohn Julian hat auch Interesse am Künstlerleben, ist das richtig? Unterstützt Du ihn dabei oder rätst Du ihm eher davon ab?

Matthias Reim: Ja! Julian kam vorgestern nach Hause und sagte: „Papi ich hab’ Abi! Und ich bin sogar besser als Du!“. „Okay, habe ich gesagt. Das war jetzt auch wirklich nicht schwer.“ (lacht.) Ich war total stolz auf ihn, habe mich echt riesig gefreut, denn wir hatten zuvor schon viele Diskussionen, da er ja sowieso Musiker werden möchte, so das Übliche, weißt Du. Ich habe ihm gesagt, dass ich ihn dabei auf jeden Fall unterstützen werde, aber wie einst mein Vater zu mir sagte, so habe ich ihm das auch weitergegeben, nämlich einen Plan B zu haben.

 

Schlager.de: Gibt es Dinge, die Du bereust oder besser gefragt, anders machen würdest?

Matthias Reim: Ach, ich meine, ich wäre ja ein ziemlich unintelligenter Blödmann, wenn ich heute alles so machen würde wie früher. Klar, habe ich aus dem Leben gelernt und würde heute einige Dinge anders machen, aber den Weg, den ich eingeschlagen habe, den würde ich immer so weiter gehen. Ich bin Musiker, das ist meine große Liebe, es ist eine Herausforderung und der schönste Beruf der Welt. Und neben allen Höhen und Tiefen durfte ich stets diesen Traum leben, und das möchte ich auch noch eine Weile verfolgen. Ich bin einer der wenigen in der Branche, die so lange Zeit erfolgreich sind. Nach „Verdammt ich lieb Dich“ sind das immerhin 27 Jahre – und das ist alles nicht selbstverständlich.

Schlager.de: Wir freuen uns sehr auf das Konzert am 1.9.2017  im Amphitheater in Gelsenkirchen und wünschen Matthias Reim bis dahin eine erfolgreiche Tour, ob indoor oder outdoor!