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Anita & Alexandra Hofmann: “Wir haben uns viele Freiheiten erkämpft”

Anita & Alexandra Hofmann: “Wir haben uns viele Freiheiten erkämpft” © Schlager.de

Die Schlager-Stars sind gerade auf großer Promo-Tour für ihr neues Album (Schlager.de berichtete). Wir haben die beiden Schwestern zum Interview getroffen und haben mit ihnen über durchtanzte Nächte, zu viel Nähe und warum bei den Beiden gerade Unterschiede für Harmonie sorgen gesprochen.

 

In Sachen Musik schlagen die Herzen von Anita (40, l.) und Alexandra Hofmann (43) im gleichen Takt. Bester Beweis: ihr neues Hit-Album „Hautkontakt“. Privat ticken die Schwestern aber völlig unterschiedlich.

Ihre neuen Lieder gehen ordentlich ab. Wer hält länger durch, wenn Sie in den Morgen tanzen?

Anita: Mein Hobby war schon immer Tanzen. Ich war viele Nächte mit Freunden weg. Gerade früher waren die Nächte dann sehr lang. Diese Zeiten möchte ich nicht missen. Das hat meine Schwester nicht mitgemacht.

Alexandra: Nein. Ich bin Frühaufsteherin, kann ab 6 Uhr nicht mehr schlafen. Da kann ich nicht erst um 4 Uhr ins Bett gehen.

Hatten Sie eine wilde Jugend?

Alexandra: Ich war leider viel zu brav (lacht). Wir hatten schon während der Schulzeit 200 Auftritte im Jahr. Das hält man nur mit Disziplin durch. Eine normale Jugend wie andere hatten wir nicht. Ich habe immer gesagt, ich hole das nach. Jetzt habe ich  das Gefühl, damit anzufangen.

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Anita & Alexandra Hofmann

Anita & Alexandra Hofmann – Keine Liebeslieder! (offizielles Video)
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Büxen Sie aus dem Alltag aus?

Alexandra: Ich bin allgemein ein verrücktes Huhn. In den letzten Jahren haben wir uns viele    Freiheiten erkämpft, um auch mal spontan sein zu können. Da kommt es schon mal vor, dass ich zu meinem Mann sage: „Heute ist Sternschnuppennacht. Komm, lass uns mit der Leiter aufs Dach!“ Oder wir hüpfen nachts einfach in den See.

Anita, waren Sie ein braves Kind?

Anita: Als Teenager schon. Zwischen 20 und 30 war ich wie gesagt viel feiern. Aber ich habe nie Bockmist gebaut, ich konnte mich voll auf der Tanzfläche ausleben. Die Freunde aus dieser Zeit habe ich immer noch!

“Wir haben uns nicht immer so gut verstanden”

Haben Sie zwei sich schon immer so gut verstanden wie jetzt?

Anita: Nein!

Alexandra: Es ist ja auch jetzt nicht immer so. Das ist normal.

Anita (grinst): Das stimmt!

Alexandra: Letztes Jahr waren wir 320 Tage zusammen. Aber dann ist es irgendwann schon so: Wenn wir mal am Parkplatz anhalten, um auf Toilette zu gehen, springe ich 10 Meter vor (lacht).

Wie halten Sie so viel Nähe aus?

Alexandra: Man lernt damit umzugehen. Für uns war einfach das Schwierigste zu akzeptieren, dass wir komplett anders sind. Wir denken anders, haben andere Tagesabläufe und Essgewohnheiten. Das war wirklich ein langer Prozess, aber nun lebt es sich leichter.

Was ist der größte Unterschied?

Anita: Es ist einfacher zu sagen, was wir überhaupt gemein haben: Musik und die Eltern – und dann hört es aber auch schon auf.

Alexandra: Und Schuhgröße 39!

Anita: Ich habe eine kleinere!

Es geht komplett auseinander?

Anita: Ja! Ich trage gerne flache, sie hohe Schuhe.

Alexandra: Ich esse gern scharf, sie lasch. Sie macht Sport, ich nicht. Ich …

Anita: Sie redet viel, ich muss zuhören (beide lachen).

Und das Verhältnis zu den Eltern? Ist das wenigstens gleich innig?

Anita: Ja, aber natürlich trotzdem auf anderen Ebenen.

Alexandra: Ich habe schon allein durch meine Kinder mehr Kontakt. Wir wohnen nebenan, also zack, sind sie drüben (lacht).

Das Album klingt nach Aufbruch. Es ist nie zu spät für Neuanfänge?

Anita: Nein. Heute traut man sich auch, Dinge zu verändern, wenn man sich nicht mehr wohlfühlt.

Alexandra: Ich habe mich schon immer tierisch auf meinen 40. Geburtstag gefreut. Bei meinem letzten Klassentreffen herrschte bei manchen fast eine depressive Stimmung vor, im Sinne von: War das schon alles? Stehen mir noch Wege offen? Aber für Veränderungen braucht man eben Mut!

Anita: Irgendwann hat man vor dem neuen Weg keine Angst mehr.

War das auch bei Ihrer Trennung vom langjährigen Partner so?

Anita: Ja, ich ging aus der Gewohnheit, aus der Sicherheit heraus ins Ungewisse, weil ich für mich etwas verändern wollte. Darüber bin ich froh. Zumal heute jeder Dritte Single ist. Mit diesem Schicksal nicht alleine zu sein, gibt Mut. Das ist nichts Schlimmes. Sondern ein neuer Anfang, eine neue Chance.

Was hilft gegen Liebeskummer?

Anita: Wertschätzung von Freunden. Mir hat es geholfen, mich nicht einzuigeln, sondern raus ins Leben zu gehen, mich mit anderen zu unterhalten. Dadurch habe ich erkannt: Alles macht Sinn. Ich habe die Angst vor der Zukunft, vorm Alleinsein verloren. Alexandra: In den Arm genommen zu werden.

Anita: Ja, du musst mit jemandem reden, aber auch schweigen können.