Annemarie Eilfeld: “Alben sind heutzutage nicht mehr zeitgemäß”

Annemarie Eilfeld: “Alben sind heutzutage nicht mehr zeitgemäß” © Schlager.de/Andreas Breitkopf

Vor einigen Wochen feierte das ALEX-Center Regensburg sein 10-jähriges Jubiläum. Mit ihren Hits „Dein Herz ist eine Geisterstadt“, „Keine Panik“ und „Ein Festival der Liebe“ stand die junge Sängerin Annemarie Eilfeld auf der Bühne des Einkaufszentrums. Im anschließenden Interview mit Schlager.de sprach sie über ihren Weg in die Musik und den Verlauf ihrer Karriere.

 

Annemarie Eilfeld ist seit über 12 Jahren erfolgreich im Musikgeschäft tätig. Der erste große Erfolg war 2004 ihr Einstieg in die Endrunde von „Star Search 2“. Außerdem drehte sie für GZSZ, bekam eine Gastrolle in „Alarm für Cobra 11“. Im Gespräch mit Schlager.de berichtete sie u.a. über diese Erfahrungen vor der Kamera.

Schlager.de: Liebe Annemarie, seit über 12 Jahren bist Du nun erfolgreich im Musikgeschäft tätig. Dein Einstieg war 2004 in der TV-Show „Star Search“. Wie hast Du diese Zeit erlebt?

Annemarie Eilfeld:  Ich muss sagen, dass ich diese Zeit als sehr familiär erlebt habe. Ich fand die Sendung und das Sendekonzept wahnsinnig toll. Mit uns Kids wurde eben auch wahnsinnig lieb umgegangen. Es war immer auch großgeschrieben, dass wir nicht zu viel machen. Wir hatten auch immer jemanden von der Familie dabei, was die ganze Zeit wahnsinnig angenehm machte. Ich habe das als sehr schöne Erlebnisse in Erinnerung, weil ich dadurch auch viele Stars getroffen habe, wie u.a. Jeanette Biedermann, Blue, Rosenstolz und viele verschiedene Künstler. Das war echt toll.

Schlager.de: Du hast in Deiner Karriere bereits an zwei Casting-Shows teilgenommen. Findest Du das Format „Castingshow“ noch zeitgemäß?

Annemarie Eilfeld:  Ich glaube, dadurch, was eben im Laufe der Zeit mit den Castingshows passiert ist, sind Castingshows jetzt nicht mehr der schönste und der beste Weg, um sich in der Musikbranche zu etablieren. Es ist alles sehr auf Show und auf verschiedene Geschichten drum herum getrimmt, und es geht wirklich gar nicht mehr um das richtige Talent und den eigentlichen Werdegang des Künstlers, sondern – leider – um irgendwelche Storys. Wenn ich jetzt lese, dass irgendwelche Kandidaten, die bei DSDS in der Top-1-Million waren, in der Presse sind, weil sie sich im Genitalbereich rumschnippeln lassen, frage ich mich wirklich, was das noch mit Musik zu tun haben soll.

Annemarie Eilfeld - Bester weiblicher Schlagerstar

Annemarie Eilfeld

Schlager.de: Dein aktuelles Album – Du hast es eben auf der Bühne erwähnt – heißt „Hoch hinaus“ und ist in diesem Jahr in die Läden gekommen. Es ist ein Best-Of Deiner bisherigen Songs. Sind neue Songs bereits angedacht?

Annemarie Eilfeld:  Auf ein neues Album erst einmal nicht, weil ich persönlich finde, und das sage ich auch ganz ehrlich, auch wenn es manche wahrscheinlich enttäuscht: Ich finde Alben heutzutage nicht mehr zeitgemäß. Es ist schöner für den Künstler und die Fans, wenn es einfach neue Songs gibt oder manchmal ein neuer Hit rauskommt, etwas ganz Neues eben. So habe ich das auch zuletzt gemacht mit „Ein Festival der Liebe“ im April, „Hoch hinaus“ Ende Juni und jetzt Ende November kommt dann die neue Single „Ein Tag Sommer“.

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Annemarie Eilfeld

Annemarie Eilfeld – Hoch hinaus (Offizielles Video)
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Schlager.de: 2009 bei DSDS hast Du Dieter Bohlen erlebt. In Deiner Karriere durftest Du nun auch mit Kristina Bach zusammenarbeiten. Wie würdest Du diese beiden Komponisten vergleichen?

Annemarie Eilfeld:  Ich kann beide Persönlichkeiten nicht wirklich vergleichen, weil ich mit Dieter Bohlen nicht zusammengearbeitet habe und Kristina ihre Titel auch meistens ohne mich komponiert hat. Kristina macht dies meistens zu Hause, von daher kann ich dies auch wirklich nicht vergleichen.

Schlager.de: Mit welchem Künstler/in würdest Du gerne ein Duett singen?

Annemarie Eilfeld:  Da gibt es in der Tat einige (lächelt). Ich bin ja seit Kindertagen auch ein großer Fan von Shania Twain und Celine Dion. Ich bin immer schon von den Shows beeindruckt gewesen und ich liebe es, wenn die beiden Duette singen mit verschiedenen anderen Künstlern, weil man diese Musikalität und diese Kreative bemerkt, welche sich da treffen und das gefällt mir unglaublich gut. So ein richtiger Traum wäre aber auch einmal ein Duett mit Andrea Bocelli.

Schlager.de: Du hattest auch schon Gastrollen u.a. in der RTL-Soap GZSZ oder bei Alarm für Cobra 11. Was war das für ein Gefühl, als Schauspielerin vor der Kamera zu agieren?

Annemarie Eilfeld: Es war im ersten Moment total fremd. Ich musste mich da zunächst einmal reinfuchsen, weil ich das nicht gewohnt war. Ich kenne nur, dass man auf die Bühne geht und singt und bei GZSZ lief das etwas anders ab. Es waren überall Kameras aufgestellt und man musste seinen Text aufsagen, den man vorher gelernt hatte. Bei Alarm für Cobra 11 war dies wesentlich entspannter, da dort rechts und links viel explodiert ist (lacht).

Schlager.de: Oftmals ist zu lesen: Annemarie Eilfeld ist die “Lady Gaga des deutschen Schlagers“. Was war Deine Motivation, Dich dem Schlager zu widmen? Die Anfänge Deiner Musik liefen ja zunächst in eine andere Richtung als dem Schlager.

Annemarie Eilfeld: Ja, und es ging auch relativ lange und relativ gut in die andere Richtung. Wir hatten unter dem Projektnamen „Annemie“ auch 2010 einen tollen Einstieg in die Charts mit „Animal Instinct“ und es entwickelte sich daher eher zufällig, dass ich dann angefangen habe, Schlager zu machen. Ich habe im Studio in Berlin die Demos für das Album „Der Beste Moment“ von Michelle eingesungen und es stellte sich heraus, dass mir das gut liegt. Ich habe vorher ja Michelle weder gekannt noch je etwas von ihr gesungen. Daher war es für mich eine neue Erfahrung, die auch auf Anhieb gut funktioniert hat. Ich hatte für mich das Gefühl, dass mir das liegt, und auch die Produzenten haben mir dies bestätigt. So bin ich dazu gekommen, Schlager zu machen.

Schlager.de: Kannst Du Dir auch vorstellen, Alben/Songs in Englisch aufzunehmen?

Annemarie Eilfeld: (lächelt) Vorstellen kann ich mir immer ganz viel! Ich kann mir auch vorstellen, Französisch oder Italienisch zu singen. Dies mache ich auch in meinen eigenen Shows, „Magic Diva“, heißt dort meint Konzept und ich finde es immer toll, in verschiedenen Genres zu singen, weil ich der Meinung bin, dass man sich nicht eingrenzen lassen sollte. Ein Bäcker backt auch nicht immer Brötchen, sondern zwischendurch auch andere Sachen, daher singe ich auch gerne in anderen Musikrichtungen. Allerdings muss man aufpassen, dass man nicht ständig wechselt und dass gerade die Veröffentlichungen recht einheitlich bleiben. Wenn man dies nicht beachtet, kommt häufig dieses böse Wort, das man als Künstler nicht hören will, nämlich „das ist nicht authentisch“, und deswegen muss man sich eben treu bleiben und nicht viele verschiedene Sachen machen. Privat darf man dies natürlich gerne tun, aber bei dem, was veröffentlicht wird, was die Fans letztendlich kaufen, sollte man nicht ständig wechseln. Man eignet sich auch eine Fan-Base an, die auf die bestimmte Musik abfährt, die du veröffentlicht hast, und wenn Du Künstler ständig wechselst, wechseln auch die Fans und es entsteht eine gewisse Unruhe.

Schlager.de: Du bist u.a. aktives Mitglied der DKMS und der Selbsthilfegruppe Mukoviszidose. Wie wichtig ist Dir dieses soziale Engagement?

Annemarie Eilfeld: Sehr wichtig! Vor allem ist mir wichtig, dass man da auch authentisch ist. Man sollte nicht zu viele Sachen machen, um zu denken, dafür gibt es nun positive Presse. Diese Einstellung sollte nicht auf Nummer-Eins der Rangliste stehen. Wichtig ist, dass man Dinge tut, bei denen man auch mit dem Herzen dabei ist. Ich bin eingetragenes Mitglied bei der DKMS, d.h. sollte es irgendwann einmal passen und sollte irgendwann einmal Not am Mann sein, wäre ich auch bereit, Knochenmark zu spenden.

Demgegenüber ist Mukoviszidose Selbsthilfe e.V. ein schwierigeres Thema, weil diese Krankheit leider immer noch nicht heilbar ist und leider für den Betroffenen tödlich verläuft. Daher ist es ganz wichtig, dass man Geld sammelt, um so die Forschung voranzutreiben, weil die Forschung an sich meistens von den Geldern, die reinkommen, eher die Volkskrankheiten wie Parkinson etc., im Auge hat. Gerade deshalb ist es besonders wichtig, dass man selbst das Geld einsammelt und selbst zu der Forschung bringt, um dann zu merken, dass sich etwas bewegt und es irgendwann einmal nicht mehr so sein wird, dass man sagen muss: „Mukoviszidose ist eine Art Todesurteil“.

Schlager.de: Schlager.de und alle Fans wünschen Dir weiterhin für Deine Karriere alles Gute und bedanken sich für das angenehme Gespräch. Vielen Dank!