„Servus Peter“ – Eine beschwingte Hommage an Peter Alexander

„Servus Peter“ – Eine beschwingte Hommage an Peter Alexander © Schlager.de/ Andrea Ney

Der unvergessene österreichische Sänger und Schauspieler Peter Alexander hätte im vergangenen Jahr seinen 90. Geburtstag gefeiert. Über seinen Tod hinaus bleiben seine Melodien beliebt, vor allem aber auch unvergessen.

 

Am vergangenen Freitag hieß es nun: „Vorhang auf für das Musical ‚Servus Peter‘!“ in Ransbach Baumbach und damit auch Herzlich Willkommen im „Weißen Rössl am Wolfgangsee“.

In der heutigen Zeit, wo viele negative und erschreckende Schlagzeilen die Medien bestimmen, braucht es manchmal gerade dieses Stückerl „heile Welt“. Und dazu luden Peter Grimberg und sein Ensemble mit seiner im Jahr 1998 entwickelten musikalisch heiteren Bühnenkomödie „Servus Peter“ in die Westerwälder Töpferstadt ein. Der Österreicher Grimberg war immer schon von Peter Alexander, seiner Bühnenpräsenz und – wie könnte es anders sein – natürlich auch von dessen unvergleichlichem „Wiener Schmäh“ begeistert. Ihn faszinierten vor allem auch die Filme und legendären Shows des großen Entertainers. 1990 gewann Peter Grimberg als bester Interpret das „Goldene Mikrofon“ in der Rudi-Carell-Show und bewegt sich seither im Künstlergeschäft.

Vorhang auf für das Musical „Servus Peter“!

In der Stadthalle Ransbach Baumbach durften die Zuschauer nun zwei unbeschwerte Stunden lang eine musikalische Zeitreise durch die nostalgische Welt des Schlagers der 50er- und 60er-Jahre erleben. Wer kennt ihn nicht, den Zahlkellner Leopold aus dem „Weißen Rössl“. Im „Servus Peter“ Musical schlüpft nun Grimberg in die Rolle des tollpatschigen und bis über beide Ohren in die Rösselwirtin Mariandl verliebten Oberkellners. Im Grimberg-Musical heißt Leopold allerdings Peter. Bis zum Happy End braucht es aber noch ein wenig Zeit, denn seine Angebetete hat – zumindest zunächst – nur Augen für den Rössl-Stammgast Dr. Schiefer – dargestellt von Grimbergs Bruder Dieter. Der aber verschenkt seine Blicke eher an Marina, die Schwester von Sigismund, einem weiteren Hotelgast.

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Peter Alexander

Best of Peter Alexander – Servus Peter!
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Beschwingt, keck, ein bisserl melancholisch, ein bisserl glamourös sind die ausgewählten Lieder, Gedichte und Sketche von Peter Alexander, Catarina Valente und Heinz Erhardt. Und schon beim ersten Ton von „Poco-Poco-Pocola“ (Ich weiß, was dir fehlt) stimmte das Publikum begeistert mit ein. Denn nicht nur zuschauen und zuhören war angesagt an diesem Freitagabend, sondern natürlich auch mitmachen. Und dazu brauchte es nicht einmal eine extra Einladung, denn jeder fühlte sich von den beschwingten Melodien von damals angesprochen. Da war Begeisterung vom ersten bis zum letzten Ton. Denn diese Lieder kennt man einfach – sie sind irgendwie Kult. Beliebte Schlager und die großen Hits der Wirtschaftswunderjahre authentisch und mit überaus großer und schier ansteckender Spielfreude präsentiert von einem eingespielten Ensemble auf der Bühne.

Das Heile-Welt-Musical mit phantastischer Liedauswahl

Horst Freckmann – in der Rolle des „Kellners Heinz“ – parodierte amüsante und kurzweilige Sketche à la Heinz Erhardt. Egal, ob als „Blähboy“, der weiß, dass Hülsenfrüchte – in Mengen genommen – nicht gut bekommen oder aber mit Erhardts satirischer Dichtkunst von der Made. Bei Freckmanns Darbietungen bleibt kein Auge trocken; da darf von Herzen gelacht werden. Natürlich auch, wenn Kellner Heinz im Publikum plötzlich (natürlich im Spaß) prominente Gäste „entdeckt“. Egal, ob Heidi Kabel oder Alfred Biolek. Ach ja – auch Helene Fischer begrüßt er in der ersten Reihe als die Dame, die die Stadien der Republik und die Regale bei Tchibo füllt. Bei einem solch‘ trockenen und überaus charmanten Humor muss man einfach schmunzeln oder besser noch lauthals lachen.

 

„Ich zähle täglich meine Sorgen“

„Dr. Schiefer“ und „Herr Peter“ wissen, dass der Dumme im Leben immer der Mann ist und besingen dies in einem Duett. Und Zimmermädchen Fräulein Vera sucht gerade einen solchen; statt Schokolade will sie lieber einen Mann. „Komm ein bisschen mit nach Italien“, „Eine wie du“, „Seemann“, „Was kann der Sigismund dafür“, „Ich zähle täglich meine Sorgen“, „Komm und bedien dich bei mir“, „Ein kleines Haus am blauen See“ – natürlich auch „Sag beim Abschied leise Servus“ oder aber „Im weißen Rössl am Wolfgangsee“. Das Programm des Abends ist tatsächlich Programm: Eine phantastische Liedauswahl und zudem ganz wunderbare Duette, z. B. „Eventuell“ oder „Vergiss mich nicht so schnell“ – stimmlich überaus perfekt intoniert von „Mariandl“ (Reba Williams) und „Herrn Peter“, Peter Grimberg.

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Peter Alexander

Peter Grimberg – Peter Alexander Medley (Hol den Peter)
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„Komm und bedien dich bei mir“

Der große Erfolg spricht für sich und vor allem für die Idee des Produzenten Grimbergs. Nicht umsonst zählt das „Heile Welt Musical“ seit seiner Uraufführung vor drei Jahren mittlerweile 155.000 Besucher. In diesem Jahr wurde „Servus Peter“ zudem als „Bestes Musical unterwegs“ ausgezeichnet.

Das Publikum bedankte sich mit einem tosenden Applaus und Standing Ovations und selbstverständlich ließ auch die lautstark geforderte Zugabe nicht auf sich warten. Mit „Die kleine Kneipe“ und „Hol den Peter“, einem Medley von bekannten Peter-Alexander-Film-Melodien, sagte das „Servus Peter Ensemble“ musikalisch auf Wiedersehen. Eine überaus schöne und große Geste, dass sich die Darsteller im Anschluss beim Publikum per Handschlag bedankten.

„Servus Peter“: Ein herzliches Dankeschön an Peter Grimberg und sein Ensemble, die den Zuschauern in Ransbach-Baumbach für ein paar Stunden das Stückchen „Heile Welt“ präsentierten, nach dem wir uns alle so sehr zurück sehnen. Schön, dass wir von Schlager.de wieder einmal beim musikalischen Rendezvous im Weißen Rössl am Wolfgangsee mit dabei sein durften. Wir sagen „Servus“ und „Baba“ und hoffentlich „Auf bald“!

Andrea NeyAutor: