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Auf einen Schlager mit … Bernhard Brink

Auf einen Schlager mit … Bernhard Brink © Bettina & Kay Fracasso/Schlager.de

Auf einen Schlager mit … – so heißt die brandneue Rubrik auf unserer Seite. Wir starten damit eine exklusive Interview-Reihe, bei der wir die Stars ins Kreuzverhör nehmen. Geradeaus und offen stellen wir Fragen, die garantiert noch keiner gestellt hat, und wir überraschen Euch mit Antworten, die Ihr so nicht erwartet. Bei uns geht es um das Leben und die Liebe, um Freundschaften, die Karriere und um kleine Anekdoten aus dem Alltag. Ihr lernt die Stars von ihrer privaten Seite kennen, erfahrt Unbekanntes aus ihrem Leben und schaut vor allem auf den Menschen hinter der Bühnenfigur. Ehrlich, unverstellt und sehr persönlich.

Den Auftakt unserer Reihe macht Bernhard Brink. Welchem Lebensmotor er folgt, warum seine Mutter anfangs an seinem Erfolg zweifelte, er aber trotzdem unbedingt in die ZDF-Hitparade wollte und warum er niemals Brutto und Netto verwechselt, das verrät er uns im Interview.

Karriere

Bernhard Brink

© Daniela Jäntsch

Es heißt, die Schlagerbranche sei ein Wanderzirkus. Mal angenommen, Sie reisen mit – wer sind Sie und warum: der Löwenbändiger, der Zirkusclown oder der Direktor?

Der Löwenbändiger bin ich nicht, dazu habe ich viel zu viel Angst vor Löwen. Ein Clown bin ich auch nicht, dafür bin ich zu bodenständig, und auch der Direktor passt nicht zu mir. Die Showbranche ist kein Wanderzirkus, das stimmt so nicht. Was stimmt ist: Wir sind unglaublich viel unterwegs. Wenn man die Zeit des Reisens und des Wartens auf Flughäfen, bei Proben und Auftritten zusammenrechnet und vom Lebensalter abzieht – dann wäre ich sehr viel jünger.

Sie sind seit über 40 Jahren im Geschäft. Welchen großen Hit eines Kollegen hätten Sie selbst gern gesungen?

Ach, da gibt es einige. Von Peter Maffay die Balladen in den Siebzigern hätte ich gern gesungen wie „Es war Sommer“ oder „Josie“. Heute mag ich die rhythmischen Sachen lieber wie „Ein Stern“ von DJ Ötzi und Nik P. oder auch „Ich bau’ dir ein Schloss“ von Jürgen Drews. Toller Titel.

Wer oder was hat Ihnen geholfen, der zu werden, der Sie heute sind?

Mein Manager Gerhard Kämpfe damals zu Beginn meiner Karriere und heute mein Manager Holger Kurschat, Henning Verlage als Produzent von Unheilig und meine tollen Schreiber in Berlin, mit denen ich arbeite. Unabhängig davon: Man ist auch immer seines eigenen Glückes Schmied. Es kommt sehr auf die eigene Disziplin an, den eigenen Willen.

Was war das größte Risiko, dass Sie für Ihre Karriere eingegangen sind?

Das größte Risiko? Dass ich mich überhaupt für die Karriere entschieden habe, obwohl meine Mutter zu mir sagte: „Junge, Du bist aus Nordhorn, das wird nichts.“

Leben

Was ist Ihr größter Lebensmotor: die Suche nach Liebe, die Erfüllung Ihrer Wünsche und Träume oder der Wille zum Erfolg?

Ganz klar: der Wille zum Erfolg. Ich wollte singen, ich wollte in die ZDF-Hitparade, ich wollte die Karriere.

Welcher Spruch Ihrer Mutter oder Ihres Vaters begleitet Sie durch Ihr Leben?

Mein Vater sagte sehr früh zu mir: „Ich verstehe zwar nichts von der Musikbranche, aber pass’ auf, dass Du Brutto und Netto nicht verwechselst.“

Was in Ihrem Leben beflügelt oder begeistert Sie?

Ich habe mein Hobby zum Beruf machen dürfen. Konzerte zu spielen, auf Tour zu sein, das begeistert mich noch immer.

Mit wem und an welchem Ort sind Sie zu Hause?

Ich komme aus Nordhorn und bin damals für die Karriere nach Berlin gegangen. Berlin ist heute mein Zuhause. Hier lebe ich mit meiner Frau Ute.

Auf einen Schlager mit … – so heißt die brandneue Rubrik auf unserer Seite. Wir starten damit eine exklusive Interview-Reihe, bei der wir die Stars ins Kreuzverhör nehmen. Geradeaus und offen stellen wir Fragen, die garantiert noch keiner gestellt hat, und wir überraschen Euch mit Antworten, die Ihr so nicht erwartet. Den Anfang macht Moderator und Sänger Bernhard Brink…

Freundschaft

Wie viele Freunde haben Sie?

Ich habe einen kleinen Kreis an Freunden. Mein bester Freund ist vor gut anderthalb Jahren an Krebs gestorben. Er hatte einen irreparablen Hirntumor. Das war kaum zu ertragen. Es lehrt einen: Man kann Gesundheit nicht erzwingen. Sie ist eine Gnade.

Woraus schließen Sie, dass jemand Ihr Freund ist?

Das ist jemand, der einen lange begleitet, jemand, der für einen da ist.

Welchem Freund sind Sie wofür am meisten zu Dank verpflichtet?

Gerhard Kämpfe war in der Anfangszeit ein ganz wichtiger Freund für mich. Wir treffen uns heute noch.

Wann haben Sie je einen Freund belogen?

In einer ernsthaften Sache gelogen? Nein. Habe ich nicht. Warum muss man einen Freund belügen?

Liebe

Können Sie gut flirten?

Ich bin viel zu alt. Mit mir flirtet keiner mehr (lacht).

Wann wird aus Verliebtsein Liebe?

Wenn man jemanden vermisst. Wenn man sich aufeinander freut. Ich habe damals meine Frau überredet, zu mir nach Berlin zu kommen. Wir sind dann schnell zusammengezogen. Ich wusste, das mit uns hält. Heute sind wir 30 Jahre verheiratet.

Was ist das Wichtigste, das Sie über die Liebe gelernt haben?

Dass man nicht so schnell das wegwerfen sollte, was man hat, auch wenn man vielleicht etwas in der Beziehung vermisst. Kontinuität und Gewohnheiten können durchaus etwas sehr Schönes sein.

Haben Sie jemals Liebe nur vorgespielt?

Nein, habe ich nicht.

Privates

Wie oft schauen Sie täglich auf Ihr Handy?

Viel zu oft. Das ist mittlerweile eine schlechte Angewohnheit. Wenn man im Restaurant sitzt und die Leute beobachtet, dann haben alle ihr Handy in der Hand. Man muss aufpassen, dass man nicht zum Sklaven dieser Entwicklung wird.

Was war das schönste Kompliment, das Ihnen jemand gemacht hat?

Natürlich höre ich gern, wenn jemand mich mag oder den Auftritt toll fand. Das macht mich aber auch schnell verlegen, ehrlich gesagt.

Auf was können Sie in Ihrem Leben nicht verzichten?

Man kann sicherlich auf vieles verzichten, auf Materielles sowieso. Aber es ist schon leichter zu sagen, Geld ist nicht alles, wenn man es hat.

Wofür würden Sie mitten in der Nacht aufstehen?

Ich bin früher für die Boxkämpfe von Muhammad Ali aufgestanden. Heute brauche ich meinen Schlaf. Ich bin zu alt. Ich stehe nachts nicht mehr auf (lacht).

Wir danken Ihnen für das angenehme und offene Gespräch!

Sina WormAutor:
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