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Bernd Ulrich & Tochter Daniela Alfinito im Familien-Interview

Bernd Ulrich & Tochter Daniela Alfinito im Familien-Interview © Susanne Kromm

Der „Amigo“ und seine Tochter über ihre innige Beziehung, den langen Weg zum Erfolg und den Wert der Familie. Er ist als einer der „Amigos“ seit Jahren eine feste Größe im Musikgeschäft, sie landete Anfang des Jahres mit ihrem Album „Du warst jede Träne wert“ völlig unerwartet auf Platz eins der deutschen Charts. DAS NEUE BLATT traf Bernd Ulrich und Tochter Daniela zum Interview.

 

Frau Alfinito, war es Fluch oder Segen, in einer Musikerfamilie aufzuwachsen?

Daniela Alfinito: Für mich war es ein großer Segen! Ich habe es als kleines Mädchen geliebt, meinen Vater und meinen Onkel zu ihren Auftritten auf Silberhochzeiten, Geburtstagen oder der Kirmes zu begleiten. Das war für mich jedes Mal ein echtes Highlight! 

Bernd Ulrich: Ich hatte oft ein schlechtes Gewissen, wenn ich am Wochenende für Auftritte über die Dörfer getingelt bin. Denn unter der Woche hatte ich Schichtdienst in der Brauerei und sah mein kleines Mädchen auch nicht besonders viel. Als Vater war das manchmal ziemlich hart. Deshalb habe ich sie immer gern mitgenommen, wo immer es möglich war!

Frau Alfinito, war Ihr Weg ins Musikgeschäft durch die Nähe zu den „Amigos“ schon vorgezeichnet?

Daniela Alfinito: Es gab vor vielen Jahren tatsächlich diesen Punkt, an dem ich wusste: Ich möchte auch auf der Bühne stehen und Musik machen. 

Bernd Ulrich: Wir hatten damals, Anfang der 2000er, schon ein eigenes Tonstudio, allerdings nur für den Hausgebrauch. Da haben wir dann die ersten Songs für Daniela geschrieben und aufgenommen. Nicht weil wir hofften, dass sie groß rauskommen würde. Sondern weil sie so viel Spaß am Singen hatte. Irgendwann hat die Sache aber eine eigene Dynamik entwickelt, und Daniela hat sich voll und ganz auf die Musik eingeschossen.

2006 feierten die „Amigos“ ihren großen Durchbruch. Da wäre es doch ein Leichtes gewesen, bei der Karriere Ihrer Tochter ein wenig nachzuhelfen.

Bernd Ulrich: Klar wäre es das! Aber wir haben uns bewusst dagegen entschieden. Wir waren der festen Überzeugung, dass sie anders als die „Amigos“ klingen, ihren eigenen Stil finden, ihren eigenen Weg gehen müsse. Der hat zwar etwas länger gedauert, aber nun ist der Erfolg ja da.

Frau Alfinito, einerseits gibt es in Ihrem Leben jetzt diesen riesigen Charts-Erfolg, andererseits arbeiten Sie weiterhin als Altenpflegerin. Ist das für Sie ein schwieriger Spagat?

Daniela Alfinito: Nein. Ich kann das sehr gut voneinander trennen. Auf der Arbeit bin ich Daniela Alfinito, die Schwester. Auf der Bühne bin ich Daniela Alfinito, die Sängerin. Ich verstelle mich dabei nicht, bin immer ich selbst. Ich glaube, die Leute spüren und schätzen das.

Was sagen die alten Menschen, die Sie betreuen, zu ihrer plötzlich prominenten Pflegerin?

Daniela Alfinito: Die meisten von ihnen sind leider dement und bekommen von meiner musikalischen Laufbahn gar nichts mit. Aber die, die geistig noch fit sind, beglückwünschen mich und finden es sehr spannend, was ich außerhalb des Altersheims mache. Besonders gerührt war ich über die Reaktionen der Angehörigen. Viele sind auf mich zugekommen, haben mich umarmt und gesagt: „Wir freuen uns für dich, du hast es so verdient!“ 

Bernd Ulrich: Als Vater macht es mich ungeheuer stolz, dass Daniela jetzt nicht abhebt, sondern trotz ihres Erfolges die alten Leute nicht vergisst. Sie ist eben nicht nur eine tolle Sängerin, sondern auch ein toller Mensch.

Trotzdem ist es sicher sehr schwierig, allem gerecht zu werden: der Arbeit im Altersheim, der Gesangskarriere, der Familie …

Daniela Alfinito: Klar, das ist nicht immer leicht. Aber zum Glück unterstützt mich meine Familie in allem, was ich tue. Mein Vater steht mir in musikalischen Belangen zur Seite, meine Mutter schmeißt zurzeit meinen Haushalt, mein Mann kocht, mein Sohn, der zum Glück schon erwachsen ist, freut sich einfach, wenn wir Zeit mitei­nander haben. Sie sehen: Ohne meine Familie wäre ich nichts (lacht).

Bernd Ulrich: Für uns alle ist es selbstverständlich, Daniela zu helfen. Wir waren schon immer füreinander da. Ein Anruf genügt, und wir sind zur Stelle. Die Familie ist für uns die absolute Nummer eins im Leben! 

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