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MICHELLE – „Ich würd‘ es wieder tun“

MICHELLE – „Ich würd‘ es wieder tun“

Michelle ist zurück! Diesmal allerdings nicht mit einer Sammlung bereits bekannter Hits aus ihrer langjährigen Karriere, sondern endlich wieder mit brandneuem, frischem Material. „Ich würd‘ es wieder tun“ lautet der Albumtitel und ich kann an dieser Stelle nur betonen, wenn es mit Michelle musikalisch in dieser Form weitergehen sollte, bitte ich ausdrücklich darum, daß sie es wieder tut!

Waren es auf ihren bisherigen Studioalben immer einige herausragende Stücke, die aus dem Gesamtrepertoire herausstachen und den Alben ihren Stempel aufdrückten, so gibt es hier von Anfang bis Ende ausschließlich höchstqualitative Songs zu hören. Jeder von ihnen erzählt seine eigene kleine Geschichte, allesamt auf einem sprachlich sehr wohltemperierten und hohen Level. Zeilen wie „Für die Welt bist du irgendjemand – doch für irgendjemand bist du die Welt“ erscheinen auf den ersten Blick einfach, funktionieren in ihrer inhaltlichen Wirkung jedoch zutiefst emotional. Es sind genau diese feinen Details, die mich vom ersten Hören an in das neue Michelle Universum mitgenommen haben.

Dazu kommen unglaublich gut gemachte Songfundamente, die passender nicht sein könnten. Ganz neue Einflüsse aus der modernen Popmusik sind hier so subtil, stilsicher und liebevoll eingepflegt, daß man immer wieder ins Grübeln gerät, ob es sich nun um ein Pop- oder ein Schlageralbum handelt, das sich da im Player dreht. Dabei wurden die Welten „Pop“ und „Schlager“ in bisher unerreichter Form zur perfekten Symbiose gebracht. Also keine Angst, liebe Schlagerfans, es gibt hier eingängige Ohrwurmmelodien bis zum Abwinken – und das bei jedem einzelnen Song! Die gebotene Bandbreite erstreckt sich vom mitreißend flotten Dancefloorknaller bis hin zur monumentalen Ballade. Man hat sich hier so einiges getraut. „So schön ist die Zeit“ wartet beispielsweise mit einem prägnanten Sample aus dem Welthit „I’m a Scatman“ von Scatman John auf und wird von einem sowas von lässigen Beat getragen, der einem unweigerlich die laue Sommernacht im offenen Cabrio, mit dem man durch die Straßen der hell erleuchteten Stadt gleitet, in den Sinn projiziert. Toll! Am anderen Ende des Spektrums gibt es mit dem Titelsong eine Ballade, die jedem bombastischen Musical alle Ehre machen würde. Gerade hier erreicht die Produktion ein unfassbar hohes Niveau.

Der Blick ins Booklet verrät auch, warum das so ist. Neben zahlreichen Genregrößen hat man mit Helene Fischers Arrangement-Genie Christoph Papendieck und Techno/Dance-Ikone Alex Christensen zwei absolute Qualitätsgaranten für diese Produktion ins Studio geholt und das tut dem Album ungemein gut! Das Team um Michelle hat alles richtig gemacht, indem es eben nicht den einfachsten Weg ging und DSDS Jurykollege Dieter Bohlen als Produzenten engagiert hat.

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Michelle

Michelle – Wir feiern das Leben (Lyric Video)
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Die Songs sind durchweg klasse und passen in Arrangement und Ausführung hervorragend zu Michelles Stimme. An dieser scheiden sich allerdings auch schon immer die Geister der Fans. Die einen lieben sie, die anderen sprechen von „Micky Mouse Stimme“. Auf jeden Fall kann sich Michelle zu der kleinen exklusiven Handvoll unvergleichlicher und markanter Frauenstimmen im Schlagerbereich zählen. Mich überzeugt Michelle auf diesem Album vollends mit ihrem sehr präsenten, ausdrucksstarken Gesang, der bisweilen in Tonlagen vordringt, von denen die meisten Genrekolleginnen nicht mal träumen können. Sie scheint akribisch an der Variabilität ihrer Stimme gearbeitet zu haben, denn in solch bestechender Form hat man sie zuvor noch nie gehört. Ihre volle Range von typischer glockenheller Stimmlage mit dem gewissen Etwas an rauen Ecken und Kanten kann sie gerade beim Titelsong des Albums perfekt in Szene setzen. Auffallend gekonnt und überzeugend kommt Michelle daneben vermehrt auch in mittleren bis tiefen Stimmlagen zur Geltung, wie das sehr eindrucksvoll im Song „Tiefer“ zu hören ist. Sie wirkt nie gequält oder überfordert. Power und Durchsetzungsvermögen in allen Lagen ist mehr als nur genug vorhanden. Genau diese Variabilität und Eigenständigkeit lässt es zu, daß sich Michelles Gesangslinien nicht auf typische Schlagermuster beschränken müssen, sondern hier und da immer wieder feine Brücken in diverse andere Genres geschlagen werden können. Langeweile kommt da definitiv nicht auf!

Die geschmackvoll in Szene gesetzten Fotos im Booklet runden das Album in toller Weise ab. Michelle sieht auf allen Aufnahmen strahlend und höchst attraktiv aus. Man könnte fast meinen, sie hätte auch auf optischer Seite die ewige Jugend gepachtet.

Fazit: Liebe Leser – ihr merkt es schon…war ich bislang kein Michelle Fan, so hat sich das mit diesem Album grundlegend geändert. Die Dauerschleife in meinem CD-Player ist ihr sicher. Michelle hat den Mut bewiesen, aus eingetretenen Pfaden auszubrechen und etwas Neues, Frisches zu probieren. Das ist in jeder Hinsicht vortrefflich geglückt und wird trotz aller Innovation mit Sicherheit auch die Fans der ersten Stunde vollends zufriedenstellen können. Ich lehne mich abschließend noch einmal aus dem Fenster und behaupte: „Ich würd‘ es wieder tun“ legt die Messlatte für dieses Jahr schon jetzt ganz nach oben. Michelle hat hiermit aus Sicht der musikalischen Weiterentwicklung das Album gemacht, welches ich mir seit Jahren von Helene Fischer wünschen würde.