De Randfichten

De Randfichten

De Randfichten

Im Jahr 1992 gründeten Thomas Unger und Michael Rostig aus dem erzgebirgischen Johanngeorgenstadt die volkstümliche Band „Original Arzgebirgische Randfichten“. Zunächst traten sie auf privaten, kleineren Veranstaltungen auf. Drei Jahre später erhielten sie Verstärkung an der Gitarre durch die 2004 verstorbene Doris Mühlig. Ab 1997 trat das Trio in der bis heute bestehenden Formation auf: „Rups“ Unger, „Michl“ Rostig und das neue Bandmitglied Thomas „Lauti“ Lauterbach. Im selben Jahr erschien das Debütalbum mit dem Titel „Do pfeift dr Fuchs“. Seitdem gilt der Fuchs als Bandmaskottchen.

Die Randfichten mauserten sich rasch zu Publikumslieblingen im Fernsehen. So traten sie oft im MDR bei „Achims Hitparade“ auf. In der Sendung wurden sie mehrfach als Musikantenkönige ausgezeichnet. Außerdem hatten sie die Ehre, die Musik für die MDR-Sendung „Ski heil am Fichtelberg“ zu schreiben.

Aus den Original Arzgebirgischen Randfichten wurden ab dem Jahr 2000 „de Randfichten“. Der Bandname bezieht sich übrigens auf die Bäume, die an den Waldrändern stehen, wo sie Wind und Wetter am meisten ausgesetzt und dementsprechend widerstandsfähig sind. Zwei Jahre später gründeten sie ihr eigenes Plattenlabel mit dem Namen „Rafi Records“, der eine kreative Abkürzung des Bandnamens war.

Der alte Holzmichl lebt – und wie!

Waren de Randfichten bis Anfang 2004 nur MDR-Zuschauern und den Fans in Sachsen ein Begriff, änderte sich das schlagartig, als der Hit „Lebt denn dr alte Holzmichl“ herauskam, der auf dem Album „dr Holzmichl“ bei EMI Music erschien. Mit dem Lied gelangten sie zu deutschlandweiter Bekanntheit und lösten einen regelrechten Hype um den Holzmichl aus, wie ihn die Volksmusikszene lange nicht mehr erlebt hatte. Der Song basierte auf einem uralten deutschen Volkslied, dessen älteste Wurzeln in die Gegend um Kaiserslautern zurückverfolgt werden können. Ganze 56 Wochen hielt es sich in den Verkaufscharts und erreichte mehrere Male Platz 3 der deutschen Single-Charts, obwohl es von vielen Radiostationen überhaupt nicht gespielt wurde. Dennoch war es die meistverkaufte Single des Jahres in Deutschland und erreichte Platinstatus, genau wie das Album. Diesen enormen Erfolg verdankten de Randfichten auch der Tatsache, dass ihr Lied in der Wintersaison 2003/2004 auf etlichen Wintersportveranstaltungen gespielt wurde. Bei der Biathlon-Weltmeisterschaft sprach man von der inoffiziellen WM-Hymne. Der Holzmichl ist Kult und kreierte sogar eine Art Tanz: Bei der Textzeile „Ja er lebt noch“ reißen alle die Arme hoch und singen lauthals mit.

De Randfichten erlangten aufgrund ihres Erfolges mit dem Lied vom Holzmichl auch außerhalb der Welt der Volksmusik große Popularität. Sie traten als erste Volksmusiker überhaupt in TV-Sendungen auf, die ein ganz anderes, viel jüngeres Zielpublikum ansprachen, zum Beispiel bei „Top of the Pops“ oder „The Dome“. Auch bei Stefan Raabs „Bundesvision Song Contest“ traten sie 2006 für ihr Heimatland Sachsen an und erreichten Platz 6.

Skurril waren zum Teil die Reaktionen auf den Holzmichl. So hatte ein gewitzter Chemnitzer Unternehmer T-Shirts in Umlauf gebracht, auf denen der ironische Schriftzug „Tötet den Holzmichl“ stand. Allerdings verstanden die Randfichten keinen Spaß und ließen den Verkauf der Shirts gerichtlich untersagen. Im Dezember 2004 erschien eine parodistische Coverversion mit dem Titel „Holzmichel – die Antwort“, die es sogar in die deutschen Charts schaffte. Gesungen wurde dieser Titel von einer Band mit dem passenden Namen „De Randgruppe“.

Alles für die Fans

Originelle Andenken und Souvenirs gab es aber auch ganz offiziell, zum Beispiel das Holzmichl-Räuchermännchen, das in Seiffen im Erzgebirge produziert wird.

Im Jahr 2007 feierten de Randfichten ihr 15-jähriges Bühnenjubiläum. Dazu erschien im Juni eine Jubiläumssingle, im Juli folgte die Jubiläumsparty mit den Fans auf der Naturbühne Greifensteine. Das dort jährlich stattfindende Fantreffen ist längst Tradition geworden. Das erste fand 1999 statt, damals noch in der Reithalle Grünstädtel.

2008 erschien das Album „Eiszapfenwetter“ bei EMI Music. Das winterliche Album enthielt in der Sonderedition das längste Weihnachtslied der Welt. Das „Heilig Obnd Lied“ hatte sage und schreibe 156 Strophen, die von den Randfichten und vielen anderen Volksmusikanten interpretiert wurden.

Nach einer kreativen Pause kehrte die Band 2010 zurück. Sie nannten sich jetzt nur noch „Randfichten“, waren von EMI zu Koch Universal Music gewechselt, brachten die CD „Aus gutem Holz“ heraus und rundeten ihr Comeback mit einem neuen Bühnenprogramm ab. Im selben Jahr versuchten sie sich auch auf einem anderen Gebiet: Für den MDR moderierten sie zweimal die Sendung „Mit Volldampf durch die Heimat“. Ein Jahr später wurde das „de“ dem Bandnamen wieder hinzugefügt. Sie kehrten zu EMI Music zurück und veröffentlichten die Single „Crottendorfer Raacherkerzllied“ unter ihrem Label Rafi Music. Ein Highlight in jenem Jahr war der Auftritt bei der „Mario Barth Stadiontour“ in Leipzig, zu dem der Comedian die Band eingeladen hatte. 2012 feierte das Trio sein 20-jähriges Bühnenjubiläum und veröffentlichte mit „Aufgewurzelt“ das insgesamt elfte Album.

Ehre, wem Ehre gebührt

De Randfichten wurden mehrfach ausgezeichnet. Nicht nur Goldene und Platinschallplatten zieren ihre Wände. Zweimal erhielten sie den Herbert-Roth-Preis. Sie sind Preisträger der Goldenen Henne, der Goldenen Stimmgabel sowie der Krone der Volksmusik und gewannen 2005 den Echo. 2011 wurde ihnen vom Handwerker Carnevalsverein Weimar der Faustorden verliehen. Seit 2007 gibt es in Johanngeorgenstadt sogar ein Denkmal für de Randfichten: Auf dem Marktplatz wurden ein Gedenkstein aufgestellt und drei Fichten gepflanzt.

Mitte 2014 zog sich „Rups“ Thomas Unger aus privaten Gründen zurück und das verbliebene Duo aus „Michl“ und „Lauti“ holte sich mit der Sängerin Marion Frank von den „De Orgelpfeifen“ Verstärkung und formieren wieder als Trio. Ende September 2015 brachten sie ihr gemeinsames Album „Wir sind gut drauf“ mit 13 stimmungsvollen Songs heraus.


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