Guildo Horn

Guildo Horn © Emi Music

Guildo Horn –- eine große musikalische Begabung …mit sozialer Ader

Das Leben und die Karriere von Guildo Horn

Mit seiner eigenwilligen Optik und seinen stimmungsvollen Songs eroberte Guildo Horn die deutscher Schlager- und Unterhaltungswelt. Schon seit vielen Jahren ist er dabei und überrascht immer wieder mit neuen tollen Songs. Seine Teilnahme beim „Eurovision Song Contest“ machten in europaweit bekannt und auch wenn vielleicht nicht viele daran glaubten, vertrat er Deutschland solide mit einem guten siebten Platz. Guildo Horn ist ein Ausnahmekünstler mit einer ganz besonderen Karriere.

Guildo Horn wurde am 15. Februar 1963 als Horst Köhler in Trier geboren. In jungen Jahren sah es für den heutigen Schlagersänger vorerst nicht nach einer Musikkarriere aus. Nach dem Abitur absolvierte er ein freiwilliges soziales Jahr in einer Lebenshilfe-Werkstatt für Menschen mit geistigen Behinderungen und fand gefallen an dieser Branche. Er nahm ein Studium in seiner Geburtsstadt Trier auf und studierte Pädagogik. Nach seinem Abschluss arbeitete er vorerst als Musiktherapeut und entdeckte somit auch die Liebe zur Musik. Anfang der 90er-Jahre wagte er dann erste Schritte Richtung Musikkarriere. Es war der Start seiner musikalischen Laufbahn.

Guildo Horn: Sein Durchbruch

In der Anfangszeit trat Guildo Horn jeden Sonntag in einer Kölner Club auf und machte so seine ersten Schritte als Schlagersänger. Er konnte somit Bühnenerfahrungen sammeln und machte sich einen Namen in der Kölner Schlagerszene. 1994 durfte er dann erstmals in der „ZDF-Hitparade“ auftreten und belegte dort einen guten dritten Platz. Durch die Teilnahme wuchs das Interesse an dem Sänger und weitere Engagements folgten. Dabei trat er manchmal Solo, aber auch manchmal mit seiner Band Guildo Horn & die Orthopädischen Strümpfe auf. Die ersten zwei Alben des Sängers verfehlten leider die deutschen Charts, jedoch konnte er mit der Platte „Danke!“ die Charts erobern und kletterte bis auf Platz 22. Eine Golde Schallplatte gab es gleich dazu. Auch der Nachfolger mit dem schlichten und prägnanten Titel „Schön!“ schaffe es in die Charts. Ein besonderes Markenzeichen von Guildo Horn sind seine langen Haare und seine außergewöhnlichen Bühnenoutfits.

Guildo Horn: „ESC“ und weitere Auftritte

Deutschlandweit einen Namen machte sich Guildo Horn als bekannt wurde, dass er Deutschland 1998 beim „Eurovision Song Contest“ vertreten würde. Der Song „Guildo hat euch lieb!“ wurde von Stefan Raab geschrieben und auch wenn viele nicht an den Erfolg der Nummer bei dem Wettbewerb glaubten, belegte Guildo Horn am Ende einen soliden siebten Platz. Wenn der Sänger nicht gerade auf der Bühne steht und seine Songs performt, dann ist er auch als Schauspieler aktiv, so spielte er z.B. in diversen Operetten mit oder war einer Rolle im Musical „Vom Geist der Weihnacht“ zu sehen. Allgemein ist die Schauspielerei eine weitere Leidenschaft des Sängers und so spielte er bereits am Essener Aalto-Theater, im Theater in Trier oder im Capitol Theater in Düsseldorf. 2007 nahm er als Kandidat bei der Sendung „Let’s Dance“ teil und bewies Rhythmusgefühl. Mit seiner Tanzpartnerin belegte er am Ende den sechsten Platz.

Die Anfänge einer vielfältigen Karriere

Guildo Horn, mit bürgerlichem Namen Horst Köhler, wurde am 15. Februar 1963 in Trier geboren und zeigte früh seine musikalischen Neigungen. Schon im Alter von vier Jahren sang er im Trierer Kammerchor vor größerem Publikum. Nach dem Abitur studierte er – nachdem er ein soziales Jahr in einer Werkstatt für Menschen mit geistigen Behinderungen absolviert hatte – Pädagogik in seiner Heimatstadt, wo er anschließend bei der Lebenshilfe als Musiktherapeut arbeitete. Bereits 1991, noch während seines Studiums, trat er in Trier als Schlagermusiker in Erscheinung. Von 1992 bis 1994 war er regelmäßig im Musikclub „Luxor“ in Köln zu sehen, wo er vornehmlich mit seinen Schlagertexten mit ironischem Zungenschlag in Erscheinung trat.

Eine künstlerische Größe – nicht nur im Schlagergeschäft

Es sind die Auftritte im Kölner Club „Luxor“, die ihm letztlich zu größerer Bekanntheit verhelfen sollten. 1994 trat er zum ersten Mal in der ZDF-Hitparade auf und belegte auf Anhieb den dritten Platz. Im selben Jahr trat er unter anderem auch auf dem Musikfestival „Rock am Ring“ auf. Musikalisch kann man „Guildo Horn & die Orthopädischen Strümpfe“ am ehesten im Bereich (Hard-) Rock mit deutschen Schlagertexten verorten; bekannt ist Guildo Horns Performance für die außergewöhnlich hohe Interaktion mit dem Publikum.

Sein wohl größter musikalischer Erfolg war die Teilnahme am Eurovision Song Contest 1998, wo er mit seiner Band, den „Orthopädischen Strümpfen“, antrat. Mit dem Song „Guildo hat Euch lieb!“, der ironisch mit dem Topos der „heilen Schlagerwelt“ spielt, erreichte er den 7. Platz beim Eurovision Song Contest und Platz 4 der deutschen Charts, wo sich der Song 16 Wochen hielt. Der Song wurde von Stefan Raab unter dem Pseudonym Alf Igel verfasst, ein Pseudonym, das auf Eurovision Song Contest-Urgestein Ralph Siegel anspielt. Mit „Guildo hat Euch lieb!“ veränderte Guildo Horn den Charakter des Wettbewerbs nachhaltig.

Insgesamt veröffentlichte Guildo Horn seit 1992 elf Alben. Zuletzt erschien 2012 die Maxi-CD „Weihnachtsfestival der Liebe“. Mit insgesamt 750.000 verkauften Tonträgern zählt Guildo Horn zweifellos zu den erfolgreichsten Künstlern im deutschen Schlagergeschäft. Doch nicht nur als Schlagersänger ist Guildo Horn erfolgreich unterwegs. So wirkte er etwa in Operetten – beispielsweise bei den Antikenfestspielen in Trier – oder in Musicals mit, z.B. in Charles Dickens‘ „Vom Geist der Weihnacht“ oder, im Jahr 2005, in „Kiss me, Kate“ im Aalto-Theater in Essen. 2007 und 2008 trat er in „Leporellos Tagebücher“, der vielbeachteten Adaption von Mozarts Oper „Don Giovanni“, in der Hauptrolle des Dieners Don Giovannis auf und erhielt zahlreiche positive Kritiken für seine Leistung.

Zudem ist er immer wieder auch in kleineren Fernsehrollen zu sehen – so spielte er in der RTL-Serie „Unter uns“ (1997), in „In aller Freundschaft“ (2010) und in der ZDF-Serie „SOKO Köln“ (2011) mit. Auch in der zweiten Staffel der RTL-Show „Let’s dance“ trat er an und belegte dort mit Partnerin Motsi Mabuse Platz 6.

Guildo Horn im Einsatz für soziale Belange

Entsprechend seiner Ausbildung und früheren beruflichen Tätigkeit ist Guildo Horn sehr engagiert für Menschen mit geistigen Behinderungen, aber auch für viele andere soziale und gesellschaftliche Belange. Seit 2006 hat Horn die Sendung „Guildo und seine Gäste“ im SWR, in deren Mittelpunkt Menschen mit geistiger Behinderung stehen, mit denen Guildo Horn über Themen der vergangenen Woche spricht. Für dieses Verdienst erhielten er und der Sender SWR den BG Paralympic Media Award 2006 und waren in den Jahren 2007 und 2009 für den Adolf Grimme-Preis nominiert. 2007 erhielten Horn, der SWR und die Produktionsfirma Format.E TV Productions den Medienpreis der Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung („Bobby“).

Zudem unterstützt Horn offiziell die LSVD-Aktion „EinszuEins“, die sich für die völlige Gleichberechtigung von homosexuellen Lebenspartnerschaften engagiert.

Was man sonst noch wissen sollte…

Guildo Horn hat einen Sohn (*1995) aus erster Ehe mit Thekla Chabbi. Nachdem das Paar sich getrennt hatte, lebte Horn bis 2005 in einer Beziehung mit Tanja de Wendt, einer Stuntfrau. Seine jetzige Frau Daniela, mit der er eine gemeinsame Tochter (*2011) hat, heiratete er 2013. Das Ehepaar lebt in Much im Bergischen Land. Guildo Horn schrieb auch zwei autobiographische Bücher. Zuerst erschien nach dem großen Erfolg beim Eurovision Song Contest das Buch „Danke! Der Meister plaudert aus dem Nähkästchen“, das gemeinsam mit Johannes Kram und Roland Schwinn verfasst wurde (Econ-Taschenbuch-Verlag, München 1998). Genau zehn Jahre später erschien „DoppelIch. Die andere Seite des Horst Köhler“ (Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2008), bei dem seine langjährige Arbeit mit geistig behinderten Menschen im Fokus steht.

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