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Lady Sunshine und Mr Moon

Lady Sunshine und Mr Moon © Alexander Hinteregger

Lady Sunshine und Mr. Moon

 – Schlager aus den 20er- bis 50er Jahren

Elisabeth Heller ist die Musik in die Wiege gelegt worden – ihr Vater Chris Heller ist ein bekannter österreichischer Musiker. Schon mit sechs Jahren stand die Niederösterreicherin auf der Bühne und hatte immer Spaß am Singen, wobei sie laut eigener Aussage mit 18 Jahren noch nicht wirklich gut singen konnte. Und so ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass sie die Aufnahmeprüfung zum Wiener Konservatorium (nach der Matura, die sie am musikalischen Zweig der HIB Wien ablegte), nicht auf Anhieb bestand, sondern einen weiteren Anlauf benötigte. Vielleicht war das ein Wink des Schicksals: Als sie aufgenommen wurde, war sie Teilnehmerin des ersten Jahrgangs der „Abteilung musikalisches Unterhaltungstheater“. Renommierte Lehrer wie Martti Föhr, Erhard Pauer und Marcus Tesch brachten ihr das Rüstzeug für ihre spätere Karriere bei.

Elisabeth Heller ist Lady Sunshine

Wenn Ina Deter sagt „Frauen kommen langsam, aber gewaltig“, scheint das auf „Lisi“ auch zuzutreffen. Sie hatte ein so hohes Ansehen, dass sie 2008 als einer der beiden besten Absolventen ihres Jahrgangs vom Wiener Konservatorium nach Schloss Krickenbeck entsandt wurde. Das idyllische Schloss liegt im Düsseldorfer Nettetal und diente auch als Tagungsstätte der damaligen West-LB. Im Sommer 2008 veranstaltete die West-LB letztmals einen Musical-Workshop, bei dem jeweils zwei Hochbegabte Künstler der Musical-Hochschulen Berlin, Essen, München, Wien und … Leipzig teilnahmen. 2008 war das Jahr der Bankenkrise, danach gab es kein Sponsoring mehr, und wenige Jahre später war auch die West-LB Geschichte. 

Das alles ist insofern interessant, als es zeigt, was für ein perfektes Timing Elisabeth an den Tag gelegt hat: Denn just in diesem schicksalsträchtigen Sommer war auch der in Braunschweig geborene Oliver Timpe, der von der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig entsandt wurde, ein Teilnehmer des Seminars. Der Blitz schlug gleich ein – laut eigener Aussage hat sich Elisabeth den Oliver „weggeschnappt“, wobei der sich das von der sehr attraktiven Blondine sicher nur zu gern hat gefallen lassen hat.

Nachdem Elisabeth und Oliver ein Paar waren, gingen sie teilweise beruflich noch getrennte, teils aber auch gemeinsame Wege – beide waren insbesondere in der Musical-Szene aktiv. Im Jahr 2010 betrat das Paar erstmals gemeinsam die Bühne – im Musical „Paris – das Troja-Musical“ im Musiktheater Mistelbach. 

Ein spannendes Projekt nach ihrer Ausbildung war für Elisabeth die Gründung der ersten österreichischen Girlgroup für Kids namens ROSA – ein Damentrio, das insbesondere den Kindern Freude machte (- Elisabeth hatte Zeit Lebens immer einen guten Draht zu Kindern). 2009 schloss sie sich der Band ihrer Brüder an und agierte bei „Kung Fu Kitty“ noch bis 2014 als wilde Rocksängerin. Ein bedeutender Auftritt war sicher der beim Donauinselfest 2014. Parallel arbeitete Elisabeth aber auch immer mehr mit Oliver zusammen, der zwischenzeitlich (2014) der Liebe wegen nach Österreich, genauer gesagt nach Wolkersdorf gezogen ist, wo Elisabeth übrigens auch als Gemeinderätin tätig ist.

Oliver Timpe ist Mr. Moon

Auch Oliver war seit seinem 18. Lebensjahr als Entertainer, Moderator und Komponist tätig. Nebenbei begann er auch, Regieerfahrungen zu sammeln. U. a. inszenierte er Stücke wie „Grease“, „We Will Rock You“ und „Arsen und Spitzenhäubchen“. Auch er gründete 2011 eine Indie-Pop-Rock namens – Achtung! – „Mädchen“. Allerdings legte er sich dafür ein Pseudonym zu, auf das man erst mal kommen muss: Aus Oliver Timpe wurde Oliver Tim P. … und spielte mit den „Mädchen“ 2012 über 20 Konzerte, u. a. als Support für Nena. Mit „Dizko“ und „Frühling, Sommer, Du und Winter“ wurden im Anschluss auch einige Singles veröffentlicht.

Eines Tages hatte Elisabeths Mutter, eine langjährige Altenpflegerin, die Idee, ein Programm für Besucher eines Seniorenheims zusammenzustellen. Es wurde die Idee entwickelt, ein Programm mit Schlagern der 1920er bis 1950er Jahre zu kreieren. So wurde aus „Kung Fu Kitty“ quasi „Kitty Cat“.

Das Duo aus Elisabeth und Oliver

An Silvester 2011 war es dann so weit: Das Duo „Lady Sunshine und Mr. Moon“ feierte im Maritim-Hotel in Magdeburg Premiere – mit eben jenem Conny-Froboess-Klassiker, aber auch mit anderen Schlagern der 1920er bis 1960er Jahre. Das Programm schlug wie eine Bombe ein, und Elisabeth und Oliver traten (anfangs) regelmäßig in Wiener Seniorenheimen auf – am Klavier von Elisabeths Vater Chris begleitet. Seit jeher lautete das Motto: „Stets mit dem gewissen Etwas, niemals verstaubt, immer aus Liebe am Leben und der Musik.“

Nachdem das Programm immer besser ankam, wurde an einem Bühnenprogramm gefeilt. Als fixes Begleitorchester wurde das aus bis zu 10 Musikern bestehende „Guten-Morgen-Orchester“ gegründet, das „Lady Sunshine und Mr. Moon“ bei Auftritten seither begleitet. Praktisch: Es handelt sich dabei in Teilen um eine Art „Familienbetrieb“. Elisabeths Vater Chris ist mit seinen Piano- und Akkordeon-Kenntnissen sowieso als Musiker gesetzt (da darf der Schlager „Oh mein Papa“ natürlich nicht fehlen). An der Gitarre ist Elisabeths Bruder Matthias aktiv, und das Cello wird von ihrer Cousine Sophie Bánfalvi gespielt.

Im Jahr 2016 wurde das erste eigene Bühnenprogramm „In einer Nacht im Mai“ vom ORF aus dem Theater Akzent in Wien übertragen, so dass das Duo österreichweit bekannt wurde. Die Show wurde bereits im September 2015 aufgezeichnet. Unter diesem Titel wurde mit nicht weniger als 22 Musikern auch eine von Hartmut Pfannmüller produzierte CD veröffentlicht. – Der nächste Schritt war, auch in Deutschland Konzerte zu spielen – das Programm der beiden ausgebildeten Musiker kam von NRW bis Bayern auch überragend an. Trotz der Ehre, im Fernsehen aufzutreten, waren „Lady Sunshine und Mr. Moon“ von Anfang an geerdet – folgendes Zitat spricht Bände: „Wir kämpfen hart um jeden kleinen Erfolg in unserer Karriere und geben bei jedem Konzert immer 110%, egal ob in einem Altersheim, oder in einem großen Theater.“

Alte Schlager revueartig aufbereiten

Mit ihrer Idee, alte deutsche Schlager revueartig aufzubereiten und in damals typischer Kleidung zu präsentieren, und zwar musikalisch und choreografisch überaus professionell und liebevoll, stoßen „Lady Sunshine und Mr. Moon“ klar in eine Marktlücke. Einzigartig ist dabei sicher neben der Kostümierung auch die witzige Einbindung der Musiker, die sich auch für gewisse Albernheiten nicht zu schade sind. Mit Max Raabe und seinem Palastorchester gibt es zwar jemanden, der ein ähnliches Konzept sehr populär gemacht hat – der hat sich aber mehr auf die Schlager der 1920er Jahre konzentriert.

Zur Freude vieler deutscher Fans, werden „Lady Sunshine und Mr. Moon“ im November 2018 auch wieder einige deutsche Städte bereisen, um ihrer Mission, den anspruchvollen deutschen Schlager der früheren Zeit zu kultivieren, weiter nachzukommen. Die „Multitalente erster Güte“ (so wurden sie vom Donaukurier bezeichnet) werden sicher noch viele Freunde ihres Schaffens gewinnen können.

 

 


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