Mireille Mathieu

Mireille Mathieu © (P)&(C) Property ABILENE DISC | Photograph: André RAU

Mireille Mathieu – Der Spatz von Avignon

Das Leben und die Karriere von Mireille Mathieu

Sie hat die Musikwelt umgekrempelt. Als Mädchen aus ärmlichen Verhältnissen hat es Mireille Mathieu geschafft zuerst ihr Heimatland Frankreich und später auch den Rest der Welt zu erobern. Mit gefühlvollen Songs wurde sie bekannt und ist in Deutschland unter dem Spitznamen Spatz von Avingnon berühmt geworden. Mireille Mathieu hat eine echte Bilderbuchkarriere hingelegt. Seit nun mehr 50 Jahren steht die schöne Sängerin bereits auf der Bühne und verzaubert bis heute ihre Fans rund um den Globus. Das ist der außergewöhnliche Weg von Mireille Mathieu.

Mireille Mathieu wurde am 22. Juli in Avingnon geboren. Ihre Eltern Roger und Marcelle-Sophie hatten nicht viel Geld und so wuchs Mireille, gemeinsam mit ihren 13 weiteren Geschwistern in recht einfachen Verhältnissen auf. Das war auch der Grund, warum Mireille die Schule nie abgeschlossen hatte, sondern sie ohne Abschluss verließ, um mit einem richtigen Job der Familie finanziell auszuhelfen. Musikalisch war die junge Mireille Mathieu bereits früh interessiert und absolvierte ihren ersten Auftritt mit gerade einmal vier Jahren. Schon damals bemerkten ihre Eltern, das außerordentliche Talent ihrer Tochter.

Die Anfänge von Mireille Mathieu

Mit 18 Jahren nahm Mireille Mathieu in ihrem Heimartort an einem Gesangswettbewerb teil und konnte mit dem französischen Klassiker „La vie en rose“ den Wettbewerb für sich entscheiden. Sie bekam die Möglichkeit nach Paris zu gehen und für eine damalige bekannte Fernsehsendung vorzusingen. Ein Jahr später sang sie erneut vor und nahm in Folge dessen an einem weiteren Wettbewerb, diesmal jedoch im französischen Fernsehen, teil. Sie ging als Siegerin hervor und ergatterte danach weitere kleinere, aber auch größere Auftritte. Johnny Stark, ein bekannter Künstlermanager wurde auf die talentierte Mireille aufmerksam und nahm sie unter Vertrag, er war in der Vergangenheit auch maßgeblich am Erfolg anderer Künstler verantwortlich, z.B. Francoise Hardy, Johnny Hallyday oder Sylvie Vartan. Mireille Mathieu erhielt ihren ersten Plattenvertrag. Ihre erste veröffentlichte Single trug den Namen „Mon Credo“ aus dem Jahr 1966 und wurde direkt zu einem großen Erfolg in ihrem Heimatland. Sie verkaufte von der Single mehr als 500.000 Einheiten und erreichte Platz 1 der Charts.

Mireille Mathieu: Internationale Erfolge

In ihrem Heimatland Frankreich war Mireille Mathieu schnell zu einem großen Nachwuchsstar avanciert und es dauerte nicht lang, bis auch Fans auf der ganzen Welt aufmerksam auf die Sängerin wurden. 1966 bekam sie die Ehre in der bekannten US-amerikanischen „Ed-Sullivan-Show“ aufzutreten und 50 Millionen Zuschauer sahen ihr dabei zu. Mit einem Schlag wurde Mireille Mathieu in den Staaten bekannt. Es folgten nun auch Auftritte in Deutschland und 1967 ging sie erstmals auf große Deutschlandtournee. Plötzlich sprach die ganze Welt von der neuen französischen Sängerin. Ab Ende der 60er-Jahre nahm Mireille auch Songs auf Deutsch auf und arbeitete fortan mit einem bekannten deutschen Schlagerteam zusammen. Es folgten viele deutschsprachige Schlagersongs und Mireille Mathieu schaffte es endlich aus dem Schatten der großen französischen Sängerin Edith Piaf hervorzutreten. Sie wurde zu einem großen Star in Deutschland, war ein gern gesehener Gast im TV und erhielt sogar ihre eigene Sendung im „ZDF“. Weitere folgten in den kommenden Jahren. 2015 feierte Mireille Mathieu bereits ihr 50-jähriges Bühnenjubiläum und veröffentlicht bis heute neue Songs und Alben. Mireille Mathieu, das Mädchen aus ärmlichen Verhältnissen hatte das geschafft, wovon viele junge Sängerinnen immer träumten.

Eine harte Kindheit in bescheidenen Verhältnissen

Die Sängerin Mireille Mathieu wurde am 22. Juli 1946 in Avignon, Frankreich geboren. Ihre Mutter Marcelle-Sophie Poirier flüchtete während des Zweiten Weltkriegs aus dem nordfranzösischen Dunkerque und landete schließlich 1944 in Avignon. Dort lernte sie ihren späteren Ehemann Roger Mathieu kennen, mit dem sie insgesamt 14 Kinder hatte. Mireille war das älteste Kind der Familie, die in bitterer Armut lebte. Vater Roger verdiente seinen Lohn als Steinmetz. Mutter Marcelle war Hausfrau und kümmerte sich um die Kinder. Familie Mathieu lebte in sehr bescheidenen Verhältnissen. In ihrer Wohnhütte gab es weder eine Heizung noch fließendes Wasser. Dieses musste aus einem Brunnen im Garten abgepumpt werden. Als älteste Tochter musste Mireille bereits in jungen Jahren Verantwortung übernehmen und sich oftmals um ihre jüngeren Geschwister kümmern. Sie hat sehr früh gelernt zu teilen und musste u. a. mit ihren vier Schwestern in einem Bett schlafen. Für ihre Mutter war sie eine große Unterstützung im Haushalt. Im Alter von 14 Jahren verließ die Legasthenikerin Mireille Mathieu, die gleichzeitig mit einer Dyslexie zu kämpfen hatte, die Schule und arbeitete als Hilfskraft in einer Papierfabrik.

Die ersten Schritte in der Musikbranche und die Zusammenarbeit mit Johnny Stark

Mireille Mathieus Vater Roger hatte eine Tenorstimme und träumte von einer Karriere als Sänger, musste diesen Traum jedoch auf Wunsch seines strengen Vaters begraben. Aus diesem Grund beschloss er, dass eines seiner Kinder ihn beim Singen in der Kirche begleiten sollte. Er entschied sich für seine älteste Tochter Mireille, die mit vier Jahren erstmals während einer Mitternachtsmesse in der Öffentlichkeit sang. Im Laufe der Jahre folgten diverse Teilnahmen an Gesangswettbewerben in Avignon. Ihren ersten Sieg feierte Mireille Mathieu im Jahr 1965. In ihrer Anfangsphase coverte sie immer wieder Chansons von Édith Piaf. Entdeckt wurde die talentierte Sängerin von Johnny Stark, der in der Vergangenheit auch mit Piaf arbeitete. Er erkannte das Potenzial der jungen Frau aus Avignon, wurde ihr Manager und sorgte dafür, dass sie ihr Talent mit eigenen Stücken weiter ausbauen konnte. Diese künstlerische Nähe zu Edith Piaf brachte Mireille Mathieu den Beinamen „Piaf d’’Avignon“ (die Piaf/der Spatz von Avignon) ein, was durch die fehlende Möglichkeit der Übersetzung der Zweideutigkeit in Deutschland zu dem „Spatz von Avignon“ wurde.

Die kleine Frau mit der kraftvollen Stimme und ihre größten Hits

Ihr erstes Album „„En direct de l´Olympia““ veröffentlichte Mireille Mathieu 1966. Es dauerte nicht lange, bis die zierliche Sängerin auch im Ausland einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangte. Schließlich trug sie ihre Lieder in insgesamt elf Sprachen vor. Hierzulande war sie vor allem mit deutschsprachigen Titeln erfolgreich, „“Akropolis adieu““ und „“La Paloma adé““ waren ihre größten Hits. Bis in die späten 1970er-Jahre verkaufte die beliebte Künstlerin Millionen von Schallplatten und eroberte mit ihrer glockenhellen Stimme die Herzen ihrer Fans, die ihre Konzerte immer wieder gerne besuchten. Im deutschen Fernsehen gab es zahlreiche Auftritte, zu zahlreichen TV-Sendungen wurde sie regelmäßig eingeladen und war ein gerngesehener Gast. Sie nahm Duette mit mehreren Weltstars auf. In diese Liste reihen sich u. a. Dean Martin, ABBA, Plácido Domingo, Julio Iglesias und Charles Aznavour ein.

In den 1980er-Jahren änderte sich jedoch der Geschmack der breiten Masse, und die Französin tauchte nur noch sporadisch in den deutschen Single-Charts auf. 1983 sang sie „Together „We’re Strong““ im Duett mit dem amerikanischen Schauspieler Patrick Duffy. Zwei Jahre später nahm sie an der Seite des Entertainers Peter Alexander den Titel „“Good-Bye, My Love““ auf.

Eine geheimnisvolle Frau zwischen Beruf und Privatleben

Mireille Mathieu hält sich verschlossen in Bezug auf ihr Privatleben. Bekannt ist, dass die Sängerin nie verheiratet war und keine Kinder hat. Gerüchte besagten, dass ihr 1989 verstorbener Manager Johnny Stark gleichzeitig auch ihr Lebensgefährte war. Mathieu hat allerdings noch nie zu diesem Thema öffentlich Stellung bezogen und grundsätzlich nicht über die Beziehungen zu diversen Männern in den Medien gesprochen. Sie gab jedoch in mehreren Interviews zu, dass sie sich jahrelang trotz ihres erfolgreichen Berufslebens sehr einsam fühlte und an schweren Depressionen litt, weswegen sie sich in ärztliche Behandlung begab. Mittlerweile lebt sie gemeinsam mit ihrer Schwester Monique in Neuilly-Sur-Seine, einem Vorort von Paris. Sie ist gläubige Katholikin und trägt seit Jahren ein kleines Kreuz an einer Kette um den Hals.

Ehrungen und Auszeichnungen

Die populäre Französin wurde mehrmals für ihre Verdienste ausgezeichnet:

1978 – 1985 war die Büste der französischen Nationalfigur Marianne nach Mireille Mathieu als Vorbild gestaltet

1984 Erhalt des Bundesverdienstkreuzes für ihre Bemühungen um die deutsch-französische Freundschaft

1999 Ernennung zum Ritter der Ehrenlegion in Frankreich

2001 Ernennung zum Offizier der Ehrenlegion in Frankreich

Außerdem wurde sie von Papst Johannes Paul II., Queen Elizabeth II. und dem früheren US-Präsidenten Ronald Reagan als Gast eingeladen.


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