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Tony Marshall

Tony Marshall

Tony Marshall – …nicht weniger als eine Legende

Tony Marshall wurde am 3. Februar 1938 in Baden-Baden als Herbert Anton Bloeth geboren, änderte aber späterhin seinen Nachnamen zu Hilger. Er absolvierte eine Ausbildung zum Opernsänger an der Musikhochschule in Karlsruhe. Marshall ist seit 1962 mit seiner Ehefrau Gabi, einer Freundin aus Kindertagen, verheiratet und hat drei Kinder, die Söhne Marc (*1963) und Pascal (*1967) sowie die Tochter Stella, die als „Nachzüglerin“ 1979 geboren wurde. Beide Söhne sind in der Musikbranche aktiv – Marc Marshall ist Teil des berühmten Duos „Marshall [&] Alexander“. Der große Durchbruch für Tony Marshall wurde 1971 der Schlager „Schöne Maid“, den er eigentlich gar nicht hatte singen wollen, aus finanzieller Not dann aber doch sang…

„Schöne Maid“ war nur der Beginn einer sensationellen Karriere

In der Hoffnung, man würde ihn dann aus dem Studio werfen, hatte sich Tony Marshall vor der Aufnahme von „Schöne Maid“ einen Schwips angetrunken – doch die Rechnung ging nicht auf, der Song wurde aufgenommen, und Marshall wurde damit schnell zum Superstar. Die Melodie dieses Schlagers ist ein tahitianisches Traditional. Die Single verkaufte sich noch im Jahr ihrer Erscheinung über eine Million Mal – und brachte ihm bis heute sechs Goldene Schallplatten ein.

Marshall, der als „Fröhlichmacher“ Deutschlands bekannt ist, begeisterte das Publikum in den Folgejahren mit Hits wie „Komm gib mir Deine Hand“ (1971), „…und in der Heimat“ (1973), „Bora Bora“ (1978) oder dem Hit „Resi, bring Bier (Crazy for You)“ (1991) gemeinsam mit Roberto Blanco. Zuletzt begeisterte er mit einer Neuaufnahme von „Schöne Maid“: die 2009 als Single veröffentlichte „Schöne Maid 2010“. Auch mit Schlagern wie „Nach Regen blühen Blumen“ (2008) und „1000-mal an Dich gedacht“ (2009) konnte er in jüngerer Zeit ein gewohnt breites Publikum begeistern. Tony Marshall veröffentlichte insgesamt 120 Singles und über 50 Alben, zuletzt im Jahr 2010 das Album „Tony 2010“.

Sein Stil ist aber alles andere als bloß die Vermarktung plumper Fröhlichkeit – zu seinem 70. Geburtstag attestierte ihm Journalist Thomas Blum in einem Beitrag in „Jungle World“ vom 13. März 2008 gar ein hohes poetisches Potential, in dem er Formeln wie „Tralala“, „Hopsasa“, „Ho-ja ho-ja ho“ und „Ubba Ubbu Jabbadabbadu“ als „Chiffren sowohl für dionysische Entrückung wie für eine schrankenlose Bejahung einer endlosen Feier des Daseins“ bezeichnete. Ob man dem folgen möchte oder nicht: Tony Marshall begeistert jedenfalls seit nunmehr fast sechzig Jahren Jung und Alt mit seiner bodenständigen, fröhlichen Musik.

In den letzten Jahren hat sich Tony Marshall zudem wieder mehr auch seiner ursprünglichen Profession des Opernsängers angenähert – er stand zwischen 2005 und 2010 als Tevje in dem Musical „Anatevka“ auf der Bühne, 2008 als Papageno in Mozarts „Zauberflöte“ und zuletzt 2012 als Alfred P. Doolittle in „My Fair Lady“.

Auszeichnungen und Preise

Neben den unzähligen Goldenen Schallplatten, die Tony Marshall im Laufe seiner langen Karriere angesammelt hat, gewann er 1976 den deutschen Vorentscheid beim Eurovision Song Contest, wurde aber disqualifiziert, da sein Song zuvor bereits von einer anderen Sängerin öffentlich gesungen worden war.

2007 wurde er mit dem Münchhausen-Preis der Stadt Bodenwerder ausgezeichnet, mit dem seit 1997 alljährlich Menschen für ihre außergewöhnliche Begabung in Darstellungs- und Redekunst, Phantasie und Satire geehrt werden.

Ehrenamtliches Engagement

Tony Marshall gründete 1999 die Tony-Marshall-Stiftung, die sich für Menschen mit Behinderungen einsetzt. Fördern tut diese Stiftung unter anderem Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen sowie neue Wohn- und Beschäftigungsprojekte für Behinderte. Diese Stiftung ist ein Projekt, das Marshall gemeinsam mit seiner Tochter Stella, die selbst an Epilepsie und Infantiler Zerebralparese leidet, verfolgt.

Was man sonst noch wissen sollte…

Im Jahr 2012 wurde bekannt, dass Tony Marshall an Polyneuropathie leidet, einer Krankheit, die zeitweilige Lähmungserscheinungen auslöst und die ihn im selben Jahr zum Abbruch eines Konzertes zwang. Die Boulevardpresse berichtete in diesem Zusammenhang von Marshalls „Trinkerbein“, obschon übermäßiger Alkoholkonsum nur eine von vielen Ursachen dieses komplexen Krankheitsbildes ist.

Ebenfalls in die Presse gelangten in den vergangenen Jahren Gerüchte um eine angebliche Pleite des Superstars. Marshall räumte finanzielle Sorgen ein, Hintergrund seien Verluste bei Immobilienanlagen im Osten gewesen.

Nach sensationellen 43 Jahren als Manager von Tony Marshall ging zudem Herbert Nold 2013 aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand – nach zwei Schlaganfällen hatten Ärzte dem 73-Jährigen zum Rückzug aus dem Berufsleben geraten. Seither hat Lothar Böhler diese Aufgabe übernommen.

Eine schöne Nachricht zum Schluss: Seit dem 16. Februar 2008 ist Tony Marshall Ehrenbürger der polynesischen Insel Bora Bora – für seinen gleichnamigen Hit, der dreißig Jahre zuvor die Charts gestürmt hatte.


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