Mary Roos: „Wenn man älter wird, braucht man Humor“

Mary Roos: „Wenn man älter wird, braucht man Humor“ © Till Brönner
Christine Kröning
Leitung Events
15.07.2014

Aktuell stellt Schlagersängerin Mary Roos ihre neue Single „Einzigartig“ vor. Wir haben die sympathische Sängerin getroffen und konnten mit ihr über das neueste Werk, ihre Persönlichkeit und über ihre Pläne sprechen.

Hallo Mary, vielen Dank, dass Du Dir Zeit für ein Interview genommen hast. „Einzigartig“ heisst Deine aktuelle Single, die wieder sehr erfrischend, ehrlich und anspruchsvoll daherkommt. Ist es Dir wichtig Botschaften in Deinen Songs zu verarbeiten?

Mary Roos: Eigentlich sind das immer nur meine Gedanken, die ich damit rüberbringen möchte. Ich frage mich so oft, warum die Leute immer mehr sein wollen als sie sind. Ich finde, sie sind schon genug. Wenn zum Beispiel jemand permanent Diät macht und dabei schlecht gelaunt durch die Gegend rennt, dann ist das doch schrecklich für die Person. Es gibt uns doch alle nur einmal auf dieser Welt und das ist eben diese Einzigartigkeit, die ich toll finde.

Was ist für Dich einzigartig?

(Überlegt) Ach, das weiß ich gar nicht so… Doch mein Sohn ist einzigartig für mich - ja ganz bestimmt sogar! Aber es gibt auch viele Momente in meinem Leben, die ich nicht missen möchte. Aber auch ein toller Sonnenuntergang kann einzigartig sein. Es gibt viele Momente, die so einfach nie wiederkehren, das ist für mich einzigartig.

Du bist ein sehr lebensfroher Mensch, der auch über sich selber lachen kann. Glaubst Du das kann man lernen und wenn ja, wie?

(Lacht) Ich finde es ganz wichtig, dass man über sich selber lachen kann, denn wenn man älter wird, muss man doch vieles von der komischen Seite sehen, oder? Wir sind jetzt hier heute zum Beispiel fünf Frauen im gestandenen Alter, die gemeinsam auftreten und was ich dabei so herrlich finde, sind diese Sticheleien. Und zwar nicht hinten rum, sondern direkt nach vorne, einfach herrlich. So kann und muss man älter werden, denn alles andere bringt nichts. Ich habe zum Beispiel gerade jemanden in meinem Bekanntenkreis, der ist in der Tat ziemlich dröge. Mit ihm habe ich mich recht viel unterhalten und er meinte anschließend, dass er sich ab sofort sämtliche Sitzungen bei Psychologen sparen könne, denn ich würde ihm das alles viel besser vermitteln.

Du setzt bei Deinem neuen Werk wieder auf Dein Autorenteam Johannes Oerding und Sven Bünger. Was macht die Beiden so besonders für Dich?

Die Beiden sind einfach so toll. Es hat mir schon bei meiner letzten CD wahnsinnig viel Spaß gemacht mit ihnen zusammenzuarbeiten, weil es total unangestrengt abläuft. Diese Leichtigkeit habe ich selten erlebt. Oftmals war es so wie ein Diktat. Da wurde vorgeschrieben, wie man zu singen hat und die Beiden lassen mir viele Freiheiten, was ich natürlich sehr gerne annehme.

Du hast auch ein einzigartiges Cover von Deinen Fans kreieren lassen. Der Aufruf hieß damals: „Sympathischer, chaotischer Mann mit drei Haaren und Hosenträgern gesucht“. Wie kam es zu dieser Idee?

Ich fand das Thema einfach einzigartig und komisch. Viele Männer finden sich ja ganz toll und irgendwie hatte ich diese Figur Mann wie beschrieben vor Augen. Ich dachte mir, „Ach so einer nimmt das Leben vielleicht ein bisschen gemächlicher, ruhiger und vor allem hat er Humor“.

Die Single ist ja Vorbote zum neuen Album. Wann wird es erscheinen?

Richtig, es wird wohl im Frühjahr 2015 erscheinen. Wir arbeiten auch schon fleißig daran. Wir bekommen auch sehr viel zugeschickt von jungen Leuten und Bands, was ich total spannend finde. Ich lege immer mehr Wert auf Texte, da die für mein Verständnis von Musik enorm wichtig sind. Ich versuche immer authentisch zu sein, das ist zwar so ein Wort, welches oft strapaziert wird, aber ich möchte einfach so bleiben wie ich bin und mich nicht für andere verbiegen.

Planst Du in absehbarer Zeit wieder eine Tournee?

Ich würde wahnsinnig gerne eine Tournee machen, aber heute ist alles so teuer. Die Musiker müssen entsprechend gut bezahlt werden, die Hallen müssen angemietet werden und vieles mehr. Ich persönlich würde gerne auf einiges verzichten, aber mir ist es wichtig, dass meine Musiker in einem guten Hotel wohnen und nicht in irgendeiner Absteige. Aber warten wir mal ab, nur wenn das nicht gegeben ist, dann wird es eher keine Tour geben.

Ganz provokant gefragt in Anlehnung an Deinen Song „Frau Roos, wie lange woll’n Sie das noch machen“?

Also diese Woche halte ich noch durch. (lacht) Ich kann mich erinnern, dass ich früher immer dachte, dass so Frauen in meinem Alter ja nun ihre Karriere gehabt haben und jetzt können sie auch langsam aufhören. Ich selber finde das Lied auch klasse – sicher eines meiner besten. Von mir aus könnte es auch noch ne Spur frecher und provokanter sein.

Wie sehen Deine Pläne für 2014 aus?

Ich habe mir vorgenommen einen Gang zurück zu schalten, da ich gemerkt habe, dass mein Körper mir so Zeichen gibt. Die letzten Jahre bin ich durch alles wie eine Dampfwalze gejagt. Deshalb habe ich mir gedacht, ich muss ein wenig ruhiger werden, mich ein bisschen „entschleunigen“ und auch ein wenig was Privates tun. Auftanken ist einfach ganz wichtig.

Schlager.de bedankt sich ganz herzlich für dieses sehr unterhaltsame und erfrischende Interview und wünscht Dir für die Zukunft alles erdenklich Gute.

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