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Udo Jürgens mit besonderer Hommage geehrt

Udo Jürgens mit besonderer Hommage geehrt © Frank Oppitz

„Der Mensch ist erst tot, wenn der letzte Mensch gestorben ist, der sich seiner erinnert“ – sinngemäß so äußerte sich Udo Jürgens zum Thema Tod. Es spricht in der Tat viel dafür, dass Udo Jürgens – diesen Maßstab angelegt – unsterblich bleiben wird. Ein Denkmal baute er sich dank seiner Musik bereits zu Lebzeiten. Bis zum Schluss stand der wohl bedeutendste deutschsprachige Komponist und Entertainer des 20. Jahrhunderts auf der Bühne.

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Schon zu Lebzeiten gab es einige sehr gute Coverbands und –interpreten, exemplarisch seien hier „Sahnemixx“ und Alex Parker genannt, die Udos Musik schon respektvoll weitertrugen, als der Meister selbst noch lebte. Hinzugekommen sind eine Unmenge an Tribute-Shows, bei denen es schwer fällt, den Überblick zu behalten, zumal fast alle Shows den gleichen Namen tragen und teilweise regional agieren. Dass es dabei auch unerfreuliche Udo-Adaptionen gibt – gerade bei regional tätigen Gruppierungen und Künstlern – versteht sich von selbst.

Stimmwunder lassen Udo leben

Eine weit überdurchschnittlich gelungene Show läuft inzwischen schon seit einigen Jahren im Dortmunder Hansa Theater. Der renommierte Sänger Rudi Strothmüller gibt hier den Udo Jürgens. Strothmüller ist kein Unbekannter. Mit dem „echten“ Udo trat er gemeinsam auf, u. a. in Wim Thoelkes „großen Preis“ und in Dieter Thomas Hecks „Goldener Stimmgabel“. Als Pionier betätigte er sich, indem er sich als einer der ersten Dozenten für Populargesang betätigte. Ungewöhnlich: Die Show beginnt mit dem Klassiker „Merci Cherie“, gesungen von Strothmüller alleine am Flügel. Dass der Mann perfekt singen kann, merkt man, was bei einer Udo-Cover-Show vielleicht etwas störend wirkt, denn Udo war ja nicht unbedingt der ausgebildete Sänger und hatte eine sehr markante, kaum zu imitierende Stimme. Darauf muss man sich einlassen – wer von einer Udo-Cover-Show ein Udo-Imitat erwartet, der mag vielleicht enttäuscht werden. Wer sich aber wünscht, dass Udos Musik lebendig bleibt, wird spätestens dann hellhörig, wenn Strothmüller seine „Kinder“ auf die Bühne bittet. Und die sollen hier mal gewürdigt werden, weil die Band wirklich extrem gut zusammengestellt ist, es handelt sich um großartige Einzelmusiker, die aber auch im Bandspiel sehr gut zusammenwirken und die deshalb einfach mal den Rahmen dieses Artikels geben sollen.

Augenzwinkernd begrüßt Rudi Strothmüller die Musikerinnen und Musiker als seine „Kinder“. („Nach langjährigen Recherchen ist es mir gelungen, meine unehelichen Kinder zu finden“).  Interessanterweise sind das – anders als es bei Udos Orchester war – fast ausnahmslos Damen. Den „Hahn im Korb“ gibt Schlagzeuger Sven Petri, der eine Bank an den Drums war und bei dem man sich bis zum Schluss nicht sicher war, ob es sich nicht doch um Robbie Williams handelte…

Schon optisch auffällig (großflächige Tätowierungen hat man bei Udokonzerten eher selten gesehen) ist die Gitarristin Jani Näckel, die „eigentlich“ bei einer AC/DC-Coverband mitspielt und bei der ich mich entschuldige, sie hier zu erwähnen, weil das vermutlich nicht gerade imageförderlich ist, als Rockmusikerin von Udo-Jürgens-Fans gelobt zu werden. Aber was sein muss, muss sein – ihr Gitarrensolo bei „Der Mann ist das Problem“ war großartig, auch Einlagen wie das Intro von „17 Jahr blondes Haar“ (allerdings in der 72er- und nicht in der Motown-65er-Version) oder „Mit 66 Jahren“ – solche rockigen Einlagen hat Udo ja auch selbst immer wieder gerne gegeben – sensationell gut – und NEIN, die Gitarre war NICHT zu laut gedreht … Auch das Gitarrensolo „Ich weiß, was ich will“ – großes Kino, schade, das dürfte gerne etwas länger gehen – wirklich etwas für Gourmets…