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Das erwartet Euch bei der Tour von Nino de Angelo

Das erwartet Euch bei der Tour von Nino de Angelo © Schlager.de/Andrea Ney

Das Koblenzer Publikum ist auf jeden Fall restlos begeistert, als er sagt, dass die Musik und seine Fans ihn irgendwie auch am Leben gehalten haben. So manche Pointe, die er an diesem Abend setzt, geht vor allem auf seine Kosten. De Angelo hat kein Problem damit, auch schon mal Kritik an sich selbst zu üben oder sich selbst auf „die Schippe“ zu nehmen. Er beschreibt, dass er gerade auch das Widersprüchliche absolut interessant findet und das spiegelt sich zudem immer in den Texten seiner Lieder wieder. „Zur Hölle mit der Liebe“, auch der nächste Song ist ein Titel aus seinem neuen Album. Das Thema Liebe war und ist immer auch ein spannendes Thema für Nino de Angelo selbst und auch der Titel „Liebe für immer“ greift dieses nochmals auf. De Angelo lebt lieber im „Hier und jetzt“ als große Pläne für die Zukunft zu schmieden. Er beschreibt dieses mit dem Titel „Das ist der Augenblick“. Mit dem nächsten Song „Herz an Herz“ versucht de Angelo dann den Brake – weg von der Schlager Affinität und hin zum modernen Popschlager.

Schon im Booklet seiner aktuellen CD-Produktion schreibt Nino de Angelo: „Mit diesem Album hältst du ein Stück meiner Lebensgeschichte in deinen Händen“ und diese erzählt er uns an diesem Abend natürlich musikalisch. Und auch die Vorgeschichte des nächsten Titels ist überaus privat. Ein Tabuthema in der Familie war immer Ninos Bruder. Nie sprach man über den Erstgeborenen – wenn, dann wurde hinter vorgehaltener Hand getuschelt. Aber dennoch erfuhr Domenico Gerhard Gorgoglione (so Ninos bürgerlicher Name) von dessen Identität. Im Alter von fast 30 Jahren begab er sich dann auf emotionale Spurensuche in die Vergangenheit. Seine Nachforschungen haben ergeben, dass sein Bruder (der Erstgeborene) bereits im Babyalter verstorben ist. Lange Zeit belastend war für ihn dann die Tatsache, dass er auf den Namen seines verstorbenen Bruders getauft worden ist. Im Rahmen seiner Nachforschungen hat er seine Gefühle und Emotionen letztendlich in einem Lied verarbeitet. Der Song „Tattoo in meinem Herzen“ ist sein Song für den Bruder.

Spontan lädt Nino vier Personen aus dem Publikum für den Rest der ersten Halbzeit auf „seine Couch“ ein. Unter anderem Jan Stephan, den Leiter des offiziellen Drafi Deutscher Fanclubs. Und natürlich hatten die beiden sich einiges zu erzählen. Denn Drafi Deutscher war, ist und bleibt ein großes musikalisches Kapitel in der Karriere von Nino de Angelo.

Standing Ovations gab es dann nach dem Titel „Das Weinen hab ich längst verlernt“, der ebenfalls aus der Feder von Drafi Deutscher stammt. Nino de Angelo merkt an, dass Drafi ihm tatsächlich verschiedene Titel „auf den Leib“ geschrieben hat. Er gibt zu, dass es Lieder gibt, die wirklich nur zu einem bestimmten Künstler passen. Die man auch immer wieder mit diesem in Verbindung bringt. Sobald diese von jemand anderem interpretiert werden, wirkten die Songs kaum mehr authentisch, gibt er zu. Der nächste Titel im Programm war zunächst als Nachfolgesingle von „Jenseits von Eden“ gedacht. Leider war die Zusammenarbeit Deutscher/De Angelo zu der Zeit aber bereits beendet und so hat Drafi Deutscher den Song selbst gesungen. Exklusiv für die „Mr. Jenseits von Eden Tour“ hat Nino de Angelo diesen Titel nun aufgenommen. „Tief unter meiner Haut“ – die gefühlvolle Live-Interpretation dieses Titels erzeugt absolute Gänsehautstimmung. „Mach das nochmal mit mir“ – dieses Lied läutete dann das Ende des ersten Teils und die Pause ein.

Gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit erzählt de Angelo, dass er Songs auch schon mal geträumt hat. So sei damals auch der Titel „Angel“ entstanden. Weiter ging es auf der musikalischen Reise mit dem Lied „Mon Amour Chérie“ – ein Duett-Titel, den er seinerzeit für Simone und Charly Brunner geschrieben hat. Aber auch Nino nimmt man diesen Titel ab, wenngleich ihm in Koblenz gerade die Duett-Partnerin auf der Bühne fehlt und er den Song solo zum Besten gibt. Bei den älteren Songs gibt es im Publikum nun absolut kein Halten mehr. Fast alle strömen nach vorne in Richtung Bühne.

Wir blicken zurück auf das Jahr 1986: „Wünsche der Nacht“ auf diesen Titel und vor allem auch das Autoren-Team ist de Angelo überaus stolz. Diesen Song hat seinerzeit Harald Steinhauer komponiert und der Text stammt aus der Feder von Dr. Michael Kunze. Musikalisch geht es dann nochmals drei Jahre zurück, denn das Jahr 1983 bescherte Nino de Angelo den Hit „Ich sterbe nicht nochmal“.

„Jeder Song hat ganz einfach seinen Sänger“, so de Angelo. Seinerzeit passte alles zusammen, gibt er offen und ehrlich zu. Der Titel, die Stimmung und überhaupt. All das ist nicht mehr zu toppen, merkt Nino an. „Jenseits von Eden“ – das war und ist einfach sein Song und natürlich fehlt auch dieser noch im Programm.

Nach den „Drafi Deutscher Songs“ präsentierte de Angelo die Hits, die aus der Zusammenarbeit mit Bohlen stammen: „Samurai“ und „Flieger“ Sein Programm beendete er nach einem nicht enden wollenden Applaus und lautstarken Zugaberufen mit dem Titel „Atemlos“.

Ein Konzertabend ganz ohne Schnörkel und Showeffekte! Schlager.de sagt DANKE dafür an den „Mr. Jenseits von Eden“.

Schön, dass wir mit dabei sein durften und eine unglaubliche Stimmung genießen konnten.

Andrea Ney

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