GfK-Chartanalyse: Indierock schlägt Metalband

GfK-Chartanalyse: Indierock schlägt Metalband

Wenngleich die deutsche Sprache einmal mehr Trumpf ist in den Charts, sind es diesmal keine Schlageralben, die die Spitze erobert haben. Mit Tocotronic hat es eine Indierockband auf Platz 1  geschafft, die sich eigener Aussage „wie Bolle freut, das zweite Mal in unserer langen Karriere den ersten Platz der Hitparade erklommen zu haben“. In einer rasanten Aufholjagd überholte die Mitte der 1990er Jahre gegründete Hamburger Rockband mit ihrem Album „Die Unendlichkeit“ die Gruppe „Hämatom“, die sich mit „Silber“ zufrieden geben musste. Deren Album „Bestie der Freiheit“ markiert dennoch den größten Erfolg der Bandgeschichte der fränkischen Truppe, die der Neuen Deutschen Härte zugeordnet wird – noch nie waren die Jungs von Hämatom unter den ersten 3 der Albumcharts.

 

Im Schlagersegment hat Florian Silbereisen es mit KLUBBB3 zum dritten Mal in Folge geschafft, seine Lebensgefährtin „in die Schranken zu weisen“. In den Top-10 liegt „Wir werden immer mehr“ (Platz 6) knapp vor Helene Fischers nach ihr selbst benanntem Album (Platz 8).

Als Re-Entry konnte sich „3D-Der Katalog“ der legendären Elektro-Band Kraftwerk platzieren, was darin begründet sein dürfte, dass die Düsseldorfer Gruppe bereits zum zweiten Mal in ihrer Karriere mit diesem Produkt den sehr angesehenen amerikanischen Musikpreis „Grammy“ gewonnen haben (schlager.de berichtete).

Bei den Compilations schickt sich die 2018er Ausgabe der „Schlager Champions“ den Erfolg des Vorjahresalbums ebenfalls zu erreichen: Bereits zum dritten Mal ist die Hitzusammenstallung auf Platz 1 der Compilationcharts zu finden – beeindruckend!

Mangels relevanter Neuerscheinungen gab es in dieser Woche auch keine Neueinsteiger. Bemerkenswert ist allerdings, dass Laura Wilde, letzte Woche spektakulär in die Top-20 eingestiegen, bereits in der zweiten Woche nicht mehr in den Charts präsent ist – und das trotz erheblicher Promotion-Bemühungen.

Immer überraschender hingegen ist der Single-Erfolg von „Ingo ohne Flamingo“, der sich in der Karnevalszeit langsam, aber sicher anschickt, die Top-50 der Singles zu „knacken“ (aktuell Platz 61 in der 6. Woche). Das Konzept, sich Masken aufzusetzen, scheint aufzugehen: Ingo ohne Flamingo tritt mit markanter Entenmaske auf, und auch die in dieser Chartswoche erfolgreichen Hämatom fallen mit einer aufwändigen Maskierung auf.

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