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Der MDR und “Die Schlager des Monats”

Der MDR und “Die Schlager des Monats” © Daniela Jäntsch

Im April präsentierte der MDR erstmals „Die Schlager des Monats“. Damit hat das Genre seit einem halben Jahr wieder eine Hitparade im deutschen Fernsehen, die, zusammengestellt von der GfK Entertainment GmbH, die Top 50 der Schlager-Albumcharts listet.

 

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Die neu in die Top 50 eingestiegenen Alben werden mit aktuellen Videos, teilweise aber auch mit älteren (!) TV-Ausschnitten vorgestellt. Mit einem Infoband am unteren Bildschirm laufen parallel dazu die 50 Chartplatzierungen des jeweiligen Monats durch. Brink holt sich in jeder Sendung Künstler ins Studio, die allerdings nicht singen dürfen, sondern von ihm in belanglosen Interviews verheizt werden. Auch Dr. Mathias Giloth, Geschäftsführer der GfK, kommt zu Wort, der mit kleinen Aufsagern die Platzierungen kommentiert und damit einen weiteren Beitrag zur Abendunterhaltung leisten darf. Im letzten Teil der Sendung werden in einem Countdown dann die Top-Ten-Alben gelistet.

So wird das nichts!

Klare Botschaft an den MDR: Liebe Redaktion, so wird das nichts mit der Hitparade! Ihr spielt mit dieser Sendung allen Kritikern in die Karten, die den Schlager schon immer ein bisschen doof fanden und der Meinung sind, damit ließe sich kein Programm machen. Das Gegenteil ist der Fall: Es gibt mit den beiden Branchen-Leadern Roland Kaiser und Howard Carpendale, mit den Schlager-Queens Andrea Berg und Helene Fischer, mit Fantasy, Maite Kelly oder Ben Zucker hervorragende Künstler, die das Genre prägen, es weiterentwickeln und den Schlager zu dem machen, was er ist: Musik, die sich mitten in der Gesellschaft platziert und ein breites Publikum begeistert.

Der deutsche Schlager ist lebendig und vielfältig. Ein leeres Studio, in dem Bernhard Brink verlassen steht, ist, um es milde zu formulieren, ziemlich kontraproduktiv. Bitte schaut auf den vor kurzem verstorbenen Dieter Thomas Heck, den Altmeister der Branche, und lernt von ihm: die Liebe zum Künstler, die Leidenschaft der Präsentation und das Selbstbewusstsein, damit auf einem guten Sendeplatz zu bestehen. Holt Euch Publikum ins Studio und lasst die Stars live auftreten! Ja, kostet Geld. Na und? Es wäre mal etwas wirklich Neues, als dieselben Künstler angekündigt durch dieselben Moderationen in den immer gleichen Sendungen auftreten zu lassen. Es wäre etwas anderes als überinszenierte Show-Auftritte, die nicht mehr sind als alberne Zirkusnummern und die, wenn überhaupt, ein paar Rentner erfreuen. Macht endlich ein Live-Format aus der Hitparade, in dem sich die Künstler so zeigen können, wie sie sind: ernsthaft, unverstellt und pur. Das und nur das bindet langfristig interessiertes Publikum. Hossa!

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