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Roland Kaiser: „Ich hielt mich für den Größten“

Roland Kaiser: „Ich hielt mich für den Größten“ © NDR/Uwe Ernst

Er hat exzessiv gelebt und geliebt und war früher „ein ziemliches Arschloch“: „Ich hielt mich für den Größten.“ Das ist die Lebensbeichte von Schlager-Gentleman Roland Kaiser, der ausführlich wie nie in einem großen Interview mit dem Wochenmagazin „DIE ZEIT“ über die Höhen und Tiefen seiner Karriere spricht. Er ist dafür mehrere Monate von einer Redakteurin des Blattes begleitet worden. Entstanden ist ein sehr persönliches Gespräch, das aber außer ein paar privaten Details nur wenig Neues offenbart. Kaiser hat es parallel zu seinen großen Erfolgen in den 80er-Jahren ziemlich krachen lassen. Er habe „sehr bewusst seine Macht ausgenutzt und Leute manipuliert.“ Und er war ein Lebemann, der die Frauen liebte, und die Frauen liebten ihn. Kaiser gibt unumwunden zu: „Ich war sicherlich kein Bewohner eines Klosters.

 

Eingefleischte Fans kennen die Stationen seines Lebens, die das Porträt nachzeichnet: seine ärmliche Kindheit im Berliner Wedding, die Liebe zu seiner Pflegemutter, seine unaufhaltsame Schlager-Karriere, die Lungentransplantation und der Mega-Erfolg danach. Er plane im Moment schon Konzerte bis ins Jahr 2022, so Kaiser, und dass diese immer mehr und größer werden, sei ihm fast schon unheimlich. Dabei war Kaiser alles andere als auf eine Gesangskarriere abonniert. In der Schule bescheinigte ihm sein Musiklehrer, er habe kein Gehör, und ein Tanzlehrer warf ihn aus seinem Kurs. Er habe ihn, erzählt Kaiser, in sein Büro gebeten und gesagt: „Roland, hier hast du dein Geld zurück.“ Er sei einfach kein Tänzer.

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Dennoch gelang ihm der Einstieg ins Musikgeschäft. Hits wie „Santa Maria“, „Dich zu lieben“ oder „Joana“ verhalfen ihm zu einer der erfolgreichsten Karrieren im deutschen Schlager. Kaiser hat über 90 Millionen Tonträger verkauft, ca. 300 bis 400 Titel geschrieben und verkauft aktuell so viele Konzerttickets wie nie zuvor – etwa 300.000 im Jahr. Seine vier Kaisermania-Shows mit etwa 50.000 Besuchern alljährlich in Dresden sind legendär. So wie ihn der Erfolg früher unkritisierbar machte, so dankbar und demütig blickt er heute auf seine Karriere. Kaiser hat seine Eskapaden von damals längst hinter sich gelassen und ist eine der wenigen gestandenen und reflektierten Persönlichkeiten des Genres und ein Ausnahmekünstler seit vielen Jahren.

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Sina Worm30.12.2019Sina Worm

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