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Maria Hellwig: Nur ihre Tochter kannte ihr trauriges Geheimnis

Gastartikel
Maria Hellwig: Nur ihre Tochter kannte ihr trauriges Geheimnis © Hellwig-Archiv

Manche mäkelten, sie habe etwas von einer Trachtenpuppe. Doch das ist Unsinn, denn die Bayerin liebte Heimat und alte Bräuche wirklich, das war keine Maske. “Servus, Gruezi und Hallo!”, Maria Hellwigs Gute-Laune-Hymne brachte ihre Fans zum Schunkeln. Aber ihr Leben war das ihrer Generation: voller Lebensmut, aber auch Not und Leiden.

 

Doch von Anfang an: Maria Hellwig kam als Tochter eines Elektrikers und einer Hausfrau am 22. Februar 1920 zur Welt – würde also jetzt ihren 100. Geburtstag feiern, wäre sie nicht vor zehn Jahren verstorben. Ist sie im Himmel? Sicher, und vereint mit all denen, die vor ihr gegangen waren... Wie Sepp Fischer, ihre erste Liebe. Ihn lernte sie als 18-Jährige kennen. Damals arbeitete Maria als Verkäuferin, hatte aber als Kind am Bauerntheater Schauspielerfahrungen gesammelt – und sehnte sich insgeheim nach der Bühne. Als sie 1940 schwanger wurde, traten Sepp und sie ganz schnell vor den Traualtar. Dann wurde er an die Front nach Russland kommandiert. Sie schrieb ihm: "Ich warte auf dich und den Sonnenschein" – doch Sepp kehrte nie zurück. Um ihr Kind durchzubringen, war Maria sich für nichts zu fein. Die spätere Volksmusik-Ikone schabte Rinde von Bäumen, weil es dafür im Sägewerk ein paar Pfennige gab. Bessere Zeiten brachen an, als sie sich in Addi Hellwig verliebte. Ihr zweiter Mann erkannte ihr Talent. In Hamburg sprang Maria – die kurz vor dem Krieg eine Gesangsausbildung angefangen hatte – für eine Soubrette an der Volksoper ein. Nun nahm ihre Karriere Fahrt auf. Sie lernte Jodeln, tourte um die Welt, moderierte TV-Shows.

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Maria blieb aber auch ein Familienmensch. Zu gern hätte sie mit Addi Kinder bekommen. "Ich hatte zwei Fehlgeburten. Irgendwann wollte ich nicht mehr", so der Star. Ihre kleine Margot, mit der sie zum bekanntesten Duo der Schlagerwelt wurde, nannte sie "Gottesgeschenk". Ihr verriet sie auch ihr traurigstes Geheimnis: Im Krieg war Maria in einer Augsburger Lkw-Fabrik eingesetzt. Bei einem Bombenangriff wurde sie verschüttet. Seitdem hatte sie Panik-Attacken und Angst vor Dunkelheit. Auf Tourneen teilte Margot immer mit ihr ein Hotelzimmer, damit Maria nachts nicht alleine war. Als Addi 1996 für immer die Augen schloss, litt Maria sehr. Auch körperlich hatte sie Probleme. Nach Stürzen, einem Herzinfarkt und einem Augeninfarkt trat sie weiter auf, konnte aber nur schemenhaft sehen. Doch die Musik war ihr Leben – und so summte sie auf dem Sterbebett eine letzte Melodie.

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Schlager.de13.02.2020Schlager.de

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