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Tony Marshall: “Wer lernen will, was Leben heißt, kann zu mir kommen”

Gastartikel
Tony Marshall: “Wer lernen will, was Leben heißt, kann zu mir kommen” © Max Morath / Schlager.de

Herz-OP, Schlaganfall, Koma – die letzten Monate waren hart. Doch heute sitzt Tony Marshall (82) vor mir und lacht. Spitzbübisch, fröhlich. “Ich bin positiv”, beharrt er. “Positiv, solange ich lebe. Das Glück kann man nicht pachten. Das musst du erleben dürfen. Und Pech musst du ertragen können.”

 

Das Leben, so philosophiert der Sänger, ist ganz einfach: "Es kann schön und grausam sein. Es liegt letztendlich an dir, was du aus dem Leben machst!" Tony Marshall hat viel aus seinem gemacht. "Ich bin in einer Zeit geboren und aufgewachsen, als der Zweite Weltkrieg wütete. Und wurde schon als Kind mit allen bösen Dingen konfrontiert!" Mit viel Leid. "Mit dem Tod kam ich zum ersten Mal in Verbindung, als mein Bruder Franz verunfallte. Das war 1955. Er war 18 Jahre alt." Doch Jammern war keine Option. "Ich wollte leben, glücklich sein!" Und er wollte singen. So berühmt werden wie der weltbekannte Tenor Mario Lanza († 38). "Er war mein Vorbild!" Mit viel Fleiß und Disziplin schaffte Tony es zum "Muntermacher der Nation". Keine Feier ohne sein Lied "Schöne Maid". In jeder TV-Show war er Gast. Wilde Zeiten waren das. Mit Alkohol, wenig Schlaf: "Wenn jemand lernen will, was leben heißt, kann er zu mir kommen", schmunzelt der Sänger vergnügt.

Doch die Zeiten ändern sich...

Aus jung wird alt, aus gesund wird krank. "Jetzt bin ich im achten Jahrzehnt. Lass mich wieder Kind sein, habe ich mir gesagt!" Nur noch Freude und Spaß, nach all den Schmerzen: "Die Ärzte haben mir offen gesagt, wie's um mich steht. Ich glaube, manche würden vor Angst sterben. Ich war auf Intensiv. Niere und Herz haben nicht mehr mitgemacht. Damit hatte ich zu kämpfen, hab's vielleicht immer noch… Doch ich wollte die Kurve kriegen." Altwerden ist eben nichts für Feiglinge. "Ich kann nur schwer gehen, aber so Erfahrungen wie Demenz habe ich noch nicht machen brauchen!" Positiv bleiben, das Gute sehen. "Einfach mit der heutigen Zeit zurechtkommen. Die ist eine andere!" Und nicht unbedingt eine bessere. "Man hatte früher mehr Muße, das vermisse ich manchmal in dieser zunehmend schnelllebigen Zeit. Man wird älter, aber viele Erwachsene gehen am Leben leichtfertig vorbei, weil sie den Wert nicht zu schätzen wissen." Tony Marshall kennt den Wert genau. Vor wenigen Tagen starb sein älterer Bruder Gustl († 82). Das Leben zu genießen, ist nun noch wichtiger. Weil jeder Moment der letzte sein kann.

Schlagerstars in der Corona-Krise

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Sukeina Mochkabadi | NEUE POST17.03.2020Sukeina Mochkabadi | NEUE POST

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