Frank Schöbel: Die DDR-Führung hatte ihn im Griff

Frank Schöbel: Die DDR-Führung hatte ihn im Griff © frank-schoebel.de
Eduard Ebel
Redaktion
12.11.2020

Er war DER Star der DDR: Frank Schöbel. „Ich geh‘ vom Nordpol zum Südpol zu Fuß“ ist einer seiner größten Hits, mit dem er die Menschen im Osten und im Westen zum Tanzen brachte. Für die Führung der ehemaligen DDR war klar, welche Strahlkraft der Sänger hatte. Es ist also nicht verwunderlich, dass die Politik bei DIESEM Auftritt Schöbels Einfluss nahm. 

Vor einigen Tagen haben wir den 31. Tag des Mauerfalls gefeiert. Ost und West sind daraufhin zusammengeschmolzen. Es gab aber auch Zeiten, in denen sie sich bekriegt haben - nicht unbedingt mit Waffengewalt, sondern mithilfe der Musik.

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Frank Schöbel: Auftritt im Westen

Frank Schöbel war seinerzeit einer der größten Schlagerstars der ehemaligen DDR. Kaum verwunderlich, dass er für eine ganz besondere Aufgabe in den Westen reisen durfte. Die Rede ist von der Eröffnungsfeier der Fußballweltmeisterschaft 1974. Dieses Großereignis war eines der Aushängeschilder für die damals noch junge Bundesrepublik: Die erste Fußballweltmeisterschaft lockte tausende Zuschauer in die Stadien. Und so manche Menschen können sich sicherlich an die bunte Eröffnungsfeier im Frankfurter Waldstadion erinnern.

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Frank Schöbel: Mulmiges Gefühl

Mittendrin: Musiker Frank Schöbel. Er sollte die DDR bei den Feierlichkeiten musikalisch vertreten. Doch dieser Auftritt bereitete dem jungen Sänger ein mulmiges Gefühl: "Wenn man mich fragt nach der Mauer - was sage ich denn da? Ich hatte schon ein bisschen Angst vor (...) Und so gab man mir 22 Antworten von Erich Honecker, habe ich mir durchgelesen - so kann ich auch nicht antworten", sagte Schöbel in der Doku "Deutschland, deine Schlager".

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Frank Schöbel: Musik für Propaganda-Zwecke verwendet?

Wer jetzt denkt, dass der Sänger frei entscheiden konnte, welchen Titel er singt, der irrt. Die DDR-Führung habe Schöbel die Songauswahl vorgegeben - und zwar "Freunde gibt es überall". Nicht gerade einer seiner erfolgreichsten Stücke, aber trotzdem passend für eine Fußball-WM. Und das war nicht die einzige Einmischung in Schöbels Musik. Wie in der Dokumentation gezeigt, wurde Frank Schöbels Klassiker "Ich geh' vom Nordpol zum Südpol zu Fuß" als Werbemittel, um die DDR-Jugend für den Wehrdienst in der Nationalen Volksarmee zu begeistern. Tja, das waren echt andere Zeiten und der Schlager hatte eine besondere Rolle.

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