Howard Carpendale: „Ich geb‘ mir selbst ’ne Party“

Sina Worm
14.01.2021

Es ist das Jahr 1969, als ein schlaksiger Sunnyboy aus Südafrika Deutschlands Schlagerbühnen betritt und posaunt: „Ich geb‘ mir selbst ’ne Party, eine einsame Party.“ Heute, am 14. Januar, wird Howard Carpendale 75 Jahre alt, und das mit der einsamen Party war wohl irgendwie so eine Ahnung.

In dem Titel geht es eigentlich um die Trennung von einer Frau, aber eine fette Party kann er an seinem Geburtstag nun mal nicht schmeißen – Corona sei Dank! Er wird ein bisschen in Erinnerungen schwelgen und melancholisch sein. Und weil ihn keiner beklatscht und bejubelt, wird Carpendale vermutlich denken: "Wann kann isch endlisch wieder auf die Bühne?"

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Die Karriere des Howard Carpendale ist eine Erfolgsgeschichte. Der groß gewachsene Junge aus Durban, dessen Ehrgeiz noch größer ist als seine Träume und die blonde Fönwelle. Der über England nach Deutschland kommt und sich hier als Sänger versucht. Der schließlich den ersehnten Erfolg hat und aufsteigt zu den Superstars des deutschen Schlagers. Der immer mehr sein will als der Howie mit den einfältigen Liebesliedern und sich mit seinem Manager Dieter Weidenfeld und seinem Texter und Komponisten Joachim Horn-Bernges zu einem gefeierten Entertainer der Branche entwickelt. Aus guten Texten und tollen Kompositionen werden erfolgreiche Singles und Alben sowie aufwendige Tourneen. Er sagt, er schaue sich viele seiner Auftritte hinterher noch einmal an. Er sucht nach Fehlern, möchte nichts dem Zufall überlassen. So ist Carpendale. Er will die Nummer Eins sein. Immer.

Howard Carpendale: Schwere Depressionen

2003 dann das Aus. Mit dem Album "Der richtige Moment" beendet Carpendale seine Karriere. Er hat alles erreicht. Für eine Weile sieht es so aus, als hätte er wirklich den richtigen Moment erwischt. Er genießt sein Luxusleben in Amerika, doch bald fehlen ihm neue Ziele. Er rutscht in schwere Depressionen, die zusammen mit der jahrelangen Alkoholsucht seiner zweiten Ehefrau Donnice in einer gefährlichen Lebenskrise eskalieren. Carpendale ist am Tiefpunkt.

Howard Carpendale und seine Söhne

 

Howard Carpendale: Keine Mega-Hits mehr

Durch einen Klinikaufenthalt gelingt ihm der Absprung, und er kehrt zurück auf die Bühne. Der Applaus des Publikums ist seine Therapie. Er trennt sich von Weidenfeld und Horn-Bernges und stellt sich mit einem anderen Management neu auf. Auch wenn Singles und Alben durchaus erfolgreich sind, große Hits wie "Ti amo", "Hello again" oder "Samstag Nacht" sind nicht mehr zu schaffen.

Howard Carpendale: Der Alte geblieben

Aktuell veredelt Carpendale seine Karriere mit dem Royal Philharmonic Orchestra. Ihm gelingt das Kunststück, sogar mit seinen angestaubten Oldies wie "Das schöne Mädchen von Seite 1" und "Da nahm er seine Gitarre" die "Symphonie meines Lebens" 1 und 2 zu spielen und damit erneut zwei erfolgreiche Alben aufzulegen. Chapeau! Nun also der 75. Geburtstag. Die Föhnwelle ist inzwischen gefärbt – aber alles andere ist immer noch 100 Prozent Howard Carpendale!

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