Joelina Drews: „Die Magersucht hätte mich fast getötet“

Gastartikel
Joelina Drews: „Die Magersucht hätte mich fast getötet“ © Christine Kröning / Schlager.de
Closer
25.01.2021

Sie nennt sich nur Joedy – und möchte seit Jahren endlich raus aus dem Schatten ihres berühmten Papas. Jetzt greift die Tochter von Schlagerstar Jürgen Drews richtig an, und das nicht nur beruflich. Im CLOSER-Interview verrät die Sängerin, wie sie unter Hass-Kommentaren leidet, was sie ihren Eltern vorwirft und wie sie die dunkelste Phase ihres Lebens überwunden hat …

Ist Ihr neuer Song "Eiskönigin" eine Art Abrechnung mit der Familie?

So schlimm ist es nicht (lacht). Aber ich gebe intime Sachen aus meinem Background preis, erzähle, wie ich mit der Bürde als Promi-Tochter umgehe, wie es in meiner Gefühlswelt aussieht und wie Leute über mich geredet haben.

Ist es denn so schlimm, die Tochter von Jürgen Drews zu sein?

Heute sehe ich das nicht mehr so. Aber vor einigen Jahren haben mich die Kommentare mancher Menschen doch sehr getroffen. Vor allem als Teenager habe ich extrem gelitten …

Was wurde denn gelästert?

Zum Beispiel: Sie hat es so viel leichter als alle anderen. Papi regelt doch eh alles, sie ist nicht so gut wie er … Und so weiter. Sogar branchenintern war ich das schwarze Schaf.

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Das war sicher hart …

Ja, ich zeige aber nie nach außen, dass es mir schlecht geht. Und vor allem als Teenager, so ab zwölf, ging es mir wirklich nicht so gut. Das war die Zeit, als ich die ersten Schritte in die Öffentlichkeit gewagt habe und meine ersten Songs veröffentlichte. Die Kritik damals traf mich richtig hart, und es gab so manche sehr düstere Momente …

Wie muss man sich das denn vorstellen?

Ich habe den Fehler gemacht und mir alles durchgelesen, was so über mich geschrieben wurde. Es gab sogar Foren, in denen es um nichts anderes ging als um die Drews-Tochter. Damals waren wir, also die Familie, bei "Goodbye Deutschland" auf VOX zu sehen. Da konnte ich dann lesen: "Das kleine Mondgesicht soll doch mal abnehmen." Das hat mich am meisten getroffen. An solchen Bemerkungen bin ich zerbrochen.

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Sie haben daraufhin extrem abgenommen, richtig?

Ja, ich habe eine Essstörung entwickelt. Zwischen meinem 13. und 17. Lebensjahr war ich magersüchtig. Ich habe versucht, es zu verbergen, fühlte mich nur noch schwach und ausgelaugt. Kein Wunder, ich habe damals kein Gramm Fett zu mir genommen. Wenn meine Mama etwas mit Öl angebraten hat, habe ich es nicht gegessen.

Hat denn niemand etwas davon mitbekommen?

Einmal hat man es in der Sendung gesehen. Danach sind mir wieder die Hass-Kommentare um die Ohren geflogen …

Wie haben Sie die Krankheit überwunden?

Ich merkte irgendwann: Die Magersucht bringt dich noch um. Und dank meiner Mama bin ich da wieder rausgekommen. Sie ist meine beste Freundin. Mit ihr kann ich über alles sprechen.

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Haben Sie aus dieser schweren Phase etwas Positives mitgenommen?

Ja, sie hat mich reifen lassen. Seitdem weiß ich: Ich kann immer auf meine Familie zählen.

Was halten Ihre Eltern eigentlich von Ihrer Musik?

Mama findet "Eiskönigin" voll gut. Papa sagt: Das wird kein Hit (lacht). Aber was weiß er schon von Urban Music. Es ist schwierig, mit meinen Eltern über Musik zu sprechen, weil sie ganz andere Ansichten haben.

Sie streiten also über Musik?

Das nicht, aber sie sagen beide: Du könntest es so einfach haben, du könntest die neue Helene Fischer werden. Mach das, was Geld bringt. Mir geht’s aber nicht um das Geld, sondern darum, mich selbst zu verwirklichen. Ich will das tun, was Spaß macht!

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