Andrea Kiewel: Das Drama ihrer Kindheit

Gastartikel
Andrea Kiewel: Das Drama ihrer Kindheit © ZDF / Sascha Baumann
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04.04.2021

„Seit ich den DDR-Nationalmannschaftsbadeanzug an den Nagel hing, habe ich meine Schwimmhalle im Berliner Sportforum nie wieder betreten. Die Wahrheit? Ich ängstigte mich“, berichtet Andrea Kiewel (55). Erst für eine Doku kehrte sie Jahre später an den Ort des Schreckens zurück. Was kaum jemand ahnte: Als Kind wurde die „ZDF-Fernsehgarten“-Moderatorin skrupellos missbraucht.

„Ich wollte Olympiasiegerin werden“, erinnert sich Andrea Kiewel. Ein Talent fürs Schwimmen hatte sie schon immer, und so schaffte sie es, ihre Trainer von sich zu überzeugen. Sie wechselte in die Olympiatrainingsgruppe, trainierte gemeinsam mit Olympiasiegerinnen und Weltmeisterinnen. „Ich bekam Bade- und Trainingsanzüge der DDR-Nationalmannschaft und eine Schwimmbrille von Speedo“, erinnert sich Andrea Kiewel. Für das Mädchen schien der Traum zum Greifen nah.

Das Erwachen war hart. „Nie wieder im Leben bin ich so schlimm und so oft beschimpft und angebrüllt worden“, sagt Andrea Kiewel. Ihre Trainer beschreibt sie als „Autokraten am Beckenrand“. Es zählten nur die Medaillen, um die Stärke der DDR zu beweisen. Und dafür war jedes Mittel recht …

„Nach den Trainingseinheiten reichte mir mein Trainer einen kleinen Plastikbecher mit ‚Vitamintabletten‘. Und einen Becher mit einer gelblichen Flüssigkeit“, sagt Andrea Kiewel. Heute gehen Historiker und Wissenschaftler davon aus, dass alle DDR-Nationalschwimmerinnen ab 14 Jahren Anabolika – Präparate für Muskelwachstum – verabreicht bekamen! Meist unter dem Decknamen „Vitamine“. Die Nebenwirkungen können furchtbar sein: Leber- und Herzschäden, ein höheres Krebsrisiko.

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Andrea Kiewel weiß bis heute nicht, was genau sie damals einnahm. Woran sie sich erinnert, ist die „Sportmedizin“, die sie als „eine Art Versuchslabor“ bezeichnet. Dort entnahm man ihr mit nur örtlicher Betäubung Muskelfasern, um herauszufinden, wie sie am besten trainieren sollte. „Man entfernte mir dort auch den Blinddarm und durchbohrte mir die Nasennebenhöhlen“, so Andrea Kiewel. Letzteres ohne Narkose! Niemand habe sie gezwungen, beteuert Andrea Kiewel heute. „Aber es stellte sich auch niemand schützend vor mich.“

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