InterviewOlaf Henning: „Fehler machen gehört zum Leben dazu“

Gastartikel
Olaf Henning: „Fehler machen gehört zum Leben dazu“ © G&D Breuer-Konze / Schlager.de
Meine Melodie

Den Schlagerstar juckt es in den Füßen, endlich wieder eine Bühne betreten zu dürfen. Seine Fans mit seiner Musik glücklich machen, das ist Olaf Hennings (53) Leidenschaft, wie er im Interview mit MEINE MELODIE verrät:

Olaf, in Deiner neuen Single „Mr. Perfect“ singst Du darüber, eben nicht perfekt zu sein. Denkst Du, dass viele heute immer noch zu hohe Ansprüche an ihre Partner haben?

„Also bei aller Liebe: Den Mr. Perfect gibt es in meinen Augen sowieso nicht. Ich finde Perfektionismus im Beruf wichtig, aber im Privatleben oder in Beziehungen sollte man schon Ecken und Kanten haben.“

Schlager-Freundschaften

Das macht Menschen meist ja auch interessanter…

„Mit so aalglatten Personen komme ich eh nicht gut klar. Ich glaube, da spreche ich auch vielen Menschen aus der Seele. Man muss sich nicht immer für alles entschuldigen, warum man jetzt so oder so gehandelt hat. Außer natürlich, man hat sich wirklich falsch verhalten, da bin ich dann aber auch immer einer der Ersten, der sagt: Ich habe einen Fehler gemacht. Aber die gehören halt auch dazu, man kann ja nicht immer nur gerade durch das Leben gehen. Das wäre einfach langweilig.“

Du singst davon, kein Typ der großen Worte zu sein. Wie drückst Du Deine Liebe aus? Was wäre eine typische Liebesgeste von Olaf Henning?

„Ich lasse unglaublich gerne Kleinigkeiten für sich sprechen. Ich habe seit zwei Jahren eine Fernbeziehung und immer wenn ich zu meiner Partnerin fahre oder sie zu mir kommt, besorge ich Blumen für sie. Und wenn ich mal keine kriege, fahre ich zur Tanke und kaufe da eine überteuerte Rose. Klar gibt es diese großen drei Worte, aber die kann ja jeder sagen. Und das auch ziemlich schnell (lacht). Ich glaube, mit Gesten und wenig Worten ist manchmal viel mehr gesagt.“

Wie sehr belastet Dich gerade die aktuelle Corona-Lage?

„Ich erinnere mich noch genau an den 16. März letztes Jahr, als das Berufsverbot ausgesprochen wurde. Das war zwei Tage nach meinem Geburtstag. Seitdem ist mehr als ein Jahr vergangen und das belastet einen natürlich. Ich möchte raus, ich möchte auf die Bühne, ich möchte Menschen glücklich machen und ihnen die Sorgen nehmen. Denn genau das macht Musik. Ich war aber nicht untätig in all der Zeit: Ich habe an meinem neuen Album gearbeitet.“

Du hast ja noch eine weitere Schwierigkeit: Das Maskentragen fördert Deine Nasenspraysucht, weil du so noch weniger Luft kriegst.

„Ja, das stimmt. Ich bin seit fast 25 Jahren ‚Nasivist‘. Es ist eine sehr beklemmende Sache und obwohl ich mein Nasenspray immer dabei habe, ist es manchmal echt nicht einfach. Aber ich muss nun mal dadurch und beeile mich dann, wenn ich einkaufen gehe oder andere Besorgungen mache. Aber da stöhnen wir jetzt auf hohem Niveau, da haben bestimmt andere viel größere Probleme als ich.“

Und was tust Du, um Linderung zu erhalten?

„Das Einzige, was mir guttut, ist, wenn ich nach Holland an die Küste fahre. Durch die salz-und jodhaltige Luft brauche ich das Zeug kaum. Sonst habe ich auch schon alles versucht, über Nasendusche bis zum Cortison-Spray, bringt alles nichts. Sonst könnte ich mir nur noch die Nasenscheidewand lasern lassen. Ein Bekannter von mir hat das gemacht, der meinte, wenn die Tamponaden entfernt werden, fühle sich das an, als würde das Gehirn herausgezogen werden. Da habe ich für mich beschlossen: Das werde ich nie tun.“

Kannst Du denn ernsthafte Schäden davon ziehen?

„Also man sagt immer, dass die Dioxide im Nasenspray irgendwann den Herzmuskel schwächen und den Geruchssinn soll man auch verlieren können. Davon merke ich aber nichts. Im Moment habe ich jedenfalls keine Probleme.“

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Kannst Du über Dein neues Album schon irgendetwas verraten?

„Nein, leider noch gar nicht. Wir warten auf den Gongschlag, dass wir wieder auf die Bühne dürfen. Ich bin jetzt ja keiner, der oft bei dem Silbereisen eingeladen wird und war es auch nie. Ich verstehe das bis heute nicht und weiß auch keinen Grund dafür. Aber so muss ich mich halt anderweitig durchkämpfen, was mir aber ja auch ganz gut gelingt.“

Hast Du Dich denn mal darüber beschwert bzw. höflich nachgefragt, warum das so ist?

„Ja klar, ich erwähne es ja auch immer wieder. Dass ich mit meinen über 20 Jahren Bühnenerfahrung und als der, der den Popschlager geprägt hat, nicht eingeladen werde, versteht keiner. Ich werde auch oft von meiner Community darauf angesprochen, aber ich kann daran nichts ändern. Wir werden jetzt aber verschärft an die Musikredaktion herantreten.“

Du bist mit Deiner Kritik ja auch kein Einzelfall…

„Ich sehe es ja selbst an meiner Mutti. Sie ist Ende 70 und liebt Schlagersendungen, aber selbst sie hat schon vor eineinhalb Jahren zu mir gesagt: ‚Olaf, ich gucke das nicht mehr. Da sind immer nur dieselben Leute. Warum bist du nicht da?‘ Man muss auch mal anderen Leuten eine Chance geben.“

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