Norbert Rier: „Wenn man Sachen gerne macht, ist Stress ein Fremdwort“

Gastartikel
Norbert Rier: „Wenn man Sachen gerne macht, ist Stress ein Fremdwort“ © Kottersteger
Meine Melodie
18.07.2021

Wenn der Südtiroler nicht gerade mit den „Kastelruther Spatzen“ auf der Bühne steht, findet man ihn in der Natur

Seit über 40 Jahren ist Norbert Rier (61) schon bei den Spatzen – aber noch länger ist er begeisterter Landwirt. Wie er beide Leidenschaften unter einen Hut bekommt, erzählt der Volksmusiker im Interview mit MEINE MELODIE.

Herr Rier, wie geht es Ihnen?

„Ganz gut. Das Wetter bei uns ist schön und die ganzen Corona-Einschränkungen werden auch langsam wieder aufgehoben.“

Wissen Sie schon, wann Sie wieder auf Tour gehen können?

„Bis jetzt steht erst mal unser großes Open-Air-Konzert im September an und ab Oktober werden wir endlich wieder bei 40 Konzerten live zu sehen sein (Tickets gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen sowie im Internet unter www.eventim.de).

Vermissen Sie die Bühne?

„Mittlerweile schon. Am Anfang war es ehrlich gesagt sogar recht angenehm. Vor Corona hatte ich mal darüber nachgedacht, ein Jahr lang Pause zu machen. Aber diese lange Zwangspause, die hat sich keiner von uns gewünscht. Jetzt vermisst man das Musikmachen, die Fans zu sehen und das ganze Bühnenleben schon sehr.“

Ihr neues Album heißt „HeimatLiebe“. Was bedeutet Heimat für Sie?

„Heimat ist etwas ganz Wichtiges. Gerade in der Coronazeit hat man noch mehr zu schätzen gelernt, wie wichtig ein Zuhause ist, wo man sich wohlfühlt. Auch in früheren Liedern ging es bei uns schon oft um das Thema Liebe zur Heimat. Wir sind alle sehr naturverbunden und auch unsere Tracht zeugt von Verbundenheit und Tradition. Es ist einfach für jeden wichtig, ein Zuhause zu haben.“

Sie sind Opa von drei Enkeln. Versuchen Sie, diese aktiv an die Schönheit der Natur heranzuführen, oder passiert das durch Ihren Hof automatisch?

„Sie wachsen alle mit der Natur auf und sind auch in die Arbeit am Hof miteingebunden. Sie lieben natürlich die Tiere. Meine große Leidenschaft ist die Haflingerzucht und wir haben viele Pferde. Mein ältester Enkel Lorenz ist mittlerweile schon 16 Jahre alt und besucht in der Nähe von Salzburg eine Landwirtschaftsschule und ist auch schon total auf Landwirtschaft eingestellt. Vor allem ist er auch schon sehr fanatisch als Bauer, genau wie es bei mir in jungen Jahren hervorkam. Mir war schon in der Jugend klar, dass ich den Hof übernehmen und Bauer werde. Das mit der Musik hat sich dann einfach so ergeben. Das war eher Zufall, wie sich das alles entwickelt hat. Aber ich habe das Glück, meine beiden Leidenschaften als Beruf zu haben.“

Also sind Sie guter Dinge, dass Ihre Kinder bzw. Kindeskinder mal den Hof übernehmen?

„Ja, das denke ich schon. Mein Sohn Alexander ist mittlerweile auch sehr viel und erfolgreich im Schlagerbereich unterwegs. Aber es ist geplant, dass er den Hof irgendwann mal übernimmt. Wir als Familie helfen ja auch immer alle mit, gerade wenn es mal brenzlig werden sollte.“

Sie haben es ihm ja auch gut vorgelebt, dass man die Musikwelt mit dem Leben auf dem Land gut kombinieren kann…

„Ich sage immer, wenn man Sachen gerne macht, gibt es keinen Stress. Wenn, dann nur positiven.“

In dem Lied „Madre mi amor“ singen Sie davon, dass „Madre“ Ihnen die „Kraft gegeben“ hat „für mehr als 1000 Leben“. Haben Sie dabei an Ihre Mutter gedacht?

„Ich glaube schon daran, dass meine Eltern, mittlerweile ist auch mein Vater schon seit über fünf Jahren tot, mir immer zur Seite stehen und mir Kraft geben. Und immer, wenn man fest an etwas glaubt, dann hat man auch das Gefühl, dass es wirklich so ist.“

Was war das Prägendste, das Ihre Eltern Ihnen mitgegeben haben?

„Dankbar für alles zu sein. Abends für den Tag, morgens, dass man gesund aufstehen kann. Und auch allein das Wort ‚Danke‘ in den Vordergrund zu stellen und nichts als selbstverständlich hinzunehmen. Das habe ich auch versucht, meinen Kindern ans Herz zu legen: Immer wenn sie irgendwo sind und etwas bekommen, ‚Bitte‘ und ‚Danke‘ zu sagen, das ist mir ganz wichtig.“

Leben Sie auch nach diesem Lebensmotto?

„Auf jeden Fall. Man sollte jeden Tag dafür dankbar sein, dass man selber und die Familie gesund ist. Ich könnte sonst auch gar nicht immer so lange von Zuhause weg sein, wenn ich nicht wüsste, dass alles in Ordnung ist. Ich bin jetzt seit über 40 Jahren bei den Spatzen und ich war noch nie so lange wie jetzt an einem Stück zu Hause. Am Anfang war das komisch, aber inzwischen habe ich mich an die Ruhe gewöhnt und finde es auch mal ganz gut, keinen Zeit- und Termindruck zu haben. Man sollte immer mit dem zufrieden sein, was man gerade hat.“

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