TragödieJörg Pilawa: Der Krebs nahm ihm das Liebste

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Jörg Pilawa: Der Krebs nahm ihm das Liebste © IMAGO / HOFER
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Man merkt es nicht, wenn er redet, wenn er lächelt. Man merkt es nicht, wenn er souverän vor der Kamera steht. Und doch ist er da, dieser Schatten über ihm. Der dunkle Schatten der Erinnerung. An eine schreckliche Zeit. An den verfluchten Krebs, der ihm das Liebste nahm.

Jörg Pilawa war gerade einmal 16 Jahre alt, als bei seinem Vater Joachim ein Gehirntumor diagnostiziert wurde. Fast noch ein Kind, musste Jörg auf einmal lernen, mit dem nahenden Tod umzugehen. „Mein Vater war sicher auch die wichtigste Person für mich“, sagt er. Gemeinsam mit seiner Mutter Ingrid (heute 81) und seiner Schwester Annette (heute 56) kümmerte er sich um den Papa. Die Familie pflegte ihn zu Hause, immer auf ein Wunder hoffend. „Es war damals ein Herzenswunsch der Familie, meinen Vater zu pflegen und bis zum Ende für ihn da zu sein. Das ist eine Erfahrung, die ich auf keinen Fall missen möchte“, erzählte der TV-Star einmal.

Die Zeit ging ins Land, das erhoffte Wunder blieb aus. 1986 schloss sein Vater im Alter von nur 52 Jahren für immer die Augen. „Ich erlebte ihn bis zum letzten Atemzug“, erinnert sich der Moderator. Jörg, damals Anfang 20, musste sich entscheiden: Gehe ich fort? Was fange ich nun mit meinem Leben an? Und seine Entscheidung war klar: „Es kam nicht infrage, meine Mutter allein zu lassen. Meine Schwester und ich, wir mussten dann von heute auf morgen selbstständig sein“, sagt er. Er studierte Medizin und stand seiner Mutter in jeder freien Minute zur Seite.

Die ganze Tragödie hat bei ihm Spuren hinterlassen. Jörg Pilawa leidet heute unter Hypochondrie, wie er einmal in der TV-Sendung „Riverboat“ gestand. Die Störung ginge sogar so weit, dass er eine Arztserie anschaue und direkt im Anschluss bereits krank sei. Obgleich Hypochonder von vielen Menschen belächelt werden, handelt es sich dabei um eine ernste psychische Krankheit. Meist ausgelöst durch ein schlimmes Trauma. Ein ebensolches, wie Jörg Pilawa es durch den Tod seines Vaters erfahren hat.

„Wenn man erlebt, wie schnell ein geliebter Mensch aus dem Leben gerissen werden kann, geht man schon etwas bewusster mit dem Leben um“, erklärt er. Und so versucht er heute auch, niemals aufzugeben. Jedes noch so dunkle Tal zu durchschreiten.

Jörg Pilawa ist stark. Das war er früher und das ist er heute. Auch als bei seiner kleinen Tochter Nova (9) mit nur zwei Jahren Rheuma festgestellt wurde, war er stark. Er sagt: „In den schlechteren Zeiten mache ich mir immer wieder bewusst, dass es auch wieder besser wird.“ Und dann zieht er wieder seinen Anzug an, tritt vor die Fernsehkameras und lächelt, als hätte er nie geweint.

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