Kastelruther Spatzen Chef Albin Gross: Als er auf der Bühne stand, wurde sein Bruder ermordet

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Kastelruther Spatzen Chef Albin Gross: Als er auf der Bühne stand, wurde sein Bruder ermordet © PR
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23.12.2021

Karlheinz Gross (†1998) hatte eine Panne und fand ein grausames Ende (Serie: Der Moment, der alles veränderte)

Es war der 6. März 1998. Albin Gross (heute 66) von den Kastelruther Spatzen freute sich auf das Konzert in der Essener Gruga-Halle. Man traf sich vorher zur Technikprobe auf der Bühne, alle Mitglieder der erfolgreichsten Volksmusikgruppe der Welt wollten ihre Fans mit Liedern über Heimat, Familie und Berge begeistern.

Da klingelte Albin Gross’ Telefon. Die Polizei war dran. Man hatte seinen Bruder Karlheinz, den Manager der Band, in ein Magdeburger Krankenhaus bringen müssen. „Ich hatte ein ungutes Gefühl“, sollte der Keyboarder später gestehen, „aber wir haben das Konzert in Essen durchgezogen.“ Nach dem Auftritt dann der Schock: Als Albin Gross auf der Bühne stand, starb sein Bruder – ermordet. Albin Gross erhielt die Todesnachricht durch einen Arzt der Klinik. Karlheinz Gross, italienischer Staatsbürger, 38 Jahre alt und vierfacher Familienvater, war gegen 23 Uhr gestorben.

Was ist passiert: Die Kastelruther Spatzen mit Frontmann Norbert Rier (61) tourten durch Deutschland. Am Abend des 5. März gab die Gruppe ein Konzert in Magdeburg und wurde euphorisch gefeiert. Da ein Transporter mit Fanartikeln der Band aber eine Panne hatte und in eine Werkstatt kam, blieb Karlheinz Gross in Magdeburg zurück. Die anderen fuhren am Freitag weiter nach Essen. Am 6. März telefonierte Karlheinz um 16.37 Uhr mit seinem Bruder, um zu sagen, dass sich die Reparatur hinziehen würde. „Er war verärgert“, erinnerte sich Albin Gross später. Die beiden Brüder vereinbarten, dass Karlheinz erst einmal per Bahn nach Essen nachkommen soll. Sie ahnten nicht, dass dies ihr letztes Gespräch war.

Der Regen prasselte auf die Zufahrt, als sich gegen 18.15 Uhr zwei Lkw-Fahrer einer Magdeburger Lagerhalle näherten. Dort fanden sie den blutüberströmten Karlheinz Gross auf dem Asphalt und holten sofort Hilfe. Er war entsetzlich zugerichtet: Der Täter soll mit einem Gegenstand so hart auf ihn eingeschlagen haben, dass Gross eine Schädelverletzung und schwere Rumpfquetschungen erlitt. Zu Hause in Südtirol warteten die Ehefrau und vier Kinder auf ihn.

Karlheinz Gross hatte 7000 Mark in bar bei sich, als er gefunden wurde, was einen Raubmord ausschloss. Nach der entsetzlichen Nachricht musste die ganze Band ins Verhör. „Ich konnte keinen Satz sprechen. Alle standen unter Schock und weinten“, erinnerte sich Albin Gross später.

Nachdem rund 400 Zeugen befragt wurden, gab es mehrere Verdächtige, doch jede Spur verlief im Sande. Auch ein Beitrag über den frisch aufgerollten Fall in der Sendung „Aktenzeichen XY“ im Jahr 2018 brachte keine neuen Erkenntnisse. Bis heute wurde der Täter nicht gefasst. Albin Gross dazu: „Die Ungewissheit bringt die Familie manchmal um den Verstand.“

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