Margrethe von Dänemark: Als Königin und Ehefrau brillant, als Mutter so lala

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Margrethe von Dänemark: Als Königin und Ehefrau brillant, als Mutter so lala © Hannes Magerstaedt/Getty Images
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04.01.2022

Wenn sie lacht, reißt sie alle mit. Sie lässt sich von ihrem Dackel Küsschen geben. Sie trägt oft recht eigenwillige Mode. Und sie liebt ihr Leben als Monarchin. „Es ist jeden Tag ein großes Geschenk und eine schöne Aufgabe, Königin zu sein“, sagt Margrethe von Dänemark (81).

Am 14. Januar feiert sie nun ihr 50. Thronjubiläum – und das ganze Land verneigt sich vor ihr. Weil sie so ganz besonders ist, Herz und Humor hat. Und auch als Ehefrau gab sie stets ihr Bestes, war immer für ihren Henrik(† 83) da. Aber sie hat auch zwei Söhne – und die mussten manches Mal hintenanstehen. Als Königin und Ehefrau war Margrethe stets brillant, als Mutter so lala.

Als die kleine Prinzessin am 16. April 1940 auf Schloss Amalienborg in Kopenhagen zur Welt kam, dachte keiner daran, dass sie einmal Dänemark regieren wird. Denn damals durften nur männliche Nachkommen den Thron besteigen. Aber ihre Eltern hatten drei Töchter und keinen Sohn – da änderte man 1953 das Gesetz: Als älteste Tochter wurde Margrethe Kronprinzessin. Am 14. Januar 1972, am Todestag ihres Vaters Frederik IX. († 72), war sie nun mit 31 Jahren das royale Oberhaupt Dänemarks, der Färöer und Grönlands, die erste Frau auf dem Thron nach über 500 Jahren. „Der König ist tot, es lebe die Königin!“

Zu der Zeit hatte sie bereits Jura und Geschichte studiert – und auch ihren Traumprinzen hatte sie schon gefunden, in London, bei einem Empfang. Da war sie 25 Jahre alt. „Ich habe mich Hals über Kopf in ihn verliebt.“ Auch Graf Henri de Montpezat (damals 31), Franzose und Katholik, ging die quirlige Dänin nicht mehr aus dem Kopf. Bald darauf trafen sie sich heimlich. Margrethes erstes Date im Leben, ohne Hofdame ging sie mit einem Mann aus. „Er holte mich in seinem grünen offenen Sportwagen ab.“ Am 5. Oktober 1966 wurde Henri offiziell als Verlobter der Thronfolgerin präsentiert. Der Graf änderte seinen Namen in Henrik, wurde dänischer Staatsbürger und trat zum evangelischlutherischen Glauben über. Am 10. Juni 1967 gab Margrethe ihrem Liebsten in der Holmenskirche in Kopenhagen das Ja-Wort. Er nannte sie liebevoll „Daisy“ – das englische Wort für Margeriten.

51 Jahre – bis zu Henriks Tod 2018 – waren beide Seite an Seite, unterstützten einander, auch wenn der Prinz stets unglücklich darüber war, nie den Königstitel zu bekommen. Ansonsten erfüllte Margrethe ihm jeden Wunsch. Zusammen freuten sie sich über die Geburt ihrer beiden Söhne Frederik († 1968) und Joachim († 1969). Doch die Monarchin gab später zu, dass ihre Mutterqualitäten nicht perfekt waren: „Ich konnte nicht so viel bei meinen Söhnen sein, wie ich es gerne gewollt hätte. Auf der anderen Seite kann ich auch nicht behaupten, dass ich jemand bin, der seine Kinder unentwegt um sich haben wollte. So bin ich eben.“ Auch sei sie ihren inzwischen acht Enkelkindern keine gute Oma: „Ich finde es wunderbar, wenn Mütter und Großmütter die Kinder sehr umarmen. Ich bin nicht so gut darin. Ich bin keine Großmutter, die herumsitzt und strickt.“

Frederik erklärte später, seine Eltern seien nicht für ihn dagewesen: „Meine Mutter hat meine Erziehung Kindermädchen überlassen.“ Sein Vater Henrik sei vor allem eines gewesen: streng. „Wenn es stimmt, dass man den züchtigt, den man liebt, dann hat mein Vater mich wirklich sehr geliebt“, sagte er bei der Silberhochzeit seiner Eltern 1992.

Die Monarchin hat andere Stärken: Sie spielt nebenbei Theater, entwirft Bühnenbilder und Kostüme, übersetzt Romane, malt moderne Bilder. Unter dem Pseudonym Ingahild Grathmer illustrierte sie 1977 sogar die dänische Ausgabe des Bestsellers „Der Herr der Ringe“. Und wenn ihr dann doch mal alles zu viel wird, zieht sie sich in ihr Weinschloss in Frankreich zurück. An den Ort, an dem sie und ihr Henrik so viele glückliche Tage verbracht haben. Ans Abdanken denkt sie nicht. „Königin zu sein, ist eine Lebensaufgabe“, sagt sie. Deshalb will sie bis zu ihrem letzten Atemzug auf dem Thron bleiben: „Bis ich aus den Pantoffeln kippe.“

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