Roland Kaiser: „Man muss lernen, mit Niederlagen umzugehen“

Gastartikel
Roland Kaiser: „Man muss lernen, mit Niederlagen umzugehen“ © Sony | Fotograf: Paul Schirnhofer
WOCHE HEUTE
08.05.2022

Roland Kaiser blickt auf ein Leben voller Höhen – aber auch vieler Tiefen zurück. Seine Musikkarriere war und ist stets erfolgreich, doch das Leben fernab der Bühne war nicht immer gnädig: Als Roland als Jugendlicher erfuhr, dass er ein Findelkind ist, stürzte er in eine tiefe Krise. 1994 begeht er Fahrerflucht nach einer Sufffahrt. 2000 erhält er die Diagnose COPD. Nur eine Lungentransplantation vor zwölf Jahren rettete ihm das Leben. Doch hadern mit dem, was ihm widerfahren ist? Nein, das ist nicht des Kaisers Ding. Am 10. Mai wird er 70 Jahre alt.

Haben Sie unerfüllte Wünsche?

Ich bin ein ausgesprochen glücklicher und wunscherfüllter Mensch. Ich habe eine großartige Frau, wunderbare Kinder und gute Freunde. Ich bin nicht furchtbar unerfolgreich in meinem Beruf und bin gesund. Mehr Wünsche sollte man da nicht mehr haben.

Sie haben viele Rückschläge erlebt. Was hilft Ihnen, positiv zu bleiben?

Kein Leben ist nur mit Höhepunkten belegt. Mein Rezept, dagegen anzugehen ist a) die Situation anzunehmen und b) dagegen anzukämpfen. Konrad Lorenz hat einmal in einem Aufsatz geschrieben, dass Menschen nicht mehr bereit sind, Höhen und Tiefen zu akzeptieren. Sie wollen von einem Höhepunkt zum nächsten kommen. Aber Persönlichkeiten bilden sich in erster Linie in Tälern. Man muss das Tal annehmen, um einen Höhepunkt wieder genießen zu können. Das ist ein guter Lernvorgang um zu begreifen, dass ein Leben lang nicht immer nur Highlights kommen können. Man muss auch lernen, mit Niederlagen umzugehen.

Sie stehen seit über 40 Jahren auf der Bühne. Wie halten Sie sich fit?

Ich lebe in Maßen, schlage nicht über die Stränge und betätige mich natürlich jeden Tag sportlich. Nach dem Motto: „Wer rastet, der rostet“ – damit das Rosten eben nicht so schnell eintritt.

Die meisten Menschen sind mit 70 in Rente. Sie nicht …

Was mich antreibt, ist die Freude daran. Ich habe das Gefühl, dass diese Arbeit mich nicht stresst, sondern mich eher positiv aufwühlt. Ich habe unglaubliche Freude daran und höre nicht auf, nur weil ich denke, ich müsste mich zur Ruhe setzen. Solange ich das kann, was ich liebe, werde ich es tun.

Auf was freuen Sie in diesem Jahr am meisten?

Dieses Jahr freue ich mich am meistens darauf, meine über 30 Konzerte im Sommer spielen zu können. Das sieht aus heutiger Sicht gut aus. Außerdem werde ich dieses Jahr ein neues Album veröffentlichen. All das ist eine Menge, worauf man sich freuen kann.

Auf welche Themen blicken Sie heute mit 70 aus einer ganz anderen Perspektive als früher?

Ich blicke heute auf viele Dingen aus einer anderen Perspektive als früher. Zum Beispiel die Sicht auf das eigene Leben und wie man dies gestalten sollte – auch im Hinblick auf das Thema Gesundheit und deren Erhaltung, was ich früher nicht ganz so akribisch gesehen haben wie jetzt. Aber auch die Einstellung zum eigenen Beruf hat sich verändert. Früher war diese sehr geprägt von der Sehnsucht keine Fehler zu machen. Heute ist sie eher einer gewissen Ruhe und Entspanntheit gewichen, das zu genießen, was auf einen zukommt. Das lässt mich heute alles ruhiger angehen.

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