Tränen der EnttäuschungVanessa Mai über „Let’s Dance“: „Ich hätte damals kotzen können“

Schlager
Jenny Rommel
Redakteurin

Man hat das Gefühl, Vanessa Mai rechnet aktuell ein bisschen ab – mit der TV-Branche und ihrer Vergangenheit. Wer da ebenso sein Fett wegkriegt: Die beliebte RTL-Tanzshow „Let’s Dance“. Überraschend, schließlich prügeln sich Prominente in jedem Jahr quasi darum, teilnehmen zu dürfen. Der Musikerin wurde diese Ehre 2017 zuteil. Doch an diese Zeit hat sie nicht nur positive Erinnerungen …

Vanessa Mai: Ihr erstes „Let’s Dance“-Problem war der Tanzpartner

Als die Musikerin die Zusage für die Tanzshow bekam, war die Euphorie noch groß. In ihrer Biografie „I Do It Mai Way“ schreibt sie: „Ich konnte dem Publikum eine Seite von mir zeigen, die es so noch nicht kannte: Vanessa Mai die Performerin. Die Tänzerin. Ich hatte schon immer auch bei meinen Auftritten getanzt, aber wie groß meine Leidenschaft für Tanz war, war bestimmt nicht so vielen bewusst.“ Außerdem war ihr klar: „Ein weiterer Grund zur Vorfreude war die Inszenierung. Bei ‚Let’s Dance‘ durfte ich super viel Haut zeigen.“ Doch die frühzeitige Begeisterung legte sich schnell. Denn Vanessa Mai, die ein neues Wolkenfrei-Album und eine Tour für 2023 bestätigte, wurde Profitänzer Christian Polanc zugeordnet. Und so ganz stimmte die Chemie zwischen den beiden nicht, wie die Musikerin in ihrer Biografie verrät: „Ich bekam einen Tanzpartner, zu dem ich anfangs keinen Draht hatte. Ich kann gar nicht genau sagen, was das Problem war. Aber vom ersten Treffen an war er mir irgendwie so … ich weiß nicht … Ich hatte das Gefühl, dass der Vibe zwischen uns nicht optimal war.“ Ihr Resümee: „Ein eher holpriger Start, meine wehenden Fahnen begannen direkt schlapp an ihren Stängele herunterzuhängen, und ich wollte in der ersten Trainingswoche mal wieder direkt hinschmeißen.“

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Ihre Zielstrebigkeit machte sie unsympathisch

Doch Ehemann Andreas überredete sie, weiterzumachen. Und als sie in der ersten Show 29 Punkte absahnte, war ihr Ehrgeiz geweckt: „Ich war Feuer und Flamme, Selbstbewusstsein war plötzlich da, und ich konnte endlich das Training und die Vorfreude auf den nächsten Tanz genießen. Und mit meinem Tanzpartner lief es ab da ebenfalls top!“ Doch der Ehrgeiz war es auch, der für die 30-Jährige schließlich zum großen Problem wurde: „In den Kommentarspalten hieß es dann auch schnell: ‚Die ist eingebildet‘ oder ‚Die tut nur so, als ob sie sich freut‘. Die Zuschauerkritik war richtig toxisch. Ich konnte es irgendwie nicht recht machen. War ich schlecht, wurde ich zerrissen, war ich gut, war ich angeblich fake.“ Für die Sängerin war die Teilnahme Woche für Woche nur schwer zu ertragen: „Um es auf Deutsch zu sagen: Ich hätte damals kotzen können. Ich hatte mich gerade bei ‚Let’s Dance‘ darauf gefreut, dass man dort im Gegensatz zum Showbusiness eindeutig nach seinem Können und seiner Leistung bewertet wird, eben wie beim Sport. Aber Pustekuchen! Es ging wieder nur darum, sympathisch zu sein und nicht zu sehr aus dem Rahmen zu fallen.“

Nach einigen Wochen Training für „Let’s Dance“ verstanden sich Vanessa Mai und Christian Polanc besser. Sie traten im September 2017 sogar gemeinsam bei Florian Silbereisen auf © BMC-Images/ Dominik Beckmann

Nach einigen Wochen Training für „Let’s Dance“ verstanden sich Vanessa Mai und Christian Polanc besser. Sie traten im September 2017 sogar gemeinsam bei Florian Silbereisen auf © BMC-Images/ Dominik Beckmann

Sie prangert die Neidkultur an

Vanessa Mai, die auch kürzlich über Dieter Bohlen auspackte, glaubt: „Wenn man offen kommuniziert: ‚Ich will gewinnen‘, muss man in Deutschland aufpassen, dass man nicht als unsympathisch gesehen wird. Ich habe den Eindruck, dass das ein Problem in der deutschen Gesellschaft allgemein ist.“ Denn: „In Deutschland scheint man sich besonders bescheiden geben zu müssen, um missbilligenden Blicken zu entgehen. Bloß nicht zu sehr sich selbst fühlen! Bloß nicht zu strebsam sein, aber dennoch fleißig, nur halt genau so sehr, dass es nicht auffällt.“ Harte Worte! Doch sie ergänzt: „Wenn ich meine Leidenschaften voll ausschöpfen wollte mit dem Ziel, besser oder sogar die Beste werden zu wollen, war ich plötzlich für meine Mitstreiter*innen oder auch nur meine Beobachter*innen zu egoistisch, zu arrogant, zu selbstverliebt, zu selbstbestimmt, zu verbissen.“ Im Finale am 9. Juni 2017 belegte Vanessa Mai hinter Sänger Gil Ofarim den zweiten Platz. Sie brach daraufhin in „Tränen der Enttäuschung, aber auch Tränen der Erleichterung aus“. Zwar waren die Anfänge mit Christian Polanc hart, doch die 30-Jährige kommt zu dem Ergebnis: „Mit Abstand zu dem ganzen Hate, der Kritik und Enttäuschungen war das alles schon ziemlich toll gewesen.“ Na immerhin! Denn ihr ehemaliger Tanzpartner hat offensichtlich ganz andere Erinnerungen an die gemeinsame Zeit!

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Auf Instagram bezieht der 44-Jährige Stellung zu ihren Vorwürfen, sagt: „Ich wollte halt Vollgas geben und ich glaube, Vanessa war am Anfang noch nicht wirklich bereit.“ Er findet: „Mit 30 Jahren kann man auch mal ein bisschen Quatsch erzählen.“ Aber er glaubt auch, dass nichts so heiß gegessen wird, wie es gekocht wird, denn er sagt: „Letztendlich war es so, dass wir uns super gut verstanden haben und es auch sehr gut geklappt hat. Wir haben 14 Tage gebraucht, um ein bisschen warm zu werden, aber dann war es super cool.“ Der Profitänzer resümiert: „Ich habe ein paar Erinnerungsfotos da, wo drauf steht ‚Vielen Dank für diese unvergessliche Zeit‘ mit Herzchen. Ich glaube, so etwas schreibt man nicht, wenn man eine blöde Zeit hatte.“

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