Die Sängerin über Höhen und TiefenMary Roos: „Vor wichtigen Entscheidungen gehe ich immer zur Wahrsagerin“

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Mary Roos: „Vor wichtigen Entscheidungen gehe ich immer zur Wahrsagerin“ © BMC-Images/Dominik Beckmann
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Vor drei Jahren feierte Mary Roos (74) ihren Bühnenabschied als Sängerin. Doch langweilig wird ihr so schnell nicht, denn ihr Terminkalender ist immer noch sehr gut gefüllt. Zuletzt hat sie an ihrer Biografie geschrieben, die erst kürzlich erschienen ist. Über Höhen und Tiefen in ihrem Leben sprach sie mit uns im Interview.

In Ihrer Biografie „Aufrecht geh’n – mein liederliches Leben“ beschreiben Sie lesenswert und unterhaltsam, wie Sie sich trotz vieler Herausforderungen in Ihrem Leben niemals unterkriegen ließen. Woher hatten Sie diese Kraft?

Von meinen Eltern! Meine Mutter meinte oft zu mir: „Man kann sich das Leben nicht aussuchen, man muss es bewältigen.“ Für sie war das Glas immer halb voll. „Geht nicht, gibt’s nicht“, „Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird“, „Kein Grund zum Verzweifeln“ oder „Es gibt immer einen Plan B“ – solche Sätze haben sich bei mir tief eingeprägt. Und tatsächlich: Wenn ich heute mal auf ein scheinbar unlösbares Problem stoße, zünde ich ein paar Kerzen an, steige in die Badewanne und verlasse sie eine halbe Stunde später wieder mit einem Plan B.

Sie sprechen sich ganz klar gegen Schönheitsoperationen im Alter aus!

Das kommt für mich nicht in Frage! Ich mache kein Geheimnis aus meinem Alter und ich werde nicht petzen, welche meiner Kolleginnen mit den Jahren jünger als ich geworden sind, obwohl sie vor mir auf die Welt gekommen sind …

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Mit Ihrem französischen Ex-Mann Pierre (80), mit dem Sie zwischen 1969 und 1977 verheiratet waren, pflegen Sie immer noch ein sehr freundschaftliches Verhältnis?

Ja, er ist längst zu einem guten Lebensfreund von mir geworden. Wir telefonieren oft miteinander. Ich glaube auch, dass man erst gegen Ende seines Lebens richtig weiß, wen man wirklich geliebt hat. Er war wirklich eine große Liebe für mich.

 

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Dann lernten Sie mit Werner Böhm (starb 2020 mit 78 Jahren) Ihren zweiten Mann kennen, dem Sie 1982 Ihr Jawort gaben …

Vor wichtigen Entscheidungen in meinem Leben gehe ich oft zu einer Wahrsagerin. Mir tut das gut, denn ich picke mir nur die schönen Dinge heraus. So sagte sie mir für das hohe Alter eine tolle Karriere voraus, was mit dem Theaterstück „Nutten, Koks und frische Erdbeeren“ mit Wolfgang Trepper (61) auch wirklich eingetreten ist. Eine Wahrsagerin riet mir damals allerdings auch von einer Ehe mit Werner Böhm ab: „Heiraten Sie diesen Mann nicht. Er wird ihnen viel Kummer bereiten.“ Tatsächlich war er oft pleite und ein Schürzenjäger. Das war mir vor der Ehe schon bekannt. Aber Liebe macht oft nicht nur blind, sondern auch blöd …

Besonders erschütternd ist Ihre Schilderung, wie Werner Böhm im Wohnzimmer das 15-jährige Kindermädchen von Ihrem Sohn Julian (heute 36) verführt, während Sie nebenan im Schlafzimmer ein Nickerchen halten wollten …

Ihn auf frischer Tat zu ertappen und dann auch noch im eigenen Wohnzimmer – das war nicht schön. Ich packte seine Sachen in eine blaue Ikea-Tasche und setzte ihn vor die Tür.

Seine Eskapaden haben Sie im Buch sehr humorvoll beschrieben. Können Sie rückblickend über vieles lachen?

Inzwischen ja. Damals war mir aber oft zum Weinen zumute. Einmal rief mich Werner von unterwegs an: „Stell schon mal das Teewasser auf, ich bin um 18 Uhr da.“ Er kam auch um 18 Uhr – aber erst am anderen Tag. Werner war wie ein Überraschungsei. Man wusste nie, welche Verrücktheit er sich heute wieder ausgedacht hat. Viele Frauen meinten zu mir: „Ihren Mann hätte ich auch genommen, da ist immer etwas los. Meiner daheim ist so langweilig.“

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Wie konnten Sie nach dieser schwierigen Ehe wieder glücklich werden in der Liebe?

Ich habe mich seitdem nicht mehr richtig verlieben können, weil es mir schwerfiel, ein bedingungsloses Vertrauen zu einem Mann aufzubauen. Ich habe für mich entschieden, dass ich auch „unbemannt“ glücklich durchs Leben spazieren kann. Ich bin wirklich Single aus Überzeugung.

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