Politiker mögen ihn nichtGunter Gabriel: Zoff um Brücken-Namensgebung

Schlager
Jörg Schulz
Redakteur

Fünfeinhalb Jahre nach dem tragischen Tod von Gunter Gabriel (starb an den Folgen eines Treppensturzes) soll eine Brücke in Harburg (bei Hamburg) nach ihm benannt werden. Eigentlich – denn  Politiker und Verwaltung wettern gegen den Vorschlag eines Adeligen.

Musikalisch – fast schon ein Genie: Gunter Gabriel („Hey Boss, ich brauch‘ mehr Geld“) textete Wencke Myhre mit „Ein Sonntag im Bett“ zum Erfolg, auch Frank Zander („Ich trink‘ auf Dein Wohl, Marie“), Juliane Werding („Wenn du denkst, dann denkst du nur du denkst…“), Peter Alexander („Ich lass dir den Kochtopf, lass du mir mein Bier“). Für seine späten Werke erhielt er sogar den Beinamen „der deutsche Johnny Cash“. Privat war Gunter Gabriel eher ein sympathischer Chaot. Frauengeschichten, Schulden, Suff. Aber nichts konnte Gabriel klein kriegen. Mit Wohnzimmer-Konzerten für eine Pauschal-Gage von 1000 DM (500 Euro) schaffte er es, seine Millionenschulden zu tilgen.

Gunter Gabriel lebte auf einem Hausboot in Harburg

Seit 1997 lebte Gabriel auf einem Hausboot, das ganz in der Nähe der Zitadellenbrücke im Harburger Binnenhafen lag. Nun hat Parsifal von Pallandt (Podcaster und Ex Model für Armani, Prada, Chanel, Helmut Lang) diese Idee: Die Brücke soll Gabriel als Namenszusatz bekommen, um an den Musiker zu erinnern. Schließlich gibt es keinen Grabstein für Gunter Gabriel, an dem man seiner gedenken könnte. Günter Caspelherr, so Gabriels bürgerlicher Name, wurde auf See bestattet. Parsifal von Pallandt zum „Hamburger Abendblatt“: „Was mich für Gunter Gabriel einnimmt, ist, wie er sich von seinen Schulden herunter gearbeitet hat – zum Beispiel, dass er sich nicht zu schade war, mit Wohnzimmerkonzerten tingeln zu gehen. Er hat die Veranstaltungsform ja quasi erfunden.“

Politiker halten Gunter Gabriel für kein gutes Vorbild

Das für solche Angelegenheiten zuständige Harburger Bezirksparlament scheint allerdings weder Gabriel-Fan, noch von der Namensgebungs-Idee sein. Frank Richter, der für die SPD in der Bezirksversammlung sitzt: „In der Sache teilen wir Herrn von Pallandts Auffassung, dass eine Brücke nach Gunter Gabriel benannt werden sollte, nicht. Es gibt andere Harburger Persönlichkeiten, die uns da viel eher einfallen würden.“ Und Ralf-Dieter Fischer, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Bezirksparlament Harburg wird da noch deutlicher: „Herr Gabriel hat sich hier nicht nur Freunde gemacht und war in den Jahren, die er hier lebte, auch kein Vorbild. Deshalb haben wir dagegen gestimmt.“ Was würde Gunter Gabriel zu dieser Provinzposse um ihn wohl sagen? Er hätte wahrscheinlich nur müde gelächelt.

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