Tanja Lasch: Ganz große Gefühle und „100% Liebe“

Tanja Lasch: Ganz große Gefühle und „100% Liebe“ © Peter Hähnel

Für Tanja Lasch läuft es prima. Kurz vor ihrem neuen Album „100% Liebe“ erschien nach „Lieben, Lieben, Lieben“ im vergangenen Jahr kürzlich der nächste starke Vorreiter „Marie“, der im Mai 2021 Platz 1 in den offiziellen Airplay-Charts verteidigen konnte. Und auch das Album konnte sich direkt in den Charts platzieren – auf Rang 51. Das neue Werk wurde nahezu komplett mit dem Erfolgs-Komponisten André Stade aufgenommen – bis auf zwei Ausnahmen. Den Titel „Das Schlüsselloch“ produzierte Stefan Pössnicker, an Titel 14 „Ein Abend November“ hatte wie schon beim letzten Album Mitch Keller seine Finger im Spiel. Tanja Lasch selbst war dabei aktiv an jedem der vierzehn Songs von „100% Liebe“ beteiligt und schrieb die Songs mit – das verleiht dem neuen Werk wahrlich ganz viel Herz! Unser rasender Reporter Kevin Drewes hat sich das Album ganz ausführlich angehört.

Tanja Lasch: Wie bringt man einem Kind die Trennung der Eltern bei?

Warum der Albumtitel Programm ist, das unterstreicht vor allem „Mama“. Diese ganz besondere, zu Herzen gehende Ballade ist ihrer Mutter gewidmet. Hier spürt man beim Hören sofort, wie viel Gefühl Tanja in den Song einbringt. Egal wohin „mich es zieht“ und weiter „tief in meinem Herzen hab ich dich immer dabei“ unterstreichen, wie viel ihr der Rückhalt bedeutet. Die Tochter ist viel auf Reisen,  „zieht es in die Welt“ und weiß natürlich um die Sorgen ihrer Mutter. Doch der Fels in der Brandung ist immer da – so auch nach der Trennung damals, als sie dann für Tanjas Sohn wie eine zweite Mama war, wenn Tanja beruflich reiste. Diese großartige Liebeserklärung geht unter die Haut! Ganz stark! Eine weitere starke Ballade ist Titel Nummer 11 „Mein Kind“ und geht ebenfalls sehr tief. In der besonderen Ballade geht es um schwere Kost: Wie bringt man einem Kind die Trennung der Eltern bei? Diese Problematik in Zeilen ausgedrückt: „Ich würd dir gern nur schöne Dinge sagen“ und weiter „Baby, manche Dinge kommen wie man es nicht will“. Das Kind soll alles ganz genau erfahren, „ich hab ihn wirklich geliebt“ lässt sie wissen. Offen und ehrlich gesteht sie, „dass sie es selbst nicht kommen sehen hat.“

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Tanja Lasch: „Aas verboten war, das war erlaubt“

Um die heimliche große Liebe geht es in „Schmetterlingsarmee“. Hier erinnert sie sich „an das Zimmer unter dem Dach“ und die „Zeit die niemals wiederkehrt“. In diesem Song mit schnellem, kraftvollem Sound kommt Wehmut in ihr auf, aber auch viele positive Erinnerungen. Sie ist sich sicher: „Keinen Augenblick davon hab ich bereut“. Keine Frage, sie schwärmt noch immer von dem verrückten Jahr und ihm – der Mann, der ihr Geheimnis gewesen ist. Hier galt „was verboten war, das war erlaubt“. Der Titel macht Spaß und punktet zudem mit starken Background-Chören. Ein echter Kracher! Heiß her geht es auch in „Lass uns von hier verschwinden“. Sie „wünscht sich ein bisschen Zärtlichkeit“ und fordert ihn auf, „von hier zu verschwinden“. Dabei verspricht sie ihm, ihr heute Nacht alles von ihr zu geben. Auch hier überzeugen wieder die starken Background-Chöre. Gepaart mit dem sich exzellent aufbauenden Tempo ergibt sich ein moderner Titel, der eine echter Dancefloor-Filler ist und im Refrain seine ganze Power entfaltet.

Tanja Lasch: Verlust und Neuanfang

In „Ein Prozent (von deiner Liebe)“ geht es um DEN Moment. Sie ist sich sicher „alles ist gerade perfekt“ und weiter „mit dir ist alles leichter als zuvor“. Sichtlich genießt sie den Augenblick und ist im siebten Himmel. Auch wenn es nur eine Nacht war und sie nicht einmal weiß, was er für sie empfindet, schwärmt sie und würde für diesen Moment alles stehen lassen. Der schnelle Song ist perfekt gemixt und bringt Clubhouse-Feeling mit! Ein weiterer Kracher, der sein Tempo behutsam aufbaut und dann mit schnellen sowie präzisen Beats so richtig reinhaut, ist „Ein Abend im November“. Hier spielt die besungene leere Flasche Wein die große Rolle und ein neuer Mann, dem sie sich nach einer Trennung anvertraute. Dies besingt die Zeile „So fing ich an zu erzählen, dass ich ihn verloren hab“. Das hat ihr sichtlich gut getan, sogar so sehr dass sie sich auf ihn einließ und ihre „Wunden heilten“. Ein Mutmacher der zugleich eine große Romanze andeutet. Ein Ende ist halt auch immer irgendwo ein neuer Anfang!

Tanja Lasch: Fremdgehen als Befreiung

© Telamo

Wo wir beim Herzschmerz wären. In dem Titel „Sie liebt dich mehr als ich“. In diesem Song mit tiefgehendem Text geht es um eine Affäre. Er hat längst eine Neue und ist fremdgegangen, hat aber nicht den Mut, ihr dies zu gestehen und sich zu entschieden. Dabei weiß sie „längst Bescheid“ und zeigt sich fair, wie die Zeilen „Ich bin stark genug um zu verstehen“ sowie „mach dir keine Sorgen“ besingen. Er steht vor der Wahl und wird aufgefordert: „Ruf sie jetzt an“ und weiter „Sie hofft, dass du dein Schweigen endlich brichst.“ Hier zeigen sich die Chöre im Hintergrund eher dezent, dafür präsentieren die Beats sich kräftig und sehr dominant. In „Das Schlüsselloch“ kommt es hingegen noch dicker für sie. Der autobiographische Song steckt voller Melancholie und ist einer der ruhigen Titel auf Tanjas neuem Werk. Ihre große Liebe kommt mal wieder spät nach Hause und dennoch denkt sie an das Gute, wie die Zeile „Ich glaub dir jedes Wort auch wenn du noch so lügst“ besingt. Doch dann fährt sie ihm einmal heimlich hinterher, bis hin zum Hotel, wo sie durch das Schlüsselloch blickt. Dort werden ihre Befürchtungen wahr – er geht fremd. „Wie ein kurzer Blick doch alles ändern kann“ muss sie feststellen. Voller Zweifel und Gedanken, fragt sie sich, ob er sie nicht doch noch liebt. Ein starker Song, der die musikalische Vielfalt auf „100% Liebe unterstreicht“. Sehr zu gefallen, wissen auch die dezent eingestreuten Gitarrenriffs. In der schnellen Up-Tempo-Nummer „Ich sag nur einmal verzeih“ hingegen ist sie es, die fremdgeht. In dem Drang „wieder das Leben zu spüren“ hat sie einen Fehler gemacht und war dennoch „glücklich wie lange nicht“. Sie will ihn um Verzeihung bitten, wie die Zeile „Beim Frühstück werde ich es dir sagen“ besingt.

Tanja Lasch: 80s-Touch

Einen Hauch 80s-Feeling bringt der Titel „Mein wildes Herz“ mit. Dieser Kracher legt direkt mit Vollgas los und handelt von einer vergangenen Liebe, die sie ungewollt wieder sieht. Dabei fragt sie sich „Warum muss er am Tresen stehen?“. Dabei kommen alte Gefühle hoch, wie die Zeilen „verdammte Gefühle“ und „wieder schlägt mein Herz so laut“ besingen. Ganz klar, hier sagt der Kopf nein, das Herz hingegen ja. Und auch „Deine besten Jahre“ hat einen 80s-Touch. In diesem Titel blickt sie zurück und fragt sich: „Hast du denn vergessen, wie leben wirklich geht?“. In all den Jahren hat sie die Tränen überlacht. Doch: „Was hat dir das gebracht?“ ist die große Frage in dem Song. Ein nachdenklich stimmender Song, der aber dennoch so richtig Spaß macht und rockt! Die Titelnummer 13 bringt dem „Spieler“ wahrlich kein Glück, denn sie hat genug vom ständigen On-/Off. Er hat sich zwar letztendlich bemüht – aber ganz offensichtlich alles verzockt, wie die Zeilen „Zeigst endlich mal Gefühle“ aber „bei mir ist nichts mehr da“ unterstreichen. Ebenfalls eine schnelle Nummer, die gefällt! Abgerundet wird das neue Werk von den bereits veröffentlichten Singles „Marie“ und „Lieben, lieben, lieben“ in der Long-Version, die rund dreißig Sekunden länger ist, als die ursprüngliche Version. Fazit: Ein starkes Werk, in dem Tanja sich reifer denn je zeigt!

Kevin Drewes18.05.2021Kevin Drewes

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