Schlager und der FiskusMichelle: Steuerfahnder, Schulden, Insolvenz – Das kennen auch andere Stars

Michelle: Steuerfahnder, Schulden, Insolvenz – Das kennen auch andere Stars © Torsten Sobke / Schlager.de
Jörg Schulz
Redakteur

Gegen Schlagerstar Michelle (bürgerlich Tanja Gisela Hewer) sollen nach einem RTL-Bericht steuer-strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet worden sein. Es soll um fehlende Steuerzahlungen im sechsstelligen Bereich gehen. Droht dem Schlagerstar jetzt Gefängnis? Laut der Leitlinien des Bundesgerichtshofes kann Steuerhinterziehung mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren belegt werden. Schlagerstars und das liebe Geld. Mal drücken hohe Schulden, dann ist der Ausweg oftmals die Privatinsolvenz. Oder es sind Steuerschulden – dann kann sogar Haft drohen.

Wer liebe lebt, muss nicht unbedingt ein Händchen fürs Geld haben. Bereits 2006 sorgte Michelle für Schlagzeilen, weil ihre Kölner Villa und weitere mit Krediten finanzierte Immobilien zwangsversteigert wurden. Dennoch musste Michelle in die Privatinsolvenz. Es soll um eine halbe Million Euro Schulden gegangen sein. Es sollen die Männer gewesen sein. „Ich wollte doch nur Liebe. Männer haben mich nur geliebt, weil ich ihnen das Geld in den Hals gesteckt habe“, sagte sie damals in einem Interview. Doch Michelle berappelte sich wieder, nahm neue Schlager auf und feierte ein Riesen-Comeback. In diesem Jahr war Michelle sogar Präsidentin der deutschen ESC-Finaljury. Und nun der erneute Schulden-Wirbel. Das Ermittlungsverfahren-Drama um Michelle – auch diese deutschen Stars waren (oder sind) ganz schön Blanco:

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Roberto Blanco nutzte Pleite für Werbe-Spot

© BMC-Image/Dominik Beckmann

Roberto Blanco hat mittlerweile wieder „ein bisschen Spaß“ ohne Schulden. © BMC-Image/Dominik Beckmann

Privat-Insolvenz 2014. Blanco ließ 150.000 Euro Unterhaltsschulden für Ex-Gattin Mireille auflaufen. Er entzog sich sogar zeitweilig der Abgabe der Vermögensauskunft – und wurde per Haftbefehl gesucht. 2017 lebte Roberto Blanco laut „BILD“ von knapp 2000 Euro Rente, dem Anteil, der nicht gepfändet werden kann. Aus seiner Insolvenz machte Blanco sogar eine Persiflage auf seinen Hit „Ein bisschen Spaß muss sein“: Er nahm 2014 für Autovermieter Sixt einen Werbe-Spot mit dem Titel „Ein bisschen spar’n muss sein“ auf. Heute soll es Blanco finanziell wieder sehr gut.

Nino de Angelo konnte seine Wohnung nicht zahlen

© Brigitte Dummer / Schlager.de

Nino de Angelo ist nicht mehr „Jenseits von Knete“. © Brigitte Dummer / Schlager.de

Vom Schicksal gebeutelt: Nino de Angelo hatte zuerst mit dem Krebs zu kämpfen (1997), dann mit Schulden. Und die Sucht kam auch noch hinzu… Laut „BILD“  hatte er 2005 in Köln Insolvenz angemeldet. Nino de Angelo gab zu: „Ich habe 1,4 Millionen Euro Schulden. Ich kann die Miete für meine Wohnung nicht mehr zahlen, einige meiner Konten wurden schon gepfändet.“ Er habe in den zwei Jahren seiner Krebserkrankung nicht arbeiten können, außerdem hätten ihm Steuerforderungen und seine Scheidung zugesetzt. 2012 wurde ihm die Restschuld erlassen. Nicht seine letzte Insolvenz: 2017 wurde das zweite Verfahren gegen de Angelo eingeleitet. Über die Höhe und Art der Forderung wurde nichts bekannt. Aber allen Anschein nach brachte dies Nino de Angelo erneut „jenseits von Knete!“

Michael Wendler: Flucht in die USA

© BMC-Images/ Dominik Beckmann

Michael Wendler ist alles egal. Das singt er, so lebt er auch. © BMC-Images/ Dominik Beckmann

Der Wendler schießt den Vogel ab: Anders als seine Pleite-Kollegen textete er nicht nur den Song „Egal“, sondern sagte auch „egal“ zu seinen Millionenschulden in Deutschland. Mit seiner blutjungen Frau Laura (21) lässt er es sich – für die deutschen Behörden nicht greifbar – in Miami gut gehen. Ein Großteil der Schulden soll entstanden sein, als er noch mit seiner Ex-Frau Claudia ein Pferdegestüt in Dinslaken unterhielt. Angeblich sollte es sich um ein Gewerbe handeln würde. Das Finanzamt war aber anderer Meinung. Die Pferdezucht sei eine private Spielerei. Und Wendler wurde aufgefordert, die erhaltenen Steuervergünstigungen rückwirkend zurückzuzahlen. 2020 wurde von Wendler bestätigt, dass gegen ihn eine Aufforderung zum „Offenbarungseid“ im Rahmen zweier eidesstattlicher Versicherungen vorlagen. Der Aufforderung kam Wendler bis heute nicht nach.

Matthias Reim: Manager trieb ihn in den Ruin

© Mischa Lorenz

Matthias Reim lässt sich nicht hängen. Die Schulden hat er überwunden, auch der Burnout kann ihn nicht stoppen. © Mischa Lorenz

Geld weg, Frau weg. Oder umgekehrt. Schlagersänger Matthias Reim war von 1999 bis 2001 mit Kollegin Michelle zusammen. Mit dem Liebes-Aus kam auch seine öffentliche Beichte: Schulden. Satte 13 Millionen Euro. Schuld soll sein Manager und langjähriger Freund Alfred Reimann gewesen sein. Reim hatte ihn angeblich durch Misswirtschaft in den Ruin getrieben. Manager gefeuert, Reim in der Privatinsolvenz. Seit 2019 sagt das Glück auch wieder zu Matthias Reim: „Verdammt, ich lieb’ Dich!“. Er soll schuldenfrei sein. Allerdings plagen ihn jetzt gesundheitliche Probleme. Konzerte abgesagt, verschoben. Aber es wird weitergehen. Ab dem 1. Dezember (in Freiberg) holt er die verschobenen Konzerte nach.

Gunter Gabriel: „Du musst nicht wie Dieter Bohlen leben“

© Sven Sindt

Die Schulden brachten ihn nicht um. Aber an den Folgen von Operationen eines dreifachen Bruchs des ersten Halswirbels. © Sven Sindt

Sein letzter Sturz war tödlich: 2017 stürzte der deutsche Johnny Cash, wie sich Gunter Gabriel gerne selbst betitelte, von einer Treppe. Dabei war Gabriel sturzerprobt: Alkoholabstürze, finanzielle Bruchlandung. Nach eigener Aussage hatte er rund zehn Millionen Mark bei Steuersparmodellen verloren. 2005 hatte er insgesamt rund 500.000 Euro Schulden, davon allein 250.000 Euro Steuerschulden beim Finanzamt. Doch Gabriel, das immer lachende Stehaufmännchen der Branche, krempelte einfach die Ärmel hoch: „Ich habe mir einen Wohnwagen genommen und habe zehn Jahre auf der Autobahn gelebt. Nachträglich muss ich sagen, dass da mein wahres Leben anfing. Mit einem Mal merkte ich: Du brauchst doch gar keine Wohnung, du brauchst doch gar kein Auto, du musst nicht so wie Dieter Bohlen leben.“ Für 1.000 Euro Gage kam er in jedes Wohnzimmer, bis zu vier Termine pro Tag spulte er ab. Gabriel sang sich aus den Schulden heraus und entging so einer Privatinsolvenz.

Wolfgang Lippert lebte von 930 Euro im Monat

© Chris Gonz

In seiner Biografie „Lippie-Bekenntnisse“ packte Wolfgang Lippert über die schlimme Schuldenzeit aus. © Chris Gonz

1994 kaufte Entertainer Wolfgang Lippert („Wetten, dass..?“) auf Kredit für 2,4 Millionen Mark ein Haus mit fünf Wohnungen im Berliner Stadtteil Mahlsdorf. Das Problem: Die Immobilien waren nur 850.000 Mark wert. Außerdem hatte Lippert von der Treuhand ein Köpenicker Kino gekauft, verbunden mit der Verpflichtung, 1,5 Millionen Mark in das Gebäude zu investieren. Doch er erhielt keine Kredite mehr, und die Treuhand verklagte ihn wegen Vertragsbruch. Privat-Insolvenz 2002. Von seinen Einkünften blieben ihm monatlich 930 Euro. Der Rest ging, wie auch seine Immobilie, in die Schuldentilgung. Im Jahr 2011, mittlerweile schuldenfrei, veröffentlichte er seine Memoiren „Lippi-Bekenntnisse“.

Stars und ihre Werbe-Nebenjobs

Schlager
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