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Roy Black

Roy Black

Roy Black: Eine Schlager-Legende, die viel zu früh verstarb

  • Bürgerlicher Name: Gerhard Höllerich
  • Geburtsdatum: 25. Januar 1943
  • Sternzeichen: Wassermann
  • Geburtsort: Straßberg bei Augsburg
  • Todestag: 9. Oktober 1981
  • Beruf: Schlagersänger und Schauspieler
  • Familienstand: geschieden
  • Kinder: Nathalie und Torsten Höllerich
  • Wohnort: zuletzt in Heldenstein (Oberbayern)

Roy Black: Leben und Karriere

Roy Black, dessen bürgerlicher Name Gerhard Höllerich war, wurde am 25. Januar 1943 in Straßberg bei Augsburg geboren. Er starb am 9. Oktober 1991 in Heldenstein, was sich bei Mühldorf am Inn befindet. Roy Black war ein deutscher Schlagersänger, er spielte jedoch auch in vielen deutschen Musikfilmen mit. Des Weiteren kennt man ihn aus der Fernsehserie „Ein Schloss am Wörthersee“.

Privatleben

Als ältester Sohn von Georg Höllerich und Elisabeth Höllerich wurde Gerhard Höllerich geboren. In seinem Geburtsort Straßberg besuchte er die Volksschule. Im Jahr 1958 zog Familie Höllerich nach Göggingen um, was heute ein Stadtteil von Augsburg ist. Sein Abitur machte der junge Gerhard in Fuggerstadt am Holbein-Gymnasium. Ursprünglich wollte Gerhard Höllerich nach der Schule ein Biologiestudium beginnen, entschied sich aus finanzieller Sicht jedoch für ein Studium der Betriebswirtschaftslehre, welches er jedoch nie abschloss.

1973 verlobte sich der Schlagersänger mit Silke Vagts, die Hochzeit folgte am 30. April 1974 in München. Am 1. August 1976 wurde Sohn Torsten geboren. In den 70er Jahren geriet die Familie jedoch in ein finanzielle Schwierigkeiten, wie Silke Höllerichs später in ihrem Buch schrieb. Grund dafür soll gewesen sein, dass Black sein immenses Vermögen diversen Beratern anvertraut hatte, die es veruntreuten. Am 26. November 1985 ließ sich der Schlagersänger von seiner Frau scheiden. Silke Höllerich beschrieb ihren Ehemann später als einen einerseits phasenweise sehr emphatischen, liebevollen Menschen, andererseits als paranoiden, geizigen Egozentriker, der sie vor anderen lächerlich machte, sie betrog, keine Beziehung zu seinem Sohn Torsten aufbauen konnte und im Alltag von seiner Familie und seinem Freundeskreis dieselbe Verehrung erwartete wie von seinem Publikum.

Von Dezember 1990 bis zu seinem Tod am 9. Oktober 1991 lebte Roy Black zusammen mit seiner Lebensgefährtin in Herdecke, wo er eine Doppelhaushälfte erworben hatte. Am 14. September 1991 bekam das Paar Tochter Nathalie. Roy Black und Tochter Nathalie Höllerich hatten allerdings kaum eine Chance, sich kennenzulernen, da er kurz nach ihrer Geburt starb.

Erste Erfolge

Der angehende Schlagersänger trat erstmal 1963 in der Band "The Honky Tonks" in einer Augsburger Kneipe namens "Charlys Affenstall" öffentlich auf. Im September 1963 gründete er die Rock'n'Roll-Band "Roy Black and his Cannons". Mitglieder der Band waren Peter Schwedes, Dieter Schwedes, Günter Ortmann, Dieter Sirch und Helmut Exenberger. Den Künstlernamen Roy Black bezog sich einerseits auf das schwarze Haar des Schlagersängers, welches ihm auch den Spitznamen Blacky einbrachte, andererseits auf den amerikanischen Sänger Roy Orbison, der als sein Idol galt.

Die Band "Roy Black and his Cannons" durfte zum ersten Mal offiziell am 6. Dezember 1963 im Augsburger Tanz Club "Femina" auftreten. Den ersten Wettbewerb, einen Talentwettbewerb eines Schülerballs im Moritzsaal Augsburg, gewann die Band am 16. Juni 1964. Ein Auftritt, der Aufsehen beim Polydor-Produzenten Hans Bertram erweckte, der den Auftritt der Cannons in einem TV-Beitrag des BR gesehen hatte. Er schrieb das Holbein-Gymnasium an, um an die Kontaktdaten des Musikers zu gelangen. Einige Monate später, am 25. August 1964, nahm Gerhard Höllerich seinen Künstlernamen Roy Black an, eine Woche später bekam er seinen ersten Plattenvertrag. Er brach sein Studium der Betriebswirtschaftslehre ab und widmete sich ab da voll und ganz der Musik.

Im Sommer 1964 nahmen "Roy Black an his Cannons" die ersten beiden Singles auf. "Sweet Baby mine", die erste der beiden Singles, wurde ein kleiner Erfolg. Dieser wurde nicht zuletzt durch einen Augsburger Automatenaufsteller verursacht, der für kurze Zeit Roy Blacks Tourmanager wurde. "Darling my Love", die zweite Single, wurde kein Erfolg. Erst die dritte Single "Du bist nicht allein", welche der Sänger ohne seine Band aufnahm, war kommerziell erfolgreicher. Im Winter 1965 erreichte die Single sogar die Top Ten der deutschen Hitparade. Bei diesem Erfolg trug allerdings die Ehefrau des Produzenten, Elisabeth Bertram, einen großen Teil dazu bei, da sie großen Einfluss beim Radio Luxemburg hatte.

Der große Durchbruch

Im Jahr 1966 wurde Roy Black schließlich mit dem Lied "Ganz in Weiß" zum Schlagerstar in Deutschland. Mit der Musik von Rolf Arland und dem Text von Kurth Hertha wurden knapp 2,5 Millionen Singles verkauft. Im selben Jahr erschien das erste Album von Roy Black. Ab diesem Zeitpunkt ging seine Karriere aufwärts. Ein Jahr später wurde Black das erste Mal in der Filmbranche tätig. Er wirkte im Musikfilm "Paradies der flotten Sünder" mit. Die erste Hauptrolle erhielt der Schlagerstar im Film "Immer Ärger mit den Paukern". Black arbeitete mit Uschi Glas zusammen, unter anderem in den Filmen "Wenn mein Schätzchen auf die Pauke haut", "Hochwürden drückt ein Auge zu", "Hilfe, ich liebe Zwillinge!" und "Wer zuletzt lacht, lacht am besten".

Bis zum Jahr 1969 erreichten alle Singles des Schlagersängers die Top 10. Er war ebenfalls regelmäßiger Gast bei Dieter Thomas Heck, der die ZDF-Hitparade moderierte. Seinen letzten größeren Erfolg hatte Roy Black mit dem Lied "Schön ist es auf der Welt zu sein", mit der zehnjährigen Norwegerin Anita Hergerland. Dieser Song hielt sich ganze 18 Wochen in den deutschen Top 10. Einen größeren kommerziellen Erfolg gab es daraufhin nicht mehr.

Nach einer misslungenen Theater-Tournee 1975 wurde drei Jahre später, im Sommer 1978, Wolfgang Kaminski sein neuer Tourmanager. Er ersetzte damit Roy Blacks Bruder, der bisher seine Tourneen betreut hatte. Mit dem neuen Manager ging es anschließend wieder bergauf. 1983 erreichte Black mit dem Lied "Wilde Kirschen blühen früh" erneut vordere Plätze in der Schlager-Hitparade, einen größeren kommerziellen Erfolg erzielte Black jedoch nicht. Im Mai 1986 brach Roy Black aufgrund eines Herzfehlers zusammen. Er wurde anschließend umgehend in das Gemeinschaftskrankenhaus in Herdecke eingeliefert. In München bekam er schließlich zwei neue Herzklappen eingesetzt. Kurze Zeit später trat er schon wieder auf.

Letzte Arbeit und Tod

1989 bekam Roy Black die Hauptrolle in der Serie "Ein Schloss am Wörthersee", gleichzeitig trat er mit "Wie ein Stern am Horizont", welches von Drafi Deutscher komponiert wurde, in diversen Fernsehshows auf. Im Mai 1990 nahm sich Roy Blacks Vater Georg Höllerich überraschend das Leben. Im September 1991 sah man Roy Black in der ZDF-Hitparade zum letzten Mal im deutschen Fernsehen.

Am 9. Oktober 1991 starb der Schlagerstar mit nur 48 Jahren an plötzlichem Herzversagen. 2011 schrieb die "BILD"-Zeitung, dass er einen Alkoholwert von drei Promille im Blut hatte. Dieser Wert wurde vom Gerichtsmediziner allerdings nie bestätigt. Dennoch wird bis heute über einen Selbstmord spekulier, denn: Herztabletten in Kombination mit übermäßigem Alkoholkonsum können tödlich sein. Roy Blacks Bruder sowie seine damalige Lebensgefährtin schlossen allerdings aus, dass Roy Black Selbstmord beging. Roy Blacks Beerdigung fand in seinem Geburtsort Straßberg statt, der seitdem zur Pilgerstätte für seine Fans wurde. Jedes Jahr werden ihm zu Ehren in Augsburg, Straßberg oder Bobingen Gedenkfeiern veranstaltet.

Auszeichnungen

Nach Roy Blacks Tod wurde er im Jahr 2004 in der Sendung "Die ultimative Chartshow" von RTL zum erfolgreichsten Sänger in Deutschland gekürt. Dies sei anhand seiner Erfolge in den letzten vierzig Jahren unwiderlegbar. Weiterhin bekam der Schlagerstar in seiner gesamten Karriere 13 goldene Löwen, welche von Radio Luxemburg verliehen wurden. Ebenso erhielt Roy Black einige Bravo-Ottos von Bronze bis Gold.

Seit dem Jahr 2012 wird in Augsburg der sogenannte "Roy" vergeben. Hierbei ist der ehemalige Schlagersänger für den Augsburger Pop-Preis der Namensgeber. Der Pop-Preis wird jährlich an Veranstalter, Talente und Persönlichkeiten für ihr Engagement und ihr Schaffen verliehen.

Zu Ehren von Roy Black wurde an seinem 20. Todestag eine umstrittene Büste aufgestellt. Diese befindet sich in Velden am Wörthersee. Nachdem der Kopf dieser Büste 2020 mehrfach gestohlen wurde, konnte sie einige Monate später wieder vollständig zusammengesetzt werden.

 

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