Cindy Berger: “Jetzt wohne ich in einer Studenten-WG”

Cindy Berger: “Jetzt wohne ich in einer Studenten-WG” © NP/ M. Gambarini

Aus der Kneipe gegenüber dröhnt „Griechischer Wein“. Ich stehe vor einem typischen Berliner Altbau – mitten im Wedding. Hierhin hat mich Cindy Berger (69) eingeladen. An der Wohnungstür im dritten Stock begrüßt sie mich freudestrahlend: „Das ist meine neue Wohnung!“

 

Nach dem Tod ihrer Mutter Lotti († 91) vor anderthalb Jahren wollte die Sängerin ihr Leben ändern. „Ich hatte das Gefühl: Ich muss hier raus“, erinnert sie sich. Erst ging sie nach Thailand. „Da lebt mein Sohn Sascha (41). Aber ich war nur ein paar Wochen bei ihm. Das war nicht das Richtige. Ich wusste gar nicht, was ich den ganzen Tag tun soll.“

Ihr neues Reich ist 30 qm groß

© NP/ M. Gambarini

© NP/ M. Gambarini

Dann schlägt ihr Tochter Nina (36) vor, in ihre alte Studenten-WG zu ziehen. „Sie wollte aus- und mit ihrem Freund zusammenziehen. Die Chance habe ich ergriffen. Und jetzt bin ich hier. Das war die beste Entscheidung meines Lebens.“ Viel Platz hat Cindy in ihrem neuen Heim allerdings nicht. Lediglich ein Zimmer bewohnt sie – und das ist gerade einmal 30 Quadratmeter groß. Ihr Mitbewohner ist 30 Jahre jünger. „Aber wir verstehen uns gut“, versichert Cindy Berger.

Das ist jetzt ihre Herzensangelegenheit

Und womit verbringt Cindy ihre Zeit? „Ich arbeite für ,Careship‘ (Anmerkung der Redaktion: Die Organisation „Careship“ vermittelt Betreuer und Senioren. Die Betreuer sind keine Pfleger, es geht lediglich darum, gemeinsam Zeit zu verbringen, Infos auf www.careship.de). Da betreue ich Senioren. Wir spielen beispielsweise Schach zusammen, machen Kreuzworträtsel oder ich lese ihnen etwas vor. Das ist eine sehr schöne Aufgabe.“ Dass sie früher ein Star war und mit Ex-Ehemann Bert († 66) und dem Lied „Immer wieder sonntags“ Musik-Geschichte schrieb, wissen nur die wenigsten ihrer „Patienten“. „Ich habe es keinem erzählt, aber einige haben mich erkannt“, verrät sie lächelnd. Dass sie auch heute noch viele Fans hat, erfüllt die Wahl-Berlinerin mit Stolz. „Die Zeit damals war großartig. Aber mein Leben jetzt ist es genauso.“