Suche

Weltstar Bonnie Tyler: “Rente? Niemals!”

Weltstar Bonnie Tyler: “Rente? Niemals!” © Hartmut Holtmann/Schlager.de

Was hat diese Frau für eine Energie! Wenn Bonnie Tyler (67) vor einem sitzt, mit diesen wahnsinnig blauen Augen, der herrlich rauen Stimme und einer ansteckenden Fröhlichkeit, mag man kaum glauben, dass sie langsam auf die 70 zugeht. Im Frühjahr erscheint ihr neues Album “Be­tween The Earth & The Stars” und gleichzeitig geht sie von April bis Juni auf Tournee (Tickets u. a. bei www.eventim.de). Doch einen Gang runterschalten? Das kann sie einfach nicht…

 

Sie sind 67, gehen aber mit 23 Shows auf Tournee. Woher nehmen Sie diese Energie?

Ach, ich fühle mich nicht wie 67. Die Leute fragen manchmal, wann ich in Rente gehe. Ich werde nie in Rente gehen! Ich liebe, was ich tue, ich liebe das Adrenalin, wenn ich auf der Bühne stehe. Ich hoffe, ich sterbe so mit 90 irgendwann auf der Bühne (lacht).

Sie werden auch niemals müde, Ihre Welterfolge wie “Total Eclipse of the Heart” zu singen?

Nein, nie! Das ist so ein schöner Song. Natürlich kostet es Kraft, da auf der Bühne zu stehen. Aber die Reaktion der Menschen gibt mir so viel. Doch ich bin ehrlich: Habe ich früher nach einem Konzert noch Party gemacht, muss ich jetzt direkt ins Auto und zurück ins Hotel. Ich muss mich dann wirklich ausruhen.

Ihr Mann ist immer dabei …

Ja, zum Glück. Robert und ich sind gern zusammen. Mittlerweile sind wir 45 Jahre verheiratet. Eine lange Zeit.

“Als ich 40 war, erlitt ich im dritten Monat eine Fehlgeburt.”

Sie beide haben nie Kinder zusammen bekommen.

Nein, leider. Als ich 40 war, erlitt ich im dritten Monat eine Fehlgeburt. Es war so furchtbar und schrecklich, als es passierte. Ich habe sehr um mein verlorenes Kind getrauert.

Was hat Ihnen damals geholfen?

Ich habe mich direkt wieder in die Arbeit gestürzt. Eine Woche später bin ich schon in Paris aufgetreten. Vielleicht sollte ich nur erfahren, dass ich fähig gewesen wäre, Kinder zu bekommen, ich weiß es nicht. Mein Kind wäre heute 27 Jahre alt. Hach, es wäre so schön gewesen. Aber es hat nicht sein sollen, und Robert und ich sind jetzt auch so glücklich. Wir haben eine liebevolle Familie um uns herum.

Eine große Familie?

Oh ja. Ich habe drei Schwestern und fünf Brüder. Keine Ahnung, wie meine Mutter das damals alles geschafft hat (lacht). Dazu kommen 16 Neffen und Nichten und 14 Großneffen und -nichten. Bei uns ist immer was los. Und in meinem Haus in Portugal verbringt eigentlich immer irgendeiner von ihnen gerade Ferien. Ich brauche einen Terminplaner, um zu wissen, wann ich mal in mein Haus kann (lacht).

Ihr Schönheitsgeheimnis? Sie sehen wahnsinnig toll aus!

Viel Schlaf! Neun bis zwölf Stunden brauche ich immer. Und natürlich Botox. Ich mache kein Geheimnis da­raus: Seit ich 40 bin, lasse ich es mir zweimal im Jahr spritzen. Ich schwöre darauf!

Tut die Behandlung weh?

Also, ich bin da wie ein Baby und habe immer Angst. Ich nehme einen Quetschball mit, den ich drücke, und creme die Haut vor der Spritze ein, damit es nicht so schlimm ist.

Sind Sie eitel?

Sagen wir mal so: Ich würde nie, nie, nie ohne Make-up aus dem Haus gehen. Selbst wenn das Haus abbrennen würde und ich keine Wimperntusche aufgetragen hätte, würde ich mir noch schnell eine Sonnenbrille schnappen und sie aufsetzen, damit das niemand sieht (lacht).

Klick Dich hier in das aktuellste Video Deines Stars!

Ben Zucker

Bonnie Tyler & Ben Zucker – Medley
Video abspielen

Haben Sie diese Eigenart von Ihrer Mutter geerbt?

Oh nein! Meine Mutter hat ihr Leben lang keine Schminke benutzt. Vielleicht etwas Rouge und einen dezenten Lippenstift. Aber sie war die schönste Frau, die ich je gesehen habe. Von ihr habe ich meine Stärke geerbt. (Anm. d. Red.: Ihre Mutter starb vor 17 Jahren an Alzheimer.) Und ich vermisse sie jeden Tag. Es war sehr, sehr schlimm für mich, sie so leiden zu sehen. Bei Alzheimer macht der Körper komplett dicht. Sie vergaß, wie man geht, wie man isst oder wie man die Toilette benutzt. Es war so herzzerreißend. Dabei ist sie sechs Monate vor ihrem Tod noch durch das Haus getanzt und hat gesungen. Jahrelang hatte ich Angst, dass auch ich daran erkranken könnte.

Ist die Angst noch da?

Klar, wenn ich mal was vergesse, denke ich sofort: “Oh Gott, bitte nicht!” Doch dieses Jahr hatte ich einen Unfall. Mir fiel auf einem Boot eine Metallklappe auf den Kopf. Mir ging es so schlecht, dass mein Mann darauf bestand einen Hirn-Scan machen zu lassen, um Folgeschäden auszuschließen. Der Arzt meinte: “Gute Nachrichten für Sie: Ihr Gehirn ist wie bei einer 45-Jährigen. Keine Anzeichen von Alzheimer.” Das war wie ein Lottogewinn für mich. Ach was, das war viel besser!

Passen Sie denn gut auf sich auf?

Nun, man sagt: Rotwein sorgt gut für dich (lacht). Also ich müsste abnehmen, aber ich nehme brav meine Vitamine. Zwei neue Knie wären auch nicht schlecht. Ich bin froh, dass auf meiner Bühne alles flach ist.