Heinz Rudolf Kunze

Heinz Rudolf Kunze © Jim Rakete

Heinz Rudolf Kunze: Sein Herz schlägt für die Musik

Heinz Rudolf Kunze kam am 30. November des Jahres 1956 im nordrhein-westfälischen Espelkamp-Mittwald zur Welt. Sein vollständiger Vorname lautet Heinz Rudolf Erich Arthur.

Bekannt wurde Kunze vor allem als Rocksänger, ist aber darüber hinaus auch als Schriftsteller und Musicaltexter tätig und als Dozent für Popularmusik an der Hochschule Osnabrück beschäftigt.

Heinz Rudolf Kunze absolvierte seine Schullaufbahn auf dem Graf-Stauffenberg-Gymnasium Osnabrück. 1975 nahm er ein Studium der Fächer Germanistik und Philosophie auf, welches er in Münster und Osnabrück erfolgreich mit dem Zweiten Stattsexamen für das Gymnasiallehramt abschloss.

Erst Schule und Studium, dann eine musikalisch-literarische Karriere

Im Jahr 1980 begann die musikalische Karriere von Heinz Rudolf Kunze, nachdem er bereits Mitte der siebziger Jahre einen Literaturwettbewerb im Bereich Kurzprosa gewonnen hatte. Im November 1980 nahm Kunze an dem in Würzburg stattfindenden Pop-Nachwuchs-Festival teil, welches von der Deutschen Phono-Akademie veranstaltet wurde. Der von ihm vorgestellte Titel „Bestandsaufnahme“ gewann in der Kategorie „Folk, Lied, Song“ und wurde so zu seiner ersten Schallplatte.

Im Jahr 1981 schloss Heinz Rudolf Kunze seinen ersten Plattenvertrag ab und veröffentlichte das Album „Reine Nervensache“. Auch die erste Tour durch Deutschland verlief erfolgreich. 1982 folgte bereits das zweite Album „Eine Form von Gewalt“, mit dem Kunze ebenfalls auf Tournee ging. Parallel zu seiner musikalischen Tätigkeit war Heinz Rudolf Kunze journalistisch tätig. Bei den Sendern SFB und NDR moderierte er eigene Radiosendungen und veröffentlichte seit 1984 auch eigene Bücher. Seinen bis heute größten musikalischen Erfolg feierte Kunze mit dem Titel „Dein ist mein ganzes Herz“ im Jahr 1985. Bereits kurz nach Erscheinen erlangte die Single Goldstatus.

Zu Beginn der neunziger Jahre wurde es ruhig um Heinz Rudolf Kunze. Öffentlich in Erscheinung trat Heinz Rudolf Kunze mit der Forderung nach einer Mindestquote von deutscher Rockmusik im Radio, die er 1996 als Sprecher von 600 deutschsprachigen Musikern äußerte. Von den Medien wurde diese Forderung scharf kritisiert.

Im Jahr 1999 stand Heinz Rudolf Kunze auch wieder musikalisch in der Öffentlichkeit, als das Album „Aller Herren Länder“ veröffentlicht wurde, für das er nach 1986 zum zweiten Mal die goldene Stimmgabel erhielt. Für die Übersetzung des Musicals Miss Saigon folgte im gleichen Jahr noch eine goldene CD.

Im Jahr 2005 feierte Heinz Rudolf Kunze sein 25-jähriges Bühnenjubiläum, das vom WDR für den Rockpalast aufgezeichnet wurde. Im März 2007 nahm Kunze mit dem Titel „Die Welt ist Pop“ am deutschen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest teil, belegte allerdings nur den letzten Platz. Nach mehrmaligen Trennungen von seiner Band Verstärkung ist Heinz Rudolf Kunze seit 2014 wieder mit den Musikern auf Tournee und stellt mit der Platte „Stein vom Herzen“ das immerhin 35. Album vor.

Außermusikalische Aktivitäten

Die Aktivitäten von Heinz Rudolf Kunze sind ebenso vielfältig wie der Sänger selbst. Neben der Musik sprach er sich gegen den Irak-Krieg aus. Für den 30. Evangelischen Kirchentag in Hannover 2005 schrieb er den Titel „Mehr als dies/Wenn dein Kind dich morgen fragt“. Außerdem verfasste er den Titelsong zu der Zeichentrickserie „Little Amadeus“ und war für den Deutschen Bundestag als Sachverständiger in der Enquête-Kommission „Kultur in Deutschland“ tätig.

In den Fernsehserien „In aller Freundschaft“ und „Großstadtrevier“ trat er als Schauspieler auf und nahm an Sendungen wie „Das perfekte Promi-Dinner“ und „Das große Einseifen“ teil. 2009 trat er als Schirmherr des gemeinnützigen Projektes „Der Straßenchor“ in Berlin in Erscheinung. Dieses Projekt wurde vom ZDF im Rahmen einer Dokumentation begleitet.

Auszeichnungen

In den Jahren 1986, 1999 und 2007 erhielt Heinz Rudolf Kunze die goldene Stimmgabel. Im Jahr 2000 verlieh man ihm RSH-Gold als „Erfolgreichster Künstler National“. Ebenfalls im Jahr 2000 wurde er mit dem Fred-Jay-Preis der GEMA-Stiftung ausgezeichnet, welcher an Personen vergeben wird, die sich für die Förderung deutscher Texte in der Popmusik einsetzen.

Im Juli 2003 trug sich Heinz Rudolf Kunze zusammen mit Heiner Lürig in Hannover in das Goldene Buch der Stadt ein. 2006 erhielt Kunze vom Land Niedersachsen den Praetorius-Musikpreis für sein Lebenswerk. Im November 2007 verlieh man ihm den Niedersächsischen Staatspreis als Auszeichnung für seine Verdienste in Wissenschaft, Kultur und Publizistik.

Privates

Heinz Rudolf Kunze war in erster Ehe von 1981 bis 2009 verheiratet. Mit seiner ersten Ehefrau hat er einen Sohn und eine Tochter. Die Trennung erfolgte im Jahr 2006. 2009 heiratete er seine zweite Ehefrau, die einen Sohn mit in die Ehe brachte.


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