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Sturm im Milchflascherl – Andreas und seine Bauern

Sturm im Milchflascherl – Andreas und seine Bauern © Molkerei Alois Müller GmbH & Co. KG

“Der gestandene Patriot Andreas Gabalier trinkt also Milch. Aber wenn´s ums Geld geht, am liebsten deutsche Industriemilch. Bei der Hymne muss es pur und unverfälscht sein, bei der Milch dann aber gerne deutsche Konzernprodukte”. So lautete das Facebook-Posting vom 15. August 2015 des österreichischen Bauernbundes. Die Reaktionen darauf sind unterschiedlich. Um die Bandbreite zu zeigen hier einige Auszüge: “Lassts den Gabalier in Ruhe. Die Heimischen hätten ihm ja auch a Werbeangebot machen können”, “Schomts eich…des hot da Bauernbund net nötig…is des da planke Neid? oder afoch nut hirnlos?”, “Für wem der wirbt ist mir eigentlich egal. Seine konservative 40er Jahre mäßige Einstellung geht mir aber massiv auf die Nerven.” Wer diese Aussagen liest, fragt sich, was eigentlich die Grundlage der Debatte um Andreas Gabalier ist.

Andreas Gabalier erhitzt die Gemüter

Andreas Gabalier, der smarte VolksRock’n’Roller aus Graz, wirbt seit einiger Zeit für den deutschen Milch-Riesen Müller und preist in seiner charmanten Art vornehmlich die Buttermilch aus dem “Flascherl” an. Die Spots kommen bei den Fans gut an, und die Zusammenarbeit zwischen Gabalier und Müller scheint eine Fügung zu sein. Doch seine Werbung stößt nicht überall auf Verständnis und Wohlwollen. Der österreischiche Bauernbund wirft Gabalier vor, unpatriotisch zu sein, weil er sein Conterfeistatt für die Milch aus dem eigenen Land lieber für die Milch aus Deutschlandzur Verfügung stellt. So heißt es in dem Vorwurf des Bauernbundes, dass ein “gstandener Patriot” einem “deutschen Industrieriesen” nicht helfen dürfe. Tatsache ist, dass kaum ein Anderer so prädestiniert für die Vermarktung von Milchprodukten ist wie Gabalier. Als Buab in den Bergen aufgewachsen, als Liebhaber von Lederhosen und Quetschkommode und als Vertreter der modernen Volksmusik verkörpert er den Naturburschen an sich und steht für den Einklang von Mensch und Natur.

Der Österreichische Bauernbund ist enttäuscht

Der österreichische Bauernbund findet die Lage eindeutig. “Angesichts von Preisverfall und Marktversagen sind die Bauern besonders sensibel gegenüber Dumping-Methoden von Konzernen wie Müller.” Wer das Ohr beim Volke habe, wisse das. Fakt ist jedoch, dass gerade die Milchbauern allerorts mit den stets sinkenden Preisen für ihr Rohmilcherzeugnis zu kämpfen haben und immer mehr Höfe um ihre Existenz bangen müssen, ein Phänomen das österreichische wie deutsche Bauern gleichermaßen betrifft. Doch ändert ein Gabalier mit seiner Werbung diese Situation? Fängt Patriotismus wirklich bei der Milch an oder hört er dabei auf? Der österreichische Bauernbund ist von seinem heimischen Superstar enttäuscht. “Gabalier ist ein super Bursch, aber bei diesem Werbevertrag war er leider ganz schlecht beraten”. Der Wind, der dem Bua mit dieser Aussage um die Ohren weht, ist eisig. So schreibt eine Kommentatorin: “Wenn´s ums Geld geht, dann wird die Patriotismus-Karte gespielt. Widerwärtig”. „Andi, so wies dus mochst, passts genau. Jede fertige sau hit schon amol wos ausn auslond trunkn, also sollt sie a jeda um si selba schern!!” Und ein anderer meint dazu: “Ihr habt verschlafen, und die Deutschen haben ihm ein besseres Angebot gemacht.”

Gabalier – Der “größte Botschafter” der Bauern Österreichs is not amused

Immer wieder stand Gabalier in den Gazetten aufgrund einiger öffentlich verkündeten Meinungen zu Themen wie seinem Frauenbild von heute oder seiner Haltung gegenüber der österreichischen Bundeshymne, die er ohne die 2012 gesetzlich festgelegte geschlechtergerechte Änderung sang. Doch was sagt der selbsternannte “Mountain-Man” zu dieser Hetzkampagne? Vor einigen Stunden gab Gabalier eine Stellungnahme auf seiner Facebook-Seite heraus. Hier einige Zeilen daraus: “Das man als Österreicher, Erfolge in Deutschland wie die anstehende Tournee mit mehr als 250.000 Besuchern und dem ersten Stadionkonzert im nächsten Jahr in unserem Nachbarland nicht ganz ohne tatkräftigen Partnerfirmen wie es MÜLLER MILCH eine ist schafft, sollte all jenen die bis drei zählen können klar sein!” Und weiter: “Dass man medial von einem “Bauernaufstand gegen Gabalier” berichtet, kann wohl wieder einmal nur daran liegen unser “Sommerloch” zu füllen! Denn mit der Realität zwischen Wut und Fremdschämen hunderter Bauern unseres Landes, welche sich, seit gestern in unzähligen E-mails über die Aussagen bzw. über das Posting auf der offiziellen Bauernbund Face Book Seite erzürnen, haben diese auflagesteigernden und quotengeilen Überschriften gänzlich NICHTS zu tun!!! Ich lasse diese Schlagzeilen als euer größter Botschafter ganz bestimmt nicht auf mir sitzen und erwarte mir von den “Interessensvertretern” des österreichischen Bauernbundes eine offizielle Entschuldigung wie es sich unter Bauern gehört! Weil ich immer zu euch Bauern stehen werde! Denn all das, und nur DAS bin ich!!! Euer VolksRock´n´Roller Andreas Gabalier. Wir sind gespannt, wie diese Diskussion ausgeht, und ob es sich Österreich leisten wird einen ihrer besten Botschafter des Landes weiterhin durch den Kakao bzw. durch die “Milch” zu ziehen.

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