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Heinz Rudolf Kunze – Musikalische Verbeugungen eines Dinosauriers

Heinz Rudolf Kunze – Musikalische Verbeugungen eines Dinosauriers © Kay Fracasso

„Ich als Dinosaurier dieser Stadt ignoriere den Begriff Elbphilharmonie und sage Herzlich Willkommen in der Laeiszhalle, hier in der Stadt, in der die meisten meiner Songs entstanden sind“, mit diesen Worten eröffnete Heinz Rudolf Kunze sein Konzert in Hamburg zum im September 2016 erschienenen Coveralbum „Meisterwerke, Verbeugungen“.

Am schwarz lackierten Flügel begrüßte der Künstler, dessen Markenzeichen die schwarze Brille ist, die Hamburger Fans mit dem Titel „Blumen aus Eis“. Auf ein aufwändiges Bühnenbild wurde verzichtet, Mittelpunkt der Show waren einzig und allein der deutsche Ausnahmesänger und seine 8-köpfige Band, deren Mitglieder Heinz Rudolf Kunze zum großen Teil schon seit Jahren und Jahrzehnten begleiten. Hier besonders hervorzuheben die bei einigen Liedern eingesetzten Streicher mit Violine, Bratsche und Cello, die die gefühlvollen Songs wie „Zum Laichen und Sterben ziehen die Lachse an den Fluss“ und „Deine Schuld“ gekonnt untermalten.

Natürlich fehlten auch die gewohnten Kunzeschen Geschichten, Anekdoten und Philosophien bei der Hamburger Show nicht. Und davon gab es einige, schließlich feiert der Künstler in diesem Jahr seinen 60. Geburtstag. Da ist es wie mit dem guten Wein, der mit den Jahren immer besser wird. „Schön, dass Euch das gefällt!“ merkte Kunze zum ersten großen Applaus des Abends für „Eigene Wege“, das 1988 im Tourbus entstanden ist, an. Der Sänger sprach über seine besondere Beziehung zu Strandkörben, konstatierte „Ich bin die Beatles, alle 4!“ und teilte mit dem Publikum seine Gedanken zu Lisa in dem gleichnamigen 1984 entstandenen Duett mit Jan Piewka aus dem Album „Ich bin“.

Fast jeder Titel kam mit einer eigenen kleinen Geschichte: „So wie du bist“ aus 2012 wurde zufällig beim Proben wiederentdeckt, zu „Was ich dir sagen will“ wünschte sich Kunze manchmal, dass Blicke küssen könnten, und „Aller Herren Länder“, zu dem der Künstler sogar persönlich die Mundharmonika einsetzte, hatte er aus der „Schublade mit dem Totenkopf“ geholt, der mit den Liedern, mit denen man sich lieber geirrt hätte.

Sein Kulthit „Dein ist mein ganzes Herz“ begeistert die Fans

Und noch eine Empfehlung gab der Deutschrocker den Fans mit „Das Paradies ist hier“ mit auf den Weg: Kommt das Glück nicht in die Reihe, muss man aus der Reihe tanzen.

Zur Zugabe gab es dann noch ein neues Outfit passend zur schwarzen Gitarre und Brille: ganz in schwarz mit weißem Schlips. Kulthits wie „Dein ist mein ganzes Herz“ und „Mabel“ rissen die rund 1100 anwesenden Nordlichter von den Stühlen und wurden mit Standing Ovations gefeiert.

„Wenn du nicht wiederkommst“ stimmten die Fans daraufhin im großen Chor an und zogen Heinz Rudolf Kunze damit zum Abschlusstitel „Lola“ zurück auf die Bühne. Und er versprach: „Ich komme wieder.“

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