Christian Anders

Christian Anders © Paul Schirnhofer

Christian Anders

Der österreichische Schlagersänger Christian Anders wurde am 15. Januar 1945 als Antonio Augusto Schinzel-Tenicolo in Bruck an der Mur geboren. Die Stadt gehörte damals zum Deutschen Reich. Heute befindet sich die Ortschaft im österreichischen Bundesland Steiermark. Christian Anders ist in erster Linie als Interpret von deutschen Schlagern bekannt, war jedoch auch als Schauspieler und Schriftsteller tätig.

Ein Multitalent auf dem Weg an die Spitze

Gemeinsam mit seinem Bruder, dem SPD-Politiker Dieter Schinzel, wuchs Christian Anders die ersten zehn Jahre seines Lebens auf Sardinien auf. Sein Vater war Italiener. Anschließend zog die Familie nach Deutschland und fand eine Unterkunft in einem Asylheim in Offenbach am Main. In seiner Jugend lebte Anders in Frankfurt, Nürnberg und Garmisch-Partenkirchen. Nach der Mittleren Reife fing er eine Ausbildung zum Elektroinstallateur an, welche er jedoch nicht erfolgreich beendete. Seinen Künstlernamen legte er sich bereits zu, als er noch mit seiner ersten Band aktiv war. Christian Anders and the Tonics lautete der Name der Gruppe. Der Musiker spielte Gitarre und war für den Gesang zuständig. Seinen ersten Plattenvertrag erhielt er im Jahr 1966, nachdem er ein selbst aufgenommenes Tonband an eine Plattenfirma geschickt hatte. Sport war eine weitere Leidenschaft des vielseitig begabten Mannes. In München wurde er jahrelang von einem Koreaner namens Chong Minh Kwack in asiatischen Kampfsportarten unterrichtet und wurde in Karate mit dem Schwarzen Gürtel ausgezeichnet. Anschließend ließ er sich zum Karatelehrer ausbilden und wurde Leiter einer Karateschule in München.

Der kometenhafte Aufstieg eines hochbegabten Künstlers

In den späten 1960er-Jahren wurde Christian Anders innerhalb kürzester Zeit zu einem der begehrtesten Schlagersänger des Landes. Von der 1969 veröffentlichten Single „Geh´ nicht vorbei“ wurden mehr als eine Million Exemplare verkauft. Dieser Titel war seine erste Nummer 1 in Deutschland. 1971 stellte sich heraus, dass der Musiker auch den richtigen Riecher für geschäftliche Belange hatte, als er mit Chranders Records seinen ersten eigenen Musikverlag in Berlin eröffnete. Im ZDF-Boulevardmagazin „Drehscheibe“ hatte er seinen ersten Auftritt im Fernsehen. In den 1970er-Jahren war er häufig zu Gast bei Dieter Thomas Heck in dessen ZDF-Hitparade. Sein bekanntester Hit ist der Evergreen „Es fährt ein Zug nach Nirgendwo“ aus dem Jahr 1972.

Vielseitigkeit lautet das Zauberwort

Anders war nicht nur als Sänger, sondern auch als Komponist und Texter sehr erfolgreich. Zahlreiche Weltstars wie Adriano Celentano, Gilbert Bécaud und Rita Pavone sangen Titel, die aus seiner Feder stammten. Außerdem hatte der Österreicher ein Faible für die Schriftstellerei und verfasste eine Vielzahl an Romanen, Sachbüchern und Gedichten. In den früheren 1970er-Jahren war er als Nebendarsteller in diversen Komödien zu sehen. Später war er auch als Regisseur tätig und spielte in seinem eigenen Actionfilm „Die Brut des Bösen“ die Hauptrolle. Dieser war kommerziell jedoch ebenso ein Flop wie sein Erotikfilm „Die Todesgöttin des Liebescamps“.

Der freie Fall des einstigen Superstars

1987 entschied sich Christian Anders zu einer radikalen Veränderung seines Lebens. Er verkaufte seinen Musikverlag und kehrte Deutschland vorerst den Rücken. Daraufhin lebte er sechs Jahre lang in den Vereinigten Staaten und brachte 1991 seine erste CD in englischer Sprache auf den Markt, die er auf den Namen „Lanoo – Alive in America“ taufte. Sein Buch „The Man W.H.O. Created AIDS“ wurde von ihm persönlich ohne die Beteiligung weiterer Darsteller in Hollywood aufgeführt. Nach seiner Rückkehr in die Heimat folgte die Aufführung des Musicals „Der Untergang des Taro Torsay“ in den Großstadtmetropolen Hamburg, Köln und München. Trotz seiner Riesenerfolge in der Vergangenheit musste Anders einen herben Rückschlag in Kauf nehmen. Sein verschwenderischer Lebensstil brachte ihn in finanzielle Schwierigkeiten. Er verschuldete sich und rutschte in die Obdachlosigkeit ab. Mit Unterstützung seiner zweiten Ehefrau Birgit Diehn gelang es dem Künstler, sein Leben wieder auf die Reihe zu bekommen.

Eine umstrittene Persönlichkeit als gefundenes Fressen für die Presse

Christian Anders war in der Öffentlichkeit nie ganz unumstritten. Er neigte schon immer zu einem provokanten Auftreten und äußerte seine Ansichten zu brisanten Themen sehr klar und deutlich. Als „Lanoo“ schrieb er mehrere Bücher in der Sparte Esoterik und fiel u. a. durch außergewöhnliche Spekulationen zum Thema HIV auf. 1994 wurde sein Bruder Dieter Schinzel wegen Hehlerei angezeigt. Anders stand ihm hilfreich zur Seite, indem er sich nackt auszog und im angeketteten Zustand auf offener Straße für ihn demonstrierte. Im Sommer 2009 beschimpfte und beleidigte er gemäß diverser Behauptungen der deutschen Presse die Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Vom Frauenschwarm zum Ehemann

Es ist kein Geheimnis, dass Christian Anders in Sachen Frauen kein Kostverächter war und in der Vergangenheit unzählige Liebschaften hatte. Eine seiner Verflossenen ist die amerikanische Schauspielerin Heather Thomas, die in der TV-Serie „Ein Colt für alle Fälle“ die Rolle der Jody spielte. Angeblich hatte er auch eine Liaison mit der früheren Millionärsgattin Ivana Trump. Gegen Ende der 1990er-Jahre verlobte sich Anders mit der Sängerin Jennah Karthes. 2006 schloss er mit der Witwe Birgit Diehn zum zweiten Mal den Bund fürs Leben.

Christian Anders Autogrammadresse

Um Dein ganz persönliches Autogramm von Deinem Star zu erhalten, sende Deinen Autogrammwunsch und einen frankierten Rückumschlag an folgende Adresse:

Christian Anders
Postfach 310401
10634 Berlin


1 Kommentar

  1. K.W.Mombaur (15.08.2016 - 22:45 Uhr)

    Ich stoße durch Zufall diese WEB-Seite bzw. auf den Christian Anders.
    Und dazu fällt mir ein, dass ich wahrscheinlich seinen allerersten Song vom „kleinen Eselchen“
    ca. 1966 im Münchener Union-Studio aufnahm.
    Wenn er sich auch daran erinnert, würde ich gerne Kontakt mit ihm aufnehmen.

Kommentar verfassen

Felder mit * sind Pflichtfelder