Peter Alexander: Er brachte Menschen zum Lächeln, doch er selbst hatte es am Ende verlernt

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Peter Alexander: Er brachte Menschen zum Lächeln, doch er selbst hatte es am Ende verlernt © Barbara Löhr
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25.06.2021

Routine hasse ich, die setze ich nur im Notfall ein. Ich mache meine Arbeit noch immer gerne und aus dem Bauch heraus – das spüren die Leute.“ Mit diesen bescheidenen Worten erklärte Peter Alexander sein Erfolgsrezept. Der Entertainer hatte nämlich viele Talente: Er war Sänger, Musiker, Schauspieler, Tänzer und Showmaster. Doch seine mit Abstand wundervollste Gabe war es, die Menschen zum Lächeln zu bringen. Nur leider hat er selbst am Ende das Lächeln verlernt.

Peter Alexander Ferdinand Maximilian Neumayer kam am 30. Juni 1926 in Wien zur Welt. Er wäre jetzt 95 Jahre alt geworden. Sein Vater Anton war Bankkaufmann, Mutter Bertha war Hausfrau. Schon als Pennäler zeigte Peter Alexander eine Leidenschaft, Menschen zu parodieren.

Und auch sonst hatte er allerhand Schabernack im Sinn. Einmal flog er sogar vom Gymnasium –Schulverweis wegen verschiedener Streiche! Nach dem Kriegsabitur 1944 war er Flakhelfer, meldete sich zur Kriegsmarine und kam in britische Kriegsgefangenschaft. Seine damaligen Erfahrungen machten ihn zum Pazifisten. Sein Vater wollte zwar, dass der Sohn Medizin studiert. Doch er besuchte nur eine einzige Vorlesung. Als der Vater 1947 starb, ging die Mutter als Kindermädchen nach London. Der Sohn blieb in Österreich, er wollte Schauspieler werden und absolvierte eine Ausbildung am Max-Reinhardt-Seminar.

Als er 1950 in London einen Auftritt von Frank Sinatra sah, schlug der Blitz ein – er wollte nur noch so sein wie Frank Sinatra! Er brachte sich Singen und Klavierspielen bei und veröffentlichte 1951 seine erste Schallplatte „Das machen nur die Beine von Dolores“. Seine späteren Lieder „Die kleine Kneipe“ und „Der Papa wird’s schon richten“ wurden Schlagerklassiker. Doch sein größter Traum, einmal mit seinem Idol Frank Sinatra († 1998) zu singen, erfüllte sich nie.

Dafür wurde er zum Film- und Fernsehstar. Seine komödiantische Begabung zeigte er in Kassenknüllern wie „Charleys Tante“ und „Im Weißen Rößl“. Außerdem wurde er zum gefeierten Showmaster, moderierte rund 40 TV-Sendungen wie die „Peter-Alexander-Show“ oder „Spaziergang durch das Land der Operette“. Und mit jedem Lied und jedem Lächeln versprach er ein Stück „Heile Welt“. Sein zärtlicher Schmäh und sein charismatisches Lächeln zogen vor allem die Damen – im Alter von fünf bis 85 – in ihren Bann. Doch Peter Alexander hatte nur Augen für eine.

Hildegarde Haagen war 1952 in sein Leben getreten – er hatte in der Wohnung seiner Rundfunkproduzentin die Proben überzogen. Vor der Tür stand wartend eine verärgerte Chanson-Sängerin. Als sie dann endlich dran war, sang sie „Sei ein bisschen lieb zu mir, Peter“. Vier Monate später haben sie geheiratet. Er nannte sie „Hildchen“ oder „Schnurrdiburr“. Sie war seine große Liebe, sein Lebensmensch, seine Beraterin und Managerin.

Als seine Gagen noch mager waren, schmierte sie ihm Brote für seine Auftritte. Sie legte ihm die Kleidung raus, kümmerte sich um die Finanzen, zog aus dem Hintergrund die Fäden. Später lebte das Paar mit Tochter Susanne († 50) und Sohn Michael († 55) in einer Villa in Wien. „Meine Heimat ist meine Frau“, schwärmte er von ihr. „Da wo sie ist, möchte ich sein.“

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Wenige Monate nach der goldenen Hochzeit, am 30. März 2003, starb Hildchen, mit 81. Sie hatte sich von einem Oberschenkelhalsbruch nicht erholt. Seit diesem Tag war das Lächeln aus Peter Alexanders Augen verschwunden. Er besuchte oft im Morgengrauen ihr Grab, am Abend zündete er vor dem TV eine Kerze für sie an. Daneben lag ihre Armbanduhr, die zog er auf und dachte an seine Frau. Als 2009 seine Tochter bei einem Autounfall in Thailand starb, zog er sich vollends zurück. Nur die engste Familie durfte noch zu Besuch kommen. Er litt an gebrochenem Herzen, wurde immer schwächer, seine Stimme leiser. Er war 84. Am Abend des 11. Februar 2011 hatte Peter Alexander noch mit seiner Haushälterin gesprochen. Seine letzte Worte galten seinem Hildchen. Er ging früh zu Bett – und wachte nicht mehr auf.

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